Siebte Tour-Etappe Cavendish besiegt Greipel im Zielsprint

Zweiter Erfolg für Mark Cavendish: Der Brite setzte sich auf der siebten Etappe der Tour de France gegen Alessandro Petacchi und André Greipel durch. Thor Hushovd verteidigte das Gelbe Trikot. Überschattet wurde das Rennen vom Sturz eines Mitfavoriten.

AFP

Hamburg - Wenige Meter vor dem Ziel fuhr Radprofi André Greipel aus dem Hintergrund nach vorne. Nur Mark Cavendish und Alessandro Petacchi konnten mithalten. Zum ersten deutschen Tagessieg bei der 98. Tour de France reichte es aber nicht. Der Brite Cavendish rollte nach dem Massensprint auf der siebten Etappe als Erster über die Ziellinie - und feierte damit seinen zweiten Tagessieg.

"Wenn ich mir alle Etappen in diesem Jahr anschaue, dann ist das diejenige gewesen, die ich unbedingt gewinnen wollte", sagte Cavendish vom Team HTC-Highroad. Vor drei Jahren hatte der 26-Jährige an selber Stelle seinen ersten Tour-Etappensieg eingefahren. Greipel war nach der knappen Niederlage enttäuscht: "Wenn man gewinnen will, muss man etwas riskieren", sagte der 28-Jährige nach seiner Attacke beim Zielsprint.

Im Gesamtklassement verteidigte der Norweger Thor Hushovd seine Führung ohne Probleme - er liegt weiterhin eine Sekunde vor dem Australier Cadel Evans. Als bester Deutscher liegt Andreas Klöden mit einem Rückstand von zehn Sekunden auf Platz fünf. Der 36-Jährige hatte am Freitag abseits der Strecke mit einem Streit beim Internetportal Twitter für Schlagzeilen gesorgt. Titelverteidiger Alberto Contador und Andy Schleck kamen ebenfalls mit dem Hauptfeld ins Ziel - der Spanier liegt in der Gesamtwertung 1:30 Minuten hinter seinem Konkurrenten aus Luxemburg.

Rojas in Grün, Gesink in Weiß

Neuer Träger des Grünen Trikots ist der Spanier José Joaquín Rojas. Er löste Philippe Gilbert in der Sprintwertung ab. In der Nachwuchswertung übernahm Robert Gesink vom Team Rabobank das Weiße Trikot. Das Gepunktete Trikot der Bergwertung trägt nach wie vor der Niederländer Johnny Hoogerland.

Überschattet wurde die Etappe von einem Sturz des Mitfavoriten Bradley Wiggins. Der Brite stürzte 36 Kilometer vor dem Ziel und konnte nicht mehr weiterfahren. Er wurde mit Verdacht auf einen Schlüsselbeinbruch ins Krankenhaus gebracht. Auch Christopher Horner, einer von vier Kapitänen des Teams RadioShack, und Gerald Ciolek waren in den Sturz verwickelt, konnten die Etappe aber noch zu Ende fahren.

Neben Wiggins musste mit Tom Boonen ein weiterer Tour-Fahrer aufgeben. Der belgische Weltmeister von 2005 stieg 130 Kilometer vor dem Zielort verletzt aus. Der 30-Jährige hatte sich bei einem Sturz auf der fünften Etappean der Schulter und am Kopf verletzt und klagte seitdem unter anderem über heftige Kopfschmerzen. Die sechste Etappe war er am Donnerstag noch zu Ende gefahren.

Starker Gegenwind zwischen Le Mans und Châteauroux

Auf der 218 Kilometer langen Strecke von Le Mans nach Châteauroux hatten die Radprofis zeitweise mit starkem Gegenwind zu kämpfen. Die Führungsarbeit im Hauptfeld übernahmen das Hushovd-Team Garmin-Cervélo und der Rennstall HTC-Highroad um den späteren Sieger Cavendish.

Der Franzose Yannick Talabardon (Team Saur-Sojasun) hatte bereits nach wenigen Kilometern einen Ausreißversuch gestartet. Mickaël Delage, bereits zum dritten Mal in einer Fluchtgruppe dabei, Gianni Meersman (beide vom Team Française des Jeux) sowie Pablo Urtasun aus dem Rennstall Euskaltel-Euskadi schlossen sich dem Ausreißer an. Zwischenzeitlich lag das Quartett knapp acht Minuten vor dem Peloton. Zwölf Kilometer vor dem Ziel wurde die Gruppe wieder vom Hauptfeld eingeholt.

klu/dapd/dpa

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