Sportler des Jahres 2006 Schneekönige und Fußballhelden vorn

Erstmals in der 60-jährigen Geschichte der Sportlerwahl haben zwei Biathleten das Rennen gemacht. Rotschopf Kati Wilhelm und ihr Disziplinkollege Michael Greis wurden von den deutschen Sportjournalisten nach ganz oben aufs Siegerpodest gehoben. Als Team wurde die Fußballnationalelf gewählt.


Baden-Baden - Die Biathlon-Olympiasieger Kati Wilhelm und
Michael Greis sowie die deutsche Fußball-Nationalmannschaft sind die "Sportler des Jahres" 2006. Mehr als 1000 deutsche Sportjournalisten kürten heute zum Ende eines ereignisreichen Sportjahres damit die "Schneekönige" der Olympischen Winterspiele von Turin noch einmal zu Siegern. Die Fußball-WM-Helden des inzwischen zurückgetretenen Bundestrainers Jürgen Klinsmann, der bei der Ehrung in Baden-Baden fehlte, wurden für ihre begeisternden Leistungen auch ohne einen Titelgewinn ausgezeichnet.

Sportler des Jahres: Biathleten Wilhelm und Greis
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Sportler des Jahres: Biathleten Wilhelm und Greis

Die mehr als 500 geladenen Gäste im Kurhaus blickten zurück auf ein faszinierendes Sportjahr mit Fußball-, Hockey- und Reit-
Weltmeisterschaften in Deutschland. Obwohl es Fußball-Mannschaften bei dieser Traditionswahl in der Vergangenheit oft nicht leicht hatten, setzte sich das DFB-Team als WM-Dritter souverän mit 4165 Stimmen durch. Zuletzt war das den Nationalkickern 2002 nach dem Gewinn der Vize-Weltmeisterschaft gelungen. Klinsis WM-Helden wurden damit Nachfolger des Basketball-Teams um Dirk Nowitzki.

Zweiter wurden die Hockey-Weltmeister von Bundestrainer Bernhard Peters (2919), die ihr "Unternehmen Gold" bei der Heim-WM erfolgreich beendeten. Auf Rang drei kam die Biathlon-Staffel der Männer mit Ricco Groß, Michael Rösch, Sven Fischer und Michael Greis, die den Olymp von San Sicario erstürmt hatten. Nur Platz zehn blieb für den deutschen Fußball-Meister FC Bayern München.

Erstmals in der Geschichte der Sportlerwahl gewannen zwei
Biathleten. Bei den Männern war dies vor dem Allgäuer Michael Greis noch keinem gelungen. Die Thüringerin Kati Wilhelm dagegen löste ihre Disziplinkollegin Uschi Disl ab, die im Vorjahr ebenso wie der bei den Winterspielen enttäuschende Kombinierer Ronny Ackermann gefeiert worden war. Die 30 Jahre alte Kati Wilhelm hatte sich mit Olympia-Gold in der Verfolgung, zwei Mal Silber (Massenstart, Staffel) sowie dem Sieg im Gesamtweltcup empfohlen.

Hinter Wilhelm (3363 Stimmen) musste sich Schwimmerin
Britta Steffen (2980) mit Platz zwei begnügen. Die Berlinerin
war mit vier Titeln und drei Weltrekorden die überragende Athletin der EM in Budapest gewesen. Dritte der Wahl wurde Rodlerin Sylke Otto.

Mit Michael Greis wählten die Journalisten den erfolgreichsten deutschen Wintersportler von Turin: Der 30-Jährige holte drei Mal Gold und ist nun ebenso wie Wilhelm erstmals "Sportler des Jahres". Mit 3126 Stimmen war sein Vorsprung auch mehr als deutlich: Der siebenmalige Formel 1-Weltmeister Michael Schumacher (1645) verabschiedete sich als Vize-Weltmeister aus dem Rennsport - und als Zweiter von einer Wahl, die er bereits 1995 und 2004 gewonnen hatte. Nationalstürmer und WM-Torschützenkönig Miroslav Klose von Werder Bremen wurde Dritter in der Einzelwertung

kai/dpa



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