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Final-Verliererin Williams: Auch in der Niederlage ein Champion

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Fotostrecke: Hurra, ich habe verloren Fotos
AFP

Serena Williams hat das Finale von Melbourne zwar verloren, aber mit ihrer fairen Haltung gegenüber Angelique Kerber neue Sympathien hinzugewonnen. An ihrer souveränen Stellung im Frauentennis ändert die Niederlage ohnehin nichts.

Serena Williams hat Verlieren eigentlich nie richtig gelernt. Nie lernen müssen. Sie ist diejenige, die den Tennissport bei den Frauen beherrscht, und nicht erst seit dieser Saison, sondern schon seit weit über zehn Jahren. 21 Grand-Slam-Einzeltitel hat sie schon gewonnen, der 22. war für Melbourne ganz fest vorgesehen. Wie bitter muss es dann sein, wenn man im Finale anerkennen muss, auf eine Bessere gestoßen zu sein? Eigentlich müsste sich Serena Williams nach der Niederlage gegen Angelique Kerber vergraben.

Und was tut sie? Sie lacht, sie giggelt mit ihrer Besiegerin, sie sagt zu Kerber: "Angie, du bist die verdiente Siegerin. Ich hoffe, du genießt diesen Moment." Serena Williams hat schon so unglaublich viel gewonnen, dann ist es möglicherweise einfacher zu gönnen. Aber es war ein großer Moment einer großen Sportlerin.

277 Wochen stand und steht sie als Tennisprofi auf Platz eins der Weltrangliste, und es ist immer noch niemand in Sicht, der sie in absehbarer Zeit dort herunterholen könnte. In dieses Endspiel von Melbourne ist sie ohne Satzverlust gestürmt, ein Erfolg über Kerber war an sich ausgemacht, aber Williams ist mittlerweile ein solcher Souverän im Frauentennis, dass sie problemlos anerkennen kann, wenn jemand nicht nur auf Augenhöhe gegen sie spielt, sondern sogar noch ein bisschen darüber hinaus.

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Australian Open: Kerbers Triumph in Melbourne
Es war sicherlich an diesem Finaltag nicht die Glanzvorstellung von Serena Williams. Vor allem im ersten Satz machte sie für ihre Verhältnisse erstaunlich viele Fehler, dennoch hat sie diese Partie nicht verloren, sondern Kerber hat sie gewonnen. Auch deswegen war die Verliererin am Ende so wenig angefressen, geradezu gelöst. Gegen eine noch Bessere zu verlieren, das passiert einer Serena Williams zwar selten, aber es passiert. Und dann ist das so.

Williams wird in diesem September 35 Jahre alt, ihre sportliche Laufbahn wird nicht mehr ewig währen. Es fehlt ihr noch ein Grand-Slam-Erfolg, um die Bestmarke von Steffi Graf zu knacken. Bei den US Open im Vorjahr hat sie das nicht geschafft, jetzt in Australien auch nicht.

Aber daraus einen Karriereknick zu konstruieren, wäre vermutlich falsch. Williams hat jetzt wieder ernst zu nehmende Gegnerinnen, das hat das Finale von Melbourne gezeigt. Und sie scheint sich so richtig darauf zu freuen, es denen bei nächster Gelegenheit heimzuzahlen.

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Australian-Open-Siegerin Kerber: Der Weg zum Titel

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insgesamt 39 Beiträge
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1. Tolle Fotos
prologo 30.01.2016
Danke dafür. Ich habe das Match live gesehen, im privaten Zahlfernsehen, es war super. Leider kann man die ÖR Gebühren nicht kündigen. Ich finde, das ist eine Zwangsabgabe, für das Staatsfernsehen. Aber man kann sich nicht einmal wehren, dagegen.
2. 22 oder 24
chrecht 30.01.2016
In allen Artikeln zu dem sensationellen Erfolg durch Kerber wird geschrieben dass Graf den "Rekord" mit 22 Titeln trägt. Warum wird hir Serena an einem nationalem Rekord gemessen ? Margaret Smith Court hat 24 Grand Slams gewonnen. Ob "Profi" oder nicht... Also nochmal: Persönliche Höchstleistung bei Graf sind 22 Titel. Der Rekord liegt aber bei 24 durch Margaret Smith Court.
3. Super SPON,
kugelsicher 30.01.2016
dass ihr auch einen Artikel über diese überaus faire, ausnahmsweise mal Verliererin gemacht hat. Mit erscheint ihre Anerkennung absolut echt zu sein. Großartig. Sie muss es keinem mehr beweisen. Und ich möchte jetzt bitte keine Vergleiche zu Steffi Graf lesen. Das sind zwei komplett andere Schuhe bzw. Situationen, die lassen sich kaum vergleichen. Ich sage nur Seles Attentat.
4. Dann: Herzlichen Glückwunsch an beide Spielerinnen!
Balte 30.01.2016
Ja, die faire Reaktion von Serena Williams war nicht selbstverständlich, in unserer heutigen Ego-Zeit erst recht nicht! Dass sie soviele Grand Slams für sich entscheiden konnte, macht ihr großartiges Verhalten gegenüber Angelique Kerber nicht weniger herzlich. Ich denke, es war der Beweis dafür, dass man im Sport doch noch die Leistung einer momentan Besseren anerkennen kann. Und dafür verdient Serena Williams Respekt und Sympathien!
5. Das lief auch bei Eurosport
joe_ucker 30.01.2016
Also nix bezahlen - ausser von Werbung gemartert zu werden. Und ich zahle gerne die 17 Euro irgendwas an die ÖR für ihr breites Angebot - die haben wenigstens Infosendungen wo man nicht mit Endlosschleifen und Flachinfo gefoltert wird.
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