Nach SPIEGEL-Bericht Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Springreiter

Der SPIEGEL-Bericht über Missbrauchsvorwürfe im Lager der deutschen Springreiter hat jetzt auch juristische Konsequenzen. Die Staatsanwaltschaft in Koblenz hat Ermittlungen aufgenommen.

Springreiten im Zwielicht
DPA

Springreiten im Zwielicht


Die Staatsanwaltschaft Koblenz ermittelt gegen einen Nachwuchs-Springreiter wegen des Anfangsverdachts von Sexualstraftaten. Gegen den jungen Mann soll der vorerst "pauschal erhobene Verdacht" bestehen, auf Reitturnieren im In- und Ausland allein oder mit anderen gegen junge Frauen sexuell übergriffig geworden zu sein, wie der Behördenleiter Harald Kruse am Montag mitteilte. Der SPIEGEL hatte in seiner neuesten Ausgabe über die Vorwürfe berichtet.

Der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) liegt nach eigenen Angaben ein Fall aus dem Umfeld junger Springreiter vor, "in dem es um Vorwürfe aus dem Bereich sexualisierte Gewalt ging". Die Disziplinarkommission sprach nach Angaben der FN eine 18-monatige Wettkampfsperre gegen den betroffenen Reiter aus. Die Entscheidung sei jedoch noch nicht rechtskräftig.

Die FN hatte den Fall auch an die Staatsanwaltschaft Münster weitergeleitet. Die Behörde untersucht, ob es eine strafrechtliche Relevanz gibt. Eine Strafanzeige liege nicht vor, sagte ein Sprecher am Montag.

Die FN hatte zuvor auf den Bericht des SPIEGEL reagiert und "sexualisierte Gewalt aufs Schärfste" verurteilt.

aha/dpa



insgesamt 6 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
FK-1234 03.09.2018
1. Elitäre Gruppierung
...bei denen einige offenbar der Auffassung sind, über allen rechtlichen und gesellschaftlichen Regeln zu stehen. Leider hat das Verhalten einiger Eltern dieser Sprößlinge ein solches Verhalten erst ermöglicht oder zumindest die Aufklärung dieses Skandals verzögert.
hileute 03.09.2018
2.
mir ist nicht klar, warum man sich so abfeiern muss wegen eines Artikels, sodass nur zu diesem Zweck ein neuer Artikel verfasst wird. Trotzdem sollte an sinnvoller Aufklärungsarbeit festgehalten werden
joppop 03.09.2018
3. 6 jahre
Ich war 6 jahre tatig in eine pferde gestut Bij aufgehort weil ich die mishandlung nicht mehr ertragen konnte Ja, wenn eine kamera anwesend ist, war alles so lieb.
Ein_denkender_Querulant 03.09.2018
4. Strichlisten
Ich war auf derselben Schule wie Ludger, dem OHG Göttingen, und war, wie viele unserer Mitschülerinnen in Hardegsen im selben Gestüt wie er, wir waren alle am Reiten und Helfen. Und ja, wir hatten auch eine Strichliste, welche der reichen Reiter wir ins Bett gezogen haben. Und jetzt? Zumindest damals war es zwar bunt und offen, aber nicht übergriffig. Keine Ahnung wie es heute ist. Aber früher gehörten schöne Dinge dazu und nein, wir haben das unseren Eltern nicht erzählt. Wir haben geträumt....
Ein_denkender_Querulant 03.09.2018
5. Klassischen Familienmodel
Es passt gut zum Thema. Die AfD will zurück zum klassischen Familienmodell, dazu gehört auch, dass Vergewaltigung innerhalb der Ehe nicht möglich sein kann. Jaja, so sind sie, unsere rechtsextremen Freunde.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.