Schach-WM Carlsen und Caruana trennen sich schon wieder remis

Die Schach-WM wartet weiter auf ihren ersten Sieger. Im fünften Duell überraschte Fabiano Caruana den Weltmeister. Doch Magnus Carlsen reagierte souverän.

Magnus Carlsen (r.), Fabiano Caruana (l.)
FACUNDO ARRIZABALAGA/EPA-EFE/REX

Magnus Carlsen (r.), Fabiano Caruana (l.)


Schach-Weltmeister Magnus Carlsen hat sich in einem spannenden Duell mit Herausforderer Fabiano Caruana ein Remis erkämpft. Nach der Serie von fünf Unentschieden steht es 2,5:2;5 zwischen dem 27 Jahre alten Champion aus Norwegen und dem ein Jahr jüngeren US-Amerikaner.

Caruana eröffnete das Duell wie in der ersten und dritten Partie mit der Rossolimo-Variante der Sizilianischen Verteidigung. Im Gegensatz zu den vorherigen Partien entschied er sich aber für ein Bauernopfer im sechsten Zug. Carlsen schien überrascht, reagierte aber schnell und präzise. In einem turbulenten Eröffnungskampf fanden beide Großmeister gute Züge, und schon nach 16 Zügen gab es ein Endspiel ohne Damen.

Der Weltmeister übte nun viel Druck aus, Caruana fand dennoch eine Stellung, die es ihm ermöglichte, trotz eines Bauern weniger das Gleichgewicht zu halten. Carlsen fand keinen Weg, um den kleinen materiellen Vorteil in einen Sieg umzumünzen. Nach 34 Zügen nahm der Titelverteidiger das Remisangebot seines Gegners an.

"Ich war froh mit einer sicheren Stellung aus der Eröffnung zu kommen und hielt meine Position optisch für etwas besser. Ein problemloses Schwarzremis ist ein gutes Ergebnis", sagte Carlsen nach der fünften Partie. Caruana sagte: "Das Bauernopfer in der Eröffnung kann für Schwarz sehr gefährlich sein, doch Magnus umschiffte alle Klippen."

Die 6. Partie findet am Freitag statt (16 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE), Carlsen hat dann die weißen Steine. Die WM ist auf zwölf Partien angesetzt. Wer zuerst 6,5 Punkte erreicht, ist Weltmeister. Bei Gleichstand erfolgt ein Tiebreak. Der Sieger einer Begegnung erhält einen Punkt, bei einem Remis bekommen beide Spieler jeweils 0,5 Zähler. Der Preisfonds beträgt eine Million Dollar.

mon/dpa/sid

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hileute 15.11.2018
1. Auf diesem hohen Niveau
ist ein Unentschieden nicht verwunderlich, beide sind auf hohen Niveau, daher passieren eben kaum Fehler.
widower+2 15.11.2018
2. Stimmt!
Zitat von hileuteist ein Unentschieden nicht verwunderlich, beide sind auf hohen Niveau, daher passieren eben kaum Fehler.
Und genau deshalb geht es auch nicht so weiter, wenn Schach weiterhin mehr als ein paar Enthusiasten faszinieren soll. Bei WM- Finals und Kandidatenturnieren befürworte ich daher nach jeder Partie Stichkämpfe mit sukzessiv reduzierter Bedenkzeit. Da zeigt sich dann, wer wirklich der komplettere Schachspieler ist und von seinem Hirn lebt, statt von seiner Ausdauer und körperlichen Fitness. Genialität zeigt sich nicht im Durchkalkulieren, sondern im quasi intuitiven Erfassen der Situation, die auf tiefem Verständnis des Spiels beruht.
meresi 16.11.2018
3. Vollkommen richtig
Zitat von widower+2Und genau deshalb geht es auch nicht so weiter, wenn Schach weiterhin mehr als ein paar Enthusiasten faszinieren soll. Bei WM- Finals und Kandidatenturnieren befürworte ich daher nach jeder Partie Stichkämpfe mit sukzessiv reduzierter Bedenkzeit. Da zeigt sich dann, wer wirklich der komplettere Schachspieler ist und von seinem Hirn lebt, statt von seiner Ausdauer und körperlichen Fitness. Genialität zeigt sich nicht im Durchkalkulieren, sondern im quasi intuitiven Erfassen der Situation, die auf tiefem Verständnis des Spiels beruht.
ich finde auch dass nach diesen Remis die Bedenkzeit gekürzt werden müßte. Ich gab Turnierschach auf, weil mir die Scharcherei meiner Gegner auf die Nerven ging. Die schauten auch bei nur 2 möglichen guten Zügen manchmal 20 Minuten rein. Beim Schnellschach fühl ich mich aufgehoben, 30 Minuten Bedenkzeit bis hin zu 10 oder 5 Blitz. Und auf Niveau von Elo-Schnitt 2000 kannst eh nur im Schnitt bis zu 6 Züge vorraus rechnen. Alles andere macht keinen Sinn, weil, was nützt die Rechnerei wenn der Gegner einen Zug auspackt den man nicht auf der Liste hatte...Die Schnarcher sind meistens beim Schnellschach unte 30 Minuten ziemlich schwach, beim Blitz sowieso, zumindest in meinem Klub.
pirx64 16.11.2018
4.
Lew P. wäre begeistert während Bobby F. und Michail T. sich im Grab umdrehen
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