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Sportausschuss-Vorsitzende Freitag: "Der Sport kriegt das Dopingproblem allein nicht in den Griff"

Fall Pechstein, Fußball-Wettskandal, Leichtathleten unter Dopingverdacht: Die Glaubwürdigkeit des deutschen Sports ist erschüttert. Dagmar Freitag, neue Vorsitzende des Bundestags-Sportausschusses, erklärt im Interview, warum sie den Verbänden die Aufarbeitung nicht zutraut - und was daraus folgt.

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Sport und Politik: Doping, Wettskandal und eine Bewerbung
SPIEGEL ONLINE: Frau Freitag, nach Ihrer Wahl zur Vorsitzenden des Sportausschusses muss Ihnen ja helle Begeisterung aus den Sportverbänden entgegengeschlagen sein.

Dagmar Freitag: Wieso?

SPIEGEL ONLINE: Weil der organisierte Sport so froh war, dass er Ihren Vorgänger Peter Danckert losgeworden ist - dessen Stil häufig konfrontativ und plakativ war. Wird das auch Ihre Art sein?

Freitag: Jeder Vorsitzende hatte bisher seinen eigenen Stil. Ich bin sicher, dass man das am Ende der Wahlperiode auch von mir sagen wird.

SPIEGEL ONLINE: Danckert hat mit seiner Art zumindest dazu beigetragen, dass der Sportausschuss mittlerweile öffentlich wahrgenommen wird.

Freitag: Zweifellos. Aber das liegt sicher auch daran, dass wir Öffentlichkeit hergestellt haben. Wir sind ja der einzige Bundestagsausschuss, der grundsätzlich öffentlich tagt. Das tut der politischen Streitkultur gut.

SPIEGEL ONLINE: Der Sport ist nicht immer begeistert, wenn sich die Politik einmischt und beharrt auf seiner Autonomie. Wünschen Sie sich da mehr Einfluss?

Freitag: Wir haben jetzt schon alle Möglichkeiten. Wir sind der Gesetzgeber. Die Autonomie des Sports ist anzuerkennen, aber sie endet da, wo Maßnahmen des Gesetzgebers gefragt ist. Es kann nicht sein, dass wir als öffentliche Hand nur zahlen, aber nichts zu sagen haben. Wir haben die Pflicht, uns einzumischen - auch wenn es einigen mal unbequem erscheint.

SPIEGEL ONLINE: Seit 15 Jahren sind Sie Mitglied im Sportausschuss - das sind 15 Jahre mit dem Dauerthema Doping. Das Thema ist so aktuell und ungelöst wie eh und je.

Freitag: Es ist schon frustrierend, ich wäre gerne weiter. Die Politik hat allerdings in all diesen Jahren auch nicht immer die Kraft aufgewandt, sich in dieser Frage gegen den organisierten Sport durchzusetzen. Aber ich gebe nicht auf.

SPIEGEL ONLINE: Tut der organisierte Sport zu wenig?

Freitag: Ich bin zumindest sicher: Der Sport allein ist definitiv nicht in der Lage, all die Probleme wirkungsvoll zu bekämpfen.

SPIEGEL ONLINE: Wäre ein Anti-Doping-Gesetz die Lösung?

Freitag: Ich lasse mich in der Dopingbekämpfung von einem Satz leiten: Es geht um das Wohl der sauberen Sportler. Das ist meine politische Maxime. Einfache Lösungen gibt es aber nicht. Das Problem Doping ist ungeheuer komplex. Wir haben versucht, über das Arzneimittelgesetz zu einer besseren Bekämpfung zu kommen. Da ist immerhin etwas passiert. Solange wir jedoch beispielsweise nur eine Schwerpunktstaatsanwaltschaft zum Thema Doping haben - Bayern nimmt da eine Vorreiterrolle ein - sind die wenigen Verfahren, die es bislang gab, nicht besonders erfolgversprechend. Da braucht man wirkliche Profis.

SPIEGEL ONLINE: Es wird diskutiert, den Straftatbestand Sportbetrug einzuführen. Bringt das etwas?

Freitag: Das würde ich gerne intensiver diskutieren. Es gibt von Juristen unterschiedliche Einschätzungen. Wir sollten diese Forderung vorurteilsfrei debattieren. Aber das wird vom organisierten Sport nicht gewünscht.

SPIEGEL ONLINE: Die Öffentlichkeit erwartet nun mal, dass ein Athlet Erfolge bringt. Da bleibt die Versuchung groß, Leistung zu manipulieren.

Freitag: Das ist auch eine gesellschaftspolitische Diskussion. Ist Erfolg wirklich nur Platz eins, zwei, drei? Müsste man nicht auch bereit sein zu sagen: Auch wer Siebter oder Achter bei einer WM oder bei Olympia wird, ist Weltklasse. So ein Denken funktioniert natürlich nicht mit dem Blick auf den Medaillenspiegel bei Olympia.

SPIEGEL ONLINE: Ob Deutschland in Vancouver die Nummer eins in der Nationenwertung belegt ist Ihnen demnach egal?

Freitag: Das ist für mich in der Tat nicht vorrangig. Jeder Athlet hat den Anspruch, seine bestmögliche Leistung abzurufen und nach Möglichkeit zu gewinnen. Platz eins anzustreben ist schließlich nicht von vornherein verwerflich. Manchmal sind aber die anderen einfach besser, auch saubere Athleten. Es steht uns nicht zu zu sagen: Die, die besser sind als die Deutschen, dopen grundsätzlich. Ich freue mich über viele individuelle Erfolge in Vancouver, aber natürlich auch über den Platz eins sauberer deutscher Sportler.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 4 Beiträge
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1. Was heisst hier
markolito1 27.01.2010
des "deutschen Sportes". Dieses Problem haben alle Länder. Sport sollte für die Erholung und Gesundhaltung des Körpers dienen. Zu mehr nicht !! Daher schaue ich mir schon lange keine Wettkämpfe mehr an, da man eh nie weiss, ob nun Bayer oder BASF ( und div. andere)gewonnen.
2. Die Reklamesäulen
idealist100 27.01.2010
Zitat von markolito1des "deutschen Sportes". Dieses Problem haben alle Länder. Sport sollte für die Erholung und Gesundhaltung des Körpers dienen. Zu mehr nicht !! Daher schaue ich mir schon lange keine Wettkämpfe mehr an, da man eh nie weiss, ob nun Bayer oder BASF ( und div. andere)gewonnen.
Die Reklamesäulen sollte man sich auch nicht mehr antun. Die verdienen doch mehr als Werbeträger aber nur wenn sie auf dem Podest stehen. Das heisst es muss eingeworfen werden welches auch die Position Podestplatz sicher stellt. Da das aber ausnahmslos alle machen muss halt immer mehr eingeworfen werden. So ist das nun einmal "Leistung muss sich lohnen" sagt doch auch unsere Möwnpickpartei.
3. Ganz einfach
mzwk 27.01.2010
Macht pro Sportart einfach zwei Ligen: Eine gedopte, eine Legitime.
4. Glaubwürdigkeit des Sports
meyer-horst 28.01.2010
Zitat von sysopFall Pechstein, Fußball-Wettskandal, Leichtathleten unter Dopingverdacht: Die Glaubwürdigkeit des deutschen Sports ist erschüttert. Dagmar Freitag, neue Vorsitzende des Bundestag-Sportausschusses, erklärt im Interview, warum sie den Verbänden die Aufarbeitung nicht zutraut - und was daraus folgt. http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,673417,00.html
Das ehemalige IOC-Mitglied und NOK-Präsident von Deutschland Willi Daume gab bereits vor 30 Jahren den Hinweis, dass mit der zunehmenden Kommerzialisierung des Sports die Gefahr der Unfairness größer wird. In der Tat war der bis 1976 geltende Amateur-Paragraph für den Olympischen Sport ein Regulativ, nachdem Olympische Sportler keine (!) finanziellen Vorteile aus der Ausübung ihres Sport ziehen durften und Doping auch schon damals verboten war. Unter diesen Bedingungen war es mir immerhin möglich 6-facher Welt- und Europameister und Olympiasieger im Rudern zu werden. Persönlich finanzielle Vorteile durch die sportliche Leistungen zu erreichen gepaart mit Charakterlosigkeit und Unfairness sind der Nährboden für Leistungsmanipulation durch Doping. Dem werden auch gesetzliche Maßnahmen nur Einhalt gebieten können, wenn sie durchsetzbar sind und international vergleichbar angewandt werden. Der DOSB sollte sich vielmehr auf diejenigen Sportarten bei der Kontrolle von Manipulationsmöglichkeiten (Doping, Wettbetrug etc.) konzentrieren, deren Sportler/innen dadurch überdurchschnittliche finanzielle Vorteile erreichen können.
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Zur Person
DPA
Dagmar Freitag, wurde im November zur neuen Vorsitzenden des Sportausschusses im Bundestag gewählt. Die SPD-Politikerin gehört bereits seit 1994 dem Gremium an und ist als Vorsitzende Nachfolgerin des populären Parteifreundes Peter Danckert, der in den Haushaltsausschuss wechselt. Die 56-jährige Lehrerin für Sport und Englisch ist zudem Vizepräsidentin des Deutschen Leichtathletik-Verbandes DLV.

Dopingsubstanzen und ihre Wirkung
Epo/HGH
Die Ausdauerleistung ist wesentlich davon abhängig, wie gut der Körper Sauerstoff aufnehmen kann. Das Hormon Erythropoetin (Epo) stimuliert die Produktion roter Blutkörperchen. Die erhöhte Anzahl der im Organismus zirkulierenden Erythrozyten verbessert die Kapazität des Blutes, Sauerstoff aufzunehmen und steigert damit Ausdauerleistungsfähigkeit.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) verbietet den Gebrauch von Epo seit langem. Seit 1983 ist es möglich, Epo synthetisch herzustellen. Entwickelt wurde es für Patienten mit schweren Nierenleiden, die an Blutarmut leiden.

Das Wachstumshormon HGH wird bei Kleinwüchsigkeit eingesetzt. HGH lässt nicht nur die Muskeln, sondern auch die Knochen wachsen, das führt zu langen Gliedmaßen, einem verformten Kopf und Riesenhänden. Zudem verändert sich die Struktur der Organe. (mit dpa)
Anabolika
Anabolika sind künstlich hergestellte Verwandte des männlichen Sexualhormons Testosteron. Diese Steroid- oder Wachstumshormone haben sowohl eine den Muskelaufbau fördernde (anabole) als auch eine vermännlichende (androgene) Wirkung. Anabolika können als Tabletten als auch injiziert werden. In Deutschland sind sie rezeptflichtig, werden aber nur selten zur Therapie beispielsweise von Schwächezuständen eingesetzt.

Illegal werden Anabolika parallel zu entsprechendem Training eingenommen, um den Aufbau von Muskelmasse zu fördern – also als Dopingmittel missbraucht. Bekannte Anabolika-Präparate sind unter anderen Nandrolon, Metandienon und Stanozolol.
Stimulanzien
Als Stimulanzien (lat. stimulare = "anregen") werden Substanzen bezeichnet, die anregend auf den Organismus wirken. Sie stimulieren die Aktivität des Zentralnervensystems. Als Aufputschmittel werden sie kurz vor oder während des Wettkampfs eingenommen. Sie steigern die motorische Aktivität, erhöhen die Risikobereitschaft und vertreiben die Müdigkeit, aber auch das Gespür für die natürliche Leistungsgrenze. Bekannteste Stimulanzien sind Amphetamine, Kokain, Ephedrin und Koffein (nur in hohen Mengen verboten).

Viele Stimulanzien können bei regelmäßigem Konsum abhängig machen. Bei Überdosierung drohen je nach Substanz Bluthochdruck, Herzrasen, Schweißausbrüche und Übelkeit. Nach mehreren Todesfällen im Sport, die auf die Einnahme von Stimulanzien zurückzuführen waren, wurden sie 1967 auf die Dopingliste gesetzt.
Narkotika
Betäubungs- und Schmerzmittel wie Morphine werden eingesetzt, um bei Höchstleistungen auftretende Schmerzen zu unterdrücken - beispielsweise bei einem Marathon. Die Medikamente machen abhängig, weitere Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen und Kreislauflähmungen. Von Radsportlern werde berichtet, dass diese auf den letzten Kilometern gerne Alkohol trinken, sagt Patrick Diel vom Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin der Deutschen Sporthochschule Köln. "Das dämpft den Schmerz, liefert Energie und hebt die Stimmung."

Ebenso wie Amphetamine seien auch die meisten Narkotika leicht nachweisbar und würden deshalb eher selten im Spitzensport verwendet. Zudem handle es sich auch hierbei um eine "Wettkampf-Droge", die direkt beim jeweiligen Sportereignis eingenommen werden müsse. Entsprechend hoch sei die Gefahr der Entdeckung. (mit dpa)
Meldepflichten für Sportler
Übersicht über die neuen Regelungen ab 2009
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Ein-Stunden-Regelung
Die weitreichendste Veränderung 2009 ist die Einführung der Ein-Stunden-Regelung für die Top-Athleten (rund 1400). Die Nada hatte gemeinsam mit dem Deutschen Olympischen Sportbund und dem Innenministerium lange gegen die Einführung dieser Regel gekämpft, sie wurde dennoch in den Wada-Code aufgenommen und alle nationalen Organisationen sowie die internationalen Verbände sind nun verpflichtet, sie umzusetzen.

Die Ein-Stunden-Regelung besagt, dass der Athlet beziehungsweise die Athletin für jeden Tag eine Stunde benennt, in der er/sie an einem vorher benannten Ort anzutreffen sein muss. Die Stunde muss jeweils gegen Ende eines Quartals (am 25. des entsprechenden Monats) für die nächsten drei Monate im Voraus benannt werden, kann aber jederzeit verändert beziehungsweise aktualisiert werden. Wird der Athlet/die Athletin in dieser Stunde vom Kontrolleur nicht am benannten Ort angetroffen, bekommt er/sie einen so genannten Strike für ein Kontrollversäumnis.

Die Nada hält den Kreis der Athleten/innen, die von der Ein-Stunden-Regelung betroffen sind, so klein wie möglich. Also so klein, wie es nach den internationalen Regeln möglich ist. Betroffen sein werden hauptsächlich Sportler/innen, die unter Profibedingungen trainieren, so dass in vielen Fällen die Stunde in eine regelmäßige Trainingszeit gelegt werden kann. Möglich ist auch, sie in die frühen Morgenstunden zu legen, dann muss allerdings gewährleistet sein, dass das Klingeln gehört wird, wenn der Kontrolleur vor der Tür steht.

Quelle: Nada
Whereabouts
Weil die ausschließliche Anwendung der Ein-Stunden-Regelung im Anti-Doping-Kampf nicht ausreichen würde, muss auch außerhalb der anzugebenden Stunde getestet werden können. Die Athleten/innen sind deshalb verpflichtet, den Kontroll-Organisationen ihre Aufenthaltsdaten mitzuteilen. Und zwar in der Form, dass sie jeweils gegen Ende eines Quartals (jeweils am 25. März, am 25. Juni, am 25. September und am 25. Dezember) ihre Daten für die nächsten drei Monate angeben müssen (Whereabouts).

Den Top-Athleten/innen ist diese Pflicht in ähnlicher Form jeweils zum 30./31. dieser Monate bereits seit Oktober 2007 auferlegt. Bisher stand diese Regelung in Verbindung mit der Verpflichtung, sich ab- oder umzumelden, wenn man mehr als 24 Stunden von seinem gewöhnlichen Aufenthaltsort entfernt ist.

Die 24-Stunden-Regelung wird künftig dadurch ersetzt, dass die Pflege der Daten strenger erfolgen muss und in der Quartalsmeldung für jeden Tag die Wohn- beziehungsweise Übernachtungsadresse sowie regelmäßige Aktivitäten (beispielsweise Schule, Uni, Arbeitsplatz, Training, Wettkampftermine sowie die jeweils dazugehörige Adresse) anzugeben ist. Diese Angaben müssen natürlich jeweils den Gegebenheiten angepasst werden.

Wird ein/e Athlet/in nicht angetroffen, wird überprüft, ob der Grund darin liegt, dass die angegebenen Daten nicht stimmen. Wird dieser Fall festgestellt, wird ebenfalls ein Strike notiert.

Quelle: Nada
Testpool
Die Wada lässt zu, dass außer dem Testpool, für den die Ein- Stunden-Regelung gelten muss, weitere Testpools gebildet werden können. Die Nada hat deshalb die "Ein-Stunden-Athleten" im so genannten RTP (Registered Testpool, analog der internationalen Bezeichnung für den IRTP – International Registered Testpool – der internationalen Verbände) zusammengefasst. Das sind rund 700 Athleten/innen.
Dem RTP gehören künftig die von den internationalen Verbänden bereits erfassten Athletinnen und Athleten an, für die die Ein-Stunden-Regelung ohnehin gilt.

Dazu kommen die Athleten des bisherigen NTP (Nationalen Testpools), die Verbänden der höchsten Gefährdungsstufe angehören (rund 700 Athleten/innen).

Zusätzlich werden sogenannte Red-Flag-Athleten aufgenommen, die Anlass für eine besondere Beobachtung gegeben haben.

Der neue nationale Testpool (NTP) umfasst die international nicht erfassten Athleten/innen des alten NTP, die Verbänden der Gefährdungsstufen II und III angehören.
Die Athleten/innen der bisherigen ATP I und II (allgemeiner Testpool) werden im neuen ATP zusammengefasst.

Die RTP-Athleten unterfallen sowohl der Ein-Stunden-Regelung als auch der Abgabe und Pflege der Whereabouts. NTP-Athleten sind verpflichtet, ihre Whereabouts abzugeben und zu pflegen. Die Athleten des ATP sind lediglich dazu verpflichtet, Adressen und Rahmentrainingspläne abzugeben, damit auch sie unangekündigt kontrolliert werden können.

Die Einteilung der Gefährdungsstufen der einzelnen Sportarten finden Sie auf der Nada-Homepage.

Quelle: Nada
Strikes
Strikes werden für Kontrollversäumnisse innerhalb der Ein-Stunden-Regel (betrifft nur den RTP) sowie für Meldepflichtversäumnisse (RTP und NTP), also der unvollständigen oder falschen Angabe der Whereabouts, vergeben.
Mögliche Versäumnisse werden künftig von der Nada geprüft; sie erteilt auch die Strikes. Eine unabhängige Kommission kann auf Wunsch des betroffenen Athleten anschließend das Verfahren auf seine Richtigkeit überprüfen.

Quelle: Nada
Sanktionen
Hat ein Athlet oder eine Athletin innerhalb von 18 Monaten drei Strikes bekommen, wird durch den jeweiligen Sportfachverband ein Verfahren wegen Verstoßes gegen die Anti-Doping-Bestimmungen eingeleitet, das in der Regel zu einer Sperre von ein bis zwei Jahren führen kann. Liegen Strikes von verschiedenen Organisationen (Wada, Nada sowie zuständigem internationalem Verband) vor, werden sie addiert.

Quelle: Nada
Mannschafts-Whereabouts
Wenn die Nada über die von den Verbänden gemeldeten Kader-Athleten hinaus Kontrollen im Liga-Betrieb durchführt, greift sie bei den Nicht-Kader-Athleten, die keinem Testpool angehören, auf sogenannte Mannschafts-Whereabouts zurück. Das heißt, die Vereine melden der Nada die Trainings- und Wochenpläne, so dass die Spieler/innen für Kontrollen ebenfalls aufgefunden werden können.
Nimmt ein Spieler oder eine Spielerin der Mannschaft nicht am Training teil, ist der für die Whereabouts zuständige Betreuer dafür verantwortlich, dass die Nada über den Aufenthaltsort des Spielers beziehungsweise der Spielerin informiert wird.

Quelle: Nada


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