Sieg beim Einzelzeitfahren Martin krönt seine mäßige Tour

Es ist der bislang größte Erfolg seiner Karriere: Tony Martin triumphierte bei der vorletzten Etappe der Tour de France im Zeitfahren. Es war der zweite deutsche Tagessieg bei der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt - dennoch zog Martin ein kritisches Fazit.

AP

Hamburg - Nach seiner Triumphfahrt fiel er im Ziel fast vom Rad und schnappte nach Luft. Doch Tony Martin strahlte. Nach einer insgesamt enttäuschenden Tour de France hatte der Radprofi vom Team HTC Highroad am vorletzten Tag zugelegt und im Zeitfahren seinen ersten Etappensieg bei der wichtigsten Rundfahrt der Welt gefeiert. "Das ist die Erfüllung eines langgehegten Traums", sagte der 26-Jährige. "Das ist mein größter Sieg."

Nach 42,5 Kilometern rund um Grenoble lag Martin sieben Sekunden vor dem Toursieger Cadel Evans aus Australien und 1:06 Minuten vor Titelverteidiger Alberto Contador aus Spanien. Seinen großen Rivalen Fabian Cancellara hatte Martin deutlich abgehängt. Der Weltmeister und Olympiasieger war 1:42 Minuten langsamer als Martin. Allerdings hatte der Schweizer im Gegensatz zum Deutschen eine zum Teil noch regennasse Straße. "Wenn man gegen einen Cancellara im Zeitfahren antritt, ist er immer der Über-Gegner", lobte Martin seinen unterlegenen Kontrahenten.

Nach mehreren Enttäuschungen und Stürzen in den drei Tour-Wochen gelang Martin doch noch ein Happy End bei der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt. "Beim Zeitfahren merke ich immer auf den ersten ein, zwei Kilometern, ob es geht. Heute hatte ich ein Super-Feeling", sagte Martin.

Zeitfahrspezialist auf bekanntem Terrain

Sein entscheidender Vorteil war, dass er den schwierigen Parcours mit zwei Steigungen im Gegensatz zu vielen Gegner bestens kannte. Im Juni gewann er auf exakt demselben Kurs schon das Zeitfahren bei der Dauphiné Libéré. "Das hat mir unglaubliches Selbstvertrauen gegeben." Dennoch hätte ihn ein Malheur beinahe um den Erfolg gebracht, als er einem Sky-Begleitwagen nur knapp ausweichen konnte. "Ich habe mein Körpergewicht in letzter Sekunde noch verlagert", sagte Martin.

Zwei WM-Bronzemedaillen gewann er bislang, bei der Tour wurde er im Vorjahr zweimal Tageszweiter hinter Cancellara - im Prolog und im Zeitfahren. Nun trug er sich erstmals in die Siegerliste ein und sorgte nach dem Sprintsieg von André Greipel für den zweiten deutschen Erfolg bei dieser Tour.

Dennoch wird Martin die Rundfahrt nicht als Erfolg verbuchen, das stellte er schon wenige Minuten nach seinem Triumph in Grenoble klar. "Sportlich gesehen wäre mir ein achter Platz im Gesamtklassement lieber gewesen", resümierte er. Vor der letzten Etappe nach Paris liegt er im Gesamtklassement auf Platz 44. Schon in den Pyeräen hatte Martin den Kontakt zu den Tour-Favoriten verloren.

ham/dpa



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insgesamt 2 Beiträge
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LuisCortez 23.07.2011
1. Riesen Potential
Tony Martin hat definitiv ein riesen Potential. Aber ich rate ihm, dass er sich nicht zu sehr von der deutschen Presse unter Druck setzen lassen soll. Seine Zeit wird kommen.
rulamann 24.07.2011
2. 213123
Der ist einfach kein Champion, ruht sich am Tag vorher aus um dann mit 7 Sekunden am Tag danach gegen einen wahren Champion zu gewinnen, schlafen am ersten Berg die Beine ein, nee das wird nie was, falsches Team.
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