Heinevetter gegen Kritiker "So einen Mist will ich nicht mehr hören"

Torwart Silvio Heinevetter ist nach dem deutschen EM-Sieg über Tschechien bei der Handball-EM der Kragen geplatzt. Der Nationalspieler verwahrte sich gegen Kritik an Bundestrainer Christian Prokop.

Nationaltorwart Silvio Heinevetter
Bongarts/Getty Images

Nationaltorwart Silvio Heinevetter


Nationaltorhüter Silvio Heinevetter hat sich mit emotionalen Worten gegen die Kritik an den deutschen Handballern in den vergangenen Tagen positioniert. "Mir geht das tierisch auf den Zeiger. Von wegen wir entscheiden alles alleine und lassen den Trainer außen vor. So ein Schwachsinn", sagte Heinevetter nach dem 22:19 (9:10) der deutschen Mannschaft zum EM-Hauptrundenauftakt gegen Tschechien.

"Wir sind hier nicht als Einzelspieler hergereist sondern als Mannschaft. Und da gehört der Trainer genauso mit dazu", so der Keeper von den Füchsen Berlin weiter: "So einen Mist will ich nicht mehr hören. Lasst uns mal wieder als Einheit zusammenstehen." Heinevetter war mit 41 Prozent gehaltener Bälle überragender Akteur im Team von Bundestrainer Christian Prokop beim mühevollen Erfolg gegen die Tschechen.

aha/sid



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Arnos_Weltbild 19.01.2018
1. Er hat doch recht
Die Leistungsdichte beim internationalen Handball ist enorm. Und ein Reiz des SPorts liegt darin, dass nicht immer die gleiche Mannschaft gewinnt, weil Tagesform, Einstellung, Vorbereitung einen großen Einfluss hat. Bei der letzten EM ist UNS (der deutschen Mannschaft) ein Sieg gelungen, den kaum einer erwartet hat. Und diesmal wird vielleicht (wahrscheinlich) der Europameister eben nicht Deutschland heißen. Aber wir sind dabei, es macht Spaß, die Spiele zu sehen und dem Handball-Sport ein Bühne zu bereiten. Was will man mehr? Den Elan, den wir vor 2 Jahren hatten, hat eben diesmal vielleicht Tschechien. Man kann nicht jedes mal als Nobody Europameister werden.
wetzer123 19.01.2018
2. Finde ich völlig ok
wie Heinevetter reagiert. Die Kritik scheint mir aber genauso gerechtfertigt. Wenn man das mit vor 2 Jahren vergleicht hatte man bei Sigurðsson immer die Sicherheit, dass er einen auf den jeweiligen Gegner abgestimmten Plan hat, bei Prokop hat man diesen Eindruck leider gar nicht.
joe.micoud 20.01.2018
3.
Am besten sind die, die meinen Deutschland würde gegen Dänemark sowieso verlieren und Tschechien wäre ja so eine Truppe, die Deutschland einfach mal so weghaut. Blöd nur, dass eben jene Tschechen gegen eben jene Dänen gewonnen haben. Und nun? Die Antwort und der Grund stehen sehr schön erklärt in Beitrag 1.
neutralfanw 21.01.2018
4.
Viele Deutschen glauben, überall Europa-/ Weltmeister sein zu müssen. Auch andere Nationen haben sehr gute Sportler, gegen die man auch verlieren kann. Es gibt immer Gewinner und Verlierer. Auch das muss gelernt sein. Fans und Presse suchen nur nach Schuldigen („Verantwortliche“ klingt besser). Es will mir doch niemand sagen, dass die Handballer gerne verlieren oder bewusst schlecht spielen. Also muss der Trainer der Schuldige sein? Das Handballspielniveau ist weltweit ausgeglichener geworden. Das Foulspiel ist bis ins unermessliche gestiegen. Was ist eigentlich nicht erlaubt beim Spiel?
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