Studie "Doping in Deutschland": Berliner Forscher erneuern Vorwürfe

Die Kritik rund um die Studie "Doping in Deutschland" reißt nicht ab. Nun hat sich die Berliner Forschungsgruppe erneut zu den Begleitumständen ihrer Forschung geäußert. Daten konnten sie angesichts möglicher rechtlicher Konsequenzen nicht vorstellen.

Anti-Dopinglabor: "Wir können unsere Daten leider nicht veröffentlichen"Zur Großansicht
DPA

Anti-Dopinglabor: "Wir können unsere Daten leider nicht veröffentlichen"

Hamburg - Die Berliner Forscher haben ihre Vorwürfe im Zusammenhang mit dem vorläufigen Scheitern der Studie zur Dopingvergangenheit in Deutschland erneuert. Sie könnten ihre Ergebnisse nicht vorstellen, sagten sie in Frankfurt an der Oder. "Wir können unsere Daten leider nicht veröffentlichen, weil wir vertragstreu zum Projektträger sein müssen. Andererseits können wir rechtlich belangt werden", sagte Professor Giselher Spitzer.

Projektträger ist das Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp). Dieses hatte eine Datenschutzvereinbarung vorgegeben, die nach Angaben der Wissenschaftler ihre autonome Forschung stark behinderte. In Dopingaktivitäten verstrickte Personen hätten nicht genannt werden dürfen. "Unsere Protokolle sind ohne Namen gesichtslos und nicht mehr zu verstehen", so Spitzer.

Das BISp hatte sein Vorgehen mit Persönlichkeitsrechten und der Möglichkeit von juristischen Konsequenzen verteidigt. "Für mich gibt es keinen seriösen Grund, warum die Akten nicht veröffentlicht werden können", sagte der Juraprofessor Johannes Weberling von der Europa-Universität Viadrina: "Die rechtlichen Grundlagen zur Aufarbeitung sind vorhanden."

jar/dpa

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TLR9 09.11.2012
Das Bundesinstitut für Sportwissenschaft reagiert auch nicht viel anders als die Spanischen Behörden bei der Durchsuchung einer Festplatte von Eufemiano Fuentes. Jetzt kann man nur spekulieren, in welchen Sportarten noch gedopt [...]
Das Bundesinstitut für Sportwissenschaft reagiert auch nicht viel anders als die Spanischen Behörden bei der Durchsuchung einer Festplatte von Eufemiano Fuentes. Jetzt kann man nur spekulieren, in welchen Sportarten noch gedopt wurde. Mit dem Finger auf einzelne Sportarten wie Radsport und Gewichtheben ist zu einfach. Die größten Erfolge feierten deutsche Sportler in den Wintersportarten wie Biathlon und Eisschnellauf, für die man genauso wie im Radsport die Ausdauer trainieren muss.
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  • Donnerstag, 08.11.2012 – 18:23 Uhr
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Dopingsubstanzen und ihre Wirkung
Die Ausdauerleistung ist wesentlich davon abhängig, wie gut der Körper Sauerstoff aufnehmen kann. Das Hormon Erythropoetin (Epo) stimuliert die Produktion roter Blutkörperchen. Die erhöhte Anzahl der im Organismus zirkulierenden Erythrozyten verbessert die Kapazität des Blutes, Sauerstoff aufzunehmen und steigert damit Ausdauerleistungsfähigkeit.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) verbietet den Gebrauch von Epo seit langem. Seit 1983 ist es möglich, Epo synthetisch herzustellen. Entwickelt wurde es für Patienten mit schweren Nierenleiden, die an Blutarmut leiden.

Das Wachstumshormon HGH wird bei Kleinwüchsigkeit eingesetzt. HGH lässt nicht nur die Muskeln, sondern auch die Knochen wachsen, das führt zu langen Gliedmaßen, einem verformten Kopf und Riesenhänden. Zudem verändert sich die Struktur der Organe. (mit dpa)






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