Skandal-Boxer: Ausraster kosten Chisora 100.000 Dollar

Ohrfeige + Spuckattacke + Schlägerei = 100.000 Dollar Strafe. Auf diese Rechnung kommt der Bund Deutscher Berufsboxer im Fall Dereck Chisora. Die Summe wird von der Börse des Briten aus dem Kampf gegen Vitali Klitschko eingefroren - und es drohen noch härtere Konsequenzen.

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Skandal-Boxer Chisora: Über Sperren wird noch beraten

Hamburg - Skandal-Boxer Dereck Chisora sind 100.000 Dollar (75.225 Euro) von seiner Kampfbörse aus dem WM-Duell gegen Vitali Klitschko abgezogen worden. Diesen Betrag hat der Bund Deutscher Berufsboxer (BDB) eingefroren. Zunächst war lediglich von 70.000 Dollar die Rede. Damit wurden dem 28 Jahre alten Engländer lediglich 400.000 Dollar ausgezahlt.

Nicht ganz selbstlos, geht doch eine Hälfte der einbehaltenen Summe an den BDB. Der Rest wird an karitative Einrichtungen des Weltverbandes WBC verteilt. "50.000 Dollar sind für die Ohrfeige an Vitali Klitschko, 25.000 für die Spuck-Attacke gegen Wladimir Klitschko und 25.000 für die Schlägerei mit David Haye", sagte BDB-Präsident Thomas Pütz. Das letzte Wort über die Höhe des Strafgeldes hat der WBC.

Über eine Sperre in Deutschland entscheidet der BDB erst, wenn der englische Verband sein Strafmaß mitgeteilt hat. Das wird voraussichtlich in der kommenden Woche der Fall sein. Pütz hat einen Bericht an den WBC und an den englischen Verband geschickt. Zusätzlich zu der 100.000-Dollar-Strafe lautet seine Empfehlung: lebenslange Sperre.

Chisora hatte am vergangenen Samstag in München gegen Klitschko nach Punkten verloren und sich bei der anschließenden Pressekonferenz mit seinem Landsmann, dem früheren Weltmeister Haye geprügelt. Die Münchner Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

luk/dpa

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insgesamt 2 Beiträge
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1. Alles nur Show!
hienstorfer 23.02.2012
....wahrscheinlich hat er 200.000 Euro bekommen - vom Chef-Dramaturgen/Chef-Promoter des Boxkampfes!
2. Blöde Idee!
Vito.Andolini 23.02.2012
Zitat von hienstorfer....wahrscheinlich hat er 200.000 Euro bekommen - vom Chef-Dramaturgen/Chef-Promoter des Boxkampfes!
Das sollte mich nicht wundern. Was für eine blöde Idee, den Chisora sperren zu wollen (und dann auch noch lebenslang!!!). Die Boxverbände sollen doch froh sein, daß mal wieder ein richtiger Boxer herangewachsen ist, der nicht nur eine große Klappe, sondern auch hohe boxerische Fähigkeiten hat. Er könnte ein zweiter Mike Tyson werden und wieder für Spannung im Schwergewichtsboxen sorgen. Diese andauernde Heuchelei (Empörung, Entsetzen etc.) wegen dessen Verhalten ist kaum noch zu ertragen. Gute Boxer sind fast immer brutale Leistungsträger des Physischen, die auch aufgrund ihrer Herkunft keine realistischen Chancen auf ein erfolgreiches Leben außerhalb des Sports haben. Man kann sie nicht behandeln wie Schachspieler o.ä. Fritz Sdunek hat ganz zu Recht darauf hingewiesen, daß es z.B. im Fußball und im Eishockey immer wieder mal zu ähnlichen Aktionen kommt, die dann sogar noch zu erheblichen Verletzungen führen. Also sollte man den Chisora nun in Frieden und bald wieder boxen lassen...
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Box-Eklat in München: Aufmerksamkeit um jeden Preis

Box-Glossar
Beim Boxen ist die Stellung der Kämpfer ausschlaggebend, dazu kommen in der Regel drei verschiedene Schlag-Varianten zum Einsatz. Diese werden untereinander beliebig zu sogenannten Schlag-Kombinationen zusammengefügt. Ebenfalls ein probates Mittel ist das Klammern, um sich aus ungünstigen Situationen zu befreien.

  • Auslage: Unter der Auslage eines Boxers versteht man die Stellung und Richtung zum Gegner. Die Kämpfer stehen dabei einander nicht frontal, sondern versetzt gegenüber, wobei diejenige Hand, die dem Gegner näher ist, als Führhand, die hinten liegende Hand als Schlaghand bezeichnet wird. Da die meisten Menschen Rechtshänder sind, gilt die Linksauslage als normal und wird meistens Normalauslage genannt. Bei ihnen stehen linkes Bein und linke Hand näher zum Gegner - in der Rechtsauslage entsprechend andersherum.

    Jab: Eine abrupt geschlagene Gerade mit der Führhand. Der Schlag hat zumeist den Kopf zum Ziel. Der Jab zählt dabei nicht zu den stärksten Schlägen, nur selten geht ein Boxer nach einem einzelnen Jab zu Boden.

    Cross: Eine Gerade, die mit der Schlaghand geschlagen wird. Die Schlaghand wird vom Kinn auf einer geraden Linie ins Ziel geführt. Die Führhand wird dabei zurückgenommen, um das Kinn zu schützen. Der Cross ist ein sogenannter Powerpunch.

Haken: Ein Schlag, bei dem zwischen Kopf- und Körperhaken unterschieden wird. Zum Einsatz kommt der Haken beim Boxen in der Halbdistanz. Der Schlag eignet sich vor allem als K.o.-Schlag, da er zumeist von der Seite kommt und so durch die Deckung des Gegners geht.

Klammern: Eine taktische Maßnahme, um sich eine Pause zu verschaffen oder sich aus einer ungünstigen Position zum Gegner zu befreien. Der Ringrichter muss die Kontrahenten aus der Klammerung trennen, so dass eine neue Kampf-Situation entsteht. Klammern stellt einen Regelverstoß dar, der aber aufgrund der Häufigkeit oft geduldet wird. Ab einem gewissen Grad wird das Vergehen jedoch mit Verwarnungen und damit mit Punktabzügen bestraft.
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