Silvesterläufe Kenianer räumen ab

Kenias Langstreckenläufer dominierten die Silvesterläufe in Sao Paulo und Trier. In der Moselstadt allerdings hätte der Wattenscheider Alexander Lubina fast für einen Heimsieg gesorgt.


Sao Paulo - Die 78. Auflage des Silvesterlaufs in Sao Paulo entschied bei 36 Grad Marathon-Spezialist Robert Cheruiyot für sich, in Trier siegte Wilson Chemweno bei Temperaturen um den Gefrierpunkt.

Sieger in Sao Paulo: Robert Cheruiyot aus Kenia
DPA

Sieger in Sao Paulo: Robert Cheruiyot aus Kenia

Beim ältesten Silvesterlauf der Welt litten 15.000 Teilnehmer unter der Hitze. Obwohl Duschen zur Abkühlung an der Strecke installiert worden waren, hatten die Sanitäter in Sao Paulo alle Hände voll zu tun. Rund 200 Sportler mussten ärztlich behandelt werden, die sechstplatzierte Kenianerin Gladys Asiba Kwamboka wurde sogar mit dem Notarztwagen ins Krankenhaus eingeliefert.

Cheruiyot setzte sich über die 15-Kilometer-Distanz in 44:59 Minuten vor dem Brasilianer Marilson dos Santos (45:06) und seinem Landsmann Paul Kirui (45:16) durch. Kenia ist mit acht Siegen vor Brasilien (sieben) jetzt alleine die erfolgreichste Nation bei dem seit 1925 ununterbrochen ausgetragenen Silvesterlauf-Klassiker. Bei den Frauen gab es einen Dreifach-Triumph der Gastgeberinnen mit Paula Rezende (54:02) an der Spitze.

In Trier folgte einem plötzlichen Temperatursturz um 10 Grad auf Werte um den Gefrierpunkt der Favoritensturz: Anstelle des dreimaligen Gewinners Daniel Gachara, der diesmal nur Sechster wurde, sorgte Wilson Chemweno für den elften kenianischen Sieg im 13. Veranstaltungsjahr.

Überraschender Zweiter über die 8-Kilometer-Strecke wurde der deutsche 10.000-Meter-Meister Alexander Lubina (Wattenscheid). Im Fotofinish eines Quintetts lag der 24-jährige Chemweno in 23:00 Minuten nur um einen Wimpernschlag vor Lubina, seinem Landsmann Lord Torome (beide 23:01), dem Russen Alexander Wassiliew sowie Sammy Kipruto, ebenfalls aus Kenia (beide 23:02).

Ein gelungenes Comeback nach 16-monatiger Verletzungspause feierte Irina Mikitenko. Die Olympiafünfte aus Frankfurt musste sich über fünf Kilometer in 15:47 Minuten nur der siegreichen Cross-Weltmeisterin Edith Masai aus Kenia (15:29) und Retistuta Joseph aus Tansania (15:45) geschlagen geben.



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