Sieg nach Verlängerung New England gewinnt historischen Super Bowl

Die New England Patriots haben eine unglaubliche Aufholjagd gekrönt und den 51. Super Bowl gegen die Atlanta Falcons gewonnen. Erstmals ging es in dem NFL-Endspiel in die Verlängerung.

Tom Brady
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Tom Brady


Die New England Patriots haben den 51. Super Bowl in Houston gewonnen. Im Endspiel um die Meisterschaft in der nordamerikanischen NFL setzte sich das Team um Superstar-Quarterback Tom Brady 34:28 (3:21) nach Verlängerung gegen die Atlanta Falcons durch. Es war das erste Mal in der Geschichte des Super Bowl, dass die Partie nicht in der regulären Spielzeit entschieden wurde. Für die Patriots, Brady und Trainer Bill Belichick war es der fünfte Titel.

Die Patriots lagen bereits mit 25 Punkten zurück, schafften aber ein im Super Bowl bislang nie da gewesenes Comeback."Großartige Defensive", sagte Brady, der als wertvollster Spieler (MVP) ausgezeichnet wurde nach dem Spiel, "alles absolut unfassbar, jetzt will ich meine Familie sehen."

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Super Bowl: Historischer Sieg der Patriots

Mit der Vince-Lombardi-Trophy in der Hand sagte er: "Ich bin so stolz auf die Jungs, das Team, die Coaches - es ist unglaublich. An alle in Boston, in New England, wir lieben euch. Ihr wart das ganze Jahr bei uns - wir bringen das Ding hier nach Hause." Mit seinem fünften Titel setzte sich Brady an die alleinige Spitze der Rekordliste für Quarterbacks. Er wurde zudem zum vierten Mal als wertvollster Spieler des Endspiels ausgezeichnet und warf erfolgreiche Pässe über eine Distanz von 466 Yards - ebenfalls Bestmarken.

Im Vorfeld waren fast alle Experten von einem punktreichen Spiel ausgegangen - im ersten Viertel war von den Offensiven beider Teams aber kaum etwas zu sehen. Stattdessen überzeugten die jeweiligen Verteidigungen. 0:0 stand es so nach den ersten 15 Minuten.

Atlanta zunächst nicht aufzuhalten

Im zweiten Viertel nutzten die Falcons aber ihren insgesamt dritten Ballbesitz zur Führung. Nachdem zuvor Patriots-Runningback LeGarrette Blount den Ball verloren hatte (Fumble), dauerte es nur 1:53 Minuten, bis Atlanta der erste Touchdown gelang. Erst brachte Quarterback Matt Ryan sein Team mit zwei Pässen auf Superstar Julio Jones in eine gute Position. Dann folgte Runningback Devonta Freeman mit drei Läufen, der letzte über fünf Yards sorgte schließlich für das 7:0 (18. Minute).

Während Atlanta mit Effizienz und starker Verteidigung überzeugte, wirkte Favorit New England überfordert. Das machten auch die folgenden Ballbesitze deutlich. Während den Patriots kein First Down gelang, stürmten die Falcons danach erneut in unter zwei Minuten in Richtung Endzone. Zum Abschluss der Angriffsserie fing Austin Hooper einen 19-Yard-Pass von Ryan zum 14:0 (22.).

Für die Patriots um Quarterback Tom Brady kam es noch schlimmer. In der folgenden Angriffsserie waren sie endlich mal in eine gute Position gekommen, doch dem Superstar unterlief ein folgenschwerer Fehlpass - die Interception trug Robert Alford über 82 Yards zum 21:0 zurück (28.). Kurz vor der Halbzeitpause gelangen Patriots-Kicker Stephen Gostkowski mit einem erfolgreichen Field Goal zumindest die ersten Punkte für New England (3:21, 30.).

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Halbzeitshow beim Super Bowl: Lady Gaga on fire

Im dritten Viertel ging es zunächst so weiter. Brady fand seinen Spielrhythmus nicht, seine Pässe waren nicht so präzise und sicher wie sonst, Atlantas Verteidigung setzte ihn allerdings auch stark unter Druck. Die Falcons hingegen bauten die Führung auf 28:3 aus, diesmal mit einem kurzen Pass über fünf Yards von Ryan auf Tevin Coleman (37.).

Glück beim Münzwurf

Erst danach wurde Brady - und damit New England - stärker. Der 39-Jährige führte sein Team zunächst zum ersten Touchdown (43.), ein Pass auf James White, und im Schlussviertel zu einem weiteren Field Goal durch Gostkowski (51.). Auch die Patriots-Verteidigung steigerte sich und forcierte einen Ballverlust von Atlantas Quarterback Ryan. Diesen konnte Brady nutzen, nur drei Minuten nach dem 12:28 brachte er einen Touchdown-Pass auf Danny Amendola an (20:28, 54.). Und plötzlich war New England, das schon wie der sichere Verlierer aussah, wieder in Schlagdistanz.

So entwickelte sich eine packende Schlussphase, Brady und die Patriots kamen 3:30 Minuten vor Schluss erneut in Ballbesitz. Der Superstar führte sein Team tatsächlich das Feld hinunter, letztlich war es White, der den Ball eine Minute vor Spielende in die Endzone trug. New England brauchte eine sogenannte Two-Point-Conversion, die Brady mit einem Pass auf Amendola gelang: 28:28 (59.). Es ging in die Verlängerung, zum ersten Mal in der Geschichte des Super Bowls.

Und dort hatte New England Glück, beim Münzwurf den Ballbesitz zu erhalten. Brady bewies in den folgenden Minuten seine Klasse, brachte seine Mannschaft erneut direkt an die Endzone der Falcons. Dort war es dann erneut White mit seinem dritten Touchdown, der für die Entscheidung sorgte.

New England Patriots - Atlanta Falcons 34:28 (0:0, 3:21, 9:7, 19:0, 6:0)
0:7 5 Yard Touchdown-Lauf Freeman (18.), Extrapunkt Bryant
0:14 19 Yard Touchdown-Pass von Ryan auf Hooper (22.), Extrapunkt Bryant
0:21 82 Yard Interception Return Alford (28.), Extrapunkt Bryant
3:21 41 Yard Field Goal Gostkowski (30.)
3:28 6 Yard Touchdown-Pass von Ryan auf Coleman (37.), Extrapunkt Bryant
9:28 5 Yard Touchdown-Pass von Brady auf White (43.), Extrapunkt vergeben
12:28 33 Yard Field Goal Gostkowski (51.)
20:28 5 Yard Touchdown-Pass von Brady auf Amendola (55.), Two-Point-Conversion White
28:28 1 Yard Touchdown-Lauf von White (59.), Two-Point-Conversion Brady auf Amendola
34:28 2 Yard Touchdown-Lauf von White (64.)

max



insgesamt 27 Beiträge
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sloe 06.02.2017
1. Überschrift
Eben schon im Live-Ticker kommentiert. Das war wohl, für jeden der es gesehen hat, eines der größten und unfassbarsten Sportereignissenaller Zeiten. Das war einfach nur Wahnsinn. Ich werde das nie vergessen.
hnoi 06.02.2017
2. ...
Ein unglaubliches Finale, Brady at its best!
datenreisender 06.02.2017
3. Viele Superlative
Bis zum Schluss extrem spannendes Spiel mit vielen Superlativen und Rekorden! Gute Werbung für diesen Sport. Gratulation und Dank - auch für die tragischen Zweitplatzierten!
CobCom 06.02.2017
4.
Was für ein Match...! Einfach ganz grosses Kino. Genre: Thriller.
frankfurter. 06.02.2017
5.
Ich war gestern Abend beim Bundesligaspiel Frankfurt-Darmstadt. Dazu die Auschnitte im TV von Spielen wie Berlin-Ingolstadt, Köln-Wolfsburg, Hamburg-Leverkusen oder Gladbach-Freiburg . Fussball ist im Vergleich, zu dem, was die Spiele der NFL bieten, so unglaublich ereignisarm. Das Interesse an der NFL explodiert förmlich. Die Gralshüter der 150 Jahre alten Fussballregeln werden auf Sicht nicht umhinkommen, dieses taktische Geschiebe, samt minutenlanger Ballkontrolle im Mittelfeld und massierten Abwehrreihen zu verändern. Für mich kommt das zu spät. Mich hat der Fussball schon vor Jahren an American Football verloren.
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