Remis bei der Schach-WM Aggressiver Caruana verpasst den Königsangriff

Lange Zeit sah es nach Vorteilen für Herausforderer Fabiano Caruana aus, der forsch in die achte Partie gestartet war. Den möglichen Sieg schenkte der 26-Jährige mit einem schwachen Bauernzug her.

Fabiano Caruana (l.) und Magnus Carlsen (r.)
FACUNDO ARRIZABALAGA/EPA-EFE/REX

Fabiano Caruana (l.) und Magnus Carlsen (r.)


Weltmeister Magnus Carlsen und Herausforderer Fabiano Caruana haben sich auch in der achten Partie mit einem Remis getrennt. Bei der Schach-WM in London kristallisiert sich also weiterhin kein Favorit heraus. Nach acht Spielen haben beide Kontrahenten jeweils vier Punkte.

Bei der vergangenen WM waren die ersten sieben Partien ebenfalls mit Punkteteilungen beendet worden, bevor sich im achten Vergleich der russische Herausforderer Sergei Karjakin erstmals durchsetzen konnte.

Und auch Caruana wollte nach sieben Remis mit einer offensiven Spielweise punkten: Der Herausforderer wählte die Hauptvariante mit 3.d4 gegen die Sizilianische Verteidigung. Damit war der offene Schlagabtausch vorgezeichnet. Er war in einem Nebenabspiel der Sveshnikov-Variante sehr gut vorbereitet und verbrauchte bis zum 20. Zug fast keine Zeit.

Schwacher Bauernzug statt Angriff

Carlsen hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits eine Schwächung des Königsflügels erlaubt und musste mitansehen, wie Caruana im Zentrum mit 21.c5 klassisch durchbrach. Im 24. Zug verpasste Caruana es allerdings, mit 24.Dh5 den Angriff am Königsflügel zu suchen. Stattdessen folgte 24.h3 und Carlsen war wieder im Spiel.

Der Weltmeister wehrte danach alle Drohungen routiniert ab. Es entstand ein Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern und jeweils einem Turm, wonach das Remis nicht zu vermeiden war - wieder einmal.

Die neunte Partie in London findet am Mittwoch statt (16 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE). Carlsen wird dann wieder mit Weiß eröffnen. Das Match in London ist auf zwölf Partien angesetzt. Wer zuerst 6,5 Punkte erreicht, krönt sich zum Weltmeister. Bei Gleichstand erfolgt ein Tiebreak mit verkürzter Spielzeit. Der Sieger einer Begegnung erhält einen Punkt, bei einem Remis bekommen beide Spieler jeweils 0,5 Punkte.

mfu



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pirx64 20.11.2018
1.
Immer wieder der pauschale Verweis auf ungleichfarbige Läufer um ein Remis zu begründen. Mag in etlichen Stellungen zutreffen, aber ist kein Gesetz. Solange noch andere Figuren im Spiel sind, kann ein Angreifer daraus Vorteil erzielen.
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