Super-Bowl-Held Manning Kleiner Bruder, großer Meister

Er kam, sah und siegte: Eli Manning hat die New York Giants mit einer fabelhaften Leistung zum Triumph im Super Bowl geführt. In der Schlussphase bewies der Quarterback starke Nerven, holte seinen zweiten Titel - und ist nun Bester in seiner berühmten Familie.

Aus Indianapolis berichtet

REUTERS

Gisele Bündchen hat es eilig. Fast schon panisch läuft das brasilianische Top-Model durch die Katakomben des Lucas-Oil-Stadium von Indianapolis. In der Interview-Zone der New England Patriots kämpft sie sich vorbei an den Sicherheitsleuten und Journalisten, die sich um ihren Ehemann Tom Brady geschart haben. Vor laufenden Kameras fällt Bündchen Brady um den Hals und flüstert ihm aufmunternde Worte zu. Abby Manning hat so etwas nicht nötig.

Rund 20 Meter entfernt steht sie ganz entspannt im Interview-Bereich der New York Giants, hat Töchterchen Ava auf dem Arm und lauscht den Worten ihres Ehemanns. Der heißt Elisha Nelson, genannt Eli, Manning, und hat es in der vorangegangenen Partie wieder einmal geschafft, seinem Ruf als Comeback-King der National Football-League (NFL) gerecht zu werden. Manning führte sein Team zum siebten Mal in dieser Saison nach einem Rückstand im Schlussviertel noch zum Sieg. Und was für einem.

Durch den 21:17-Triumph über die New England Patriots um dessen Quarterback Brady sind die Giants zum insgesamt vierten Mal Super-Bowl-Champion. Manning spricht von einem "großartigen Gefühl, zwei großartigen Teams und einem großartigen Spiel". Die USA hingegen reden vor allem über einen großartigen Manning. Der 31-Jährige hat vor einem Millionen-Publikum an den Bildschirmen auf der ganzen Welt bewiesen, dass er endgültig zu den großen Quarterbacks der NFL-Geschichte zählt. Wenn der Druck am größten ist, wirft Manning die präzisesten Pässe.

Eli Manning überholt mit zwei Super-Bowl-Titeln seinen Bruder

Schon zu Spielbeginn ist er so gut wie kein Quarterback in den 45. Endspielen um den Super Bowl zuvor. Neunmal visiert er einen Mitspieler an, neunmal landet das Ei genau dort, wo es landen soll. "Das war nicht leicht heute. Aber er hat gespielt, wie ein Quarterback spielen muss", lobt Archie Manning seinen Sohn.

Der Vater, früher selbst Quarterback der New Orleans Saints, Houston Oilers und Minnesota Vikings, verfolgt das Spiel in einer Loge zusammen mit seinem zweiten Sohn, Peyton. Der Spielmacher des NFL-Teams Indianapolis Colts ist eigentlich für die große Show im Lucas-Oil-Stadium zuständig. Ausgerechnet in der Heimspielstätte der Colts hat ihn sein jüngerer Bruder mit seinem zweiten Meistertitel im internen Manning-Super-Bowl-Ranking überholt: Peyton gewann die Trophäe 2007 mit den Colts, Eli 2008 und 2012 mit den Giants. "Eli hat unglaublich gespielt", sagt sein Trainer Tom Coughlin. "Er war es, der das ganze Jahr über großartig war und uns erst hierher gebracht hat."

Parallelen zum Finale von vor vier Jahren

Dass die Giants überhaupt in Indianapolis um Amerikas begehrteste Sport-Trophäe spielen würden, war lange Zeit undenkbar. Das Laufspiel war zwischenzeitlich das schlechteste der Liga, die Tight Ends hatten Probleme, die Defensive war durch zahlreiche Verletzungen geschwächt. Auch die kräftigen Kerle in der Offensive Line wackelten häufig, einige Linebacker waren alles andere als stabil. Die Giants hatten über die gesamte Saison nur eine echte Konstante - Eli Manning, der gegen New England erneut zum Helden wird, das Finale noch dreht, wie schon im Super Bowl 2008 gegen den gleichen Gegner.

Vor vier Jahren hatten die favorisierten und in der gesamten Saison noch unbesiegten Patriots 14:10 geführt, als Manning 2:42 Minuten vor dem Ende den Ball an der eigenen 17-Yard-Linie bekam. Damals galt er noch als unerfahren und war für viele nur Peytons kleiner Bruder. Doch innerhalb von knapp zwei Minuten dirigierte Manning seine Offensive über das Feld und bediente Plaxico Burress 35 Sekunden vor Schluss mit dem Sieg bringenden Touchdown, der damals zum 17:14-Triumph führte.

Im diesjährigen Finale übernimmt der Giants-Spielmacher das Ei zwölf Yards vor der eigenen Endzone. New York liegt 15:17 hinten, 3:46 Minuten sind noch zu absolvieren - Zeit für "Magic Manning".

"Als Eli den Ball bekam, wussten wir, was passiert", sagt Giants Safety Kenny Phillips. Auf der linken Seite läuft sich Mario Manningham in Position. Doch Patriots-Verteidiger Sterling Moore ist direkt hinter ihm. Von der Mitte orientiert sich zudem Safety Patrick Chung in Richtung des Wide Receivers der Giants. Dennoch wirft Manning einen Pass über 38 Yards in den Lauf von Manningham, der präziser nicht hätte sein können. Es ist diese eine Aktion, die endgültig die Erinnerungen an den 3. Februar 2008 hochkommen lassen. Mit einem einzigen Pass bringt Manning sein Team bis zur Mittellinie.

Nach vier weiteren perfekt ausgeführten Spielzügen ist New York an der Sechs-Yard-Linie der Patriots angekommen. Hier gibt Manning den Ball Ahmad Bradshaw in die Hände und der Runningback läuft 57 Sekunden vor Ende zum letztlich Sieg bringenden Touchdown in die Endzone.

Nach dem Spiel wird Manning zum wertvollsten Spieler (MVP) des Super Bowl gekürt - wie schon 2008. Erneut hat er sich gegen Brady durchgesetzt, den viele Football-Experten in den USA in einer anderen Quarterback-Liga als Manning sehen, in einer höheren. Eli Manning stört das nicht. "Die große Geschichte ist doch, dass die New York Giants Champion sind. Darauf bin ich stolz und das ist das Einzige, was zählt."



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Seite 1
ZeroQ 06.02.2012
1. ....
Zitat von sysopREUTERSEr kam, sah und siegte: Eli Manning hat die New York Giants mit einer fabelhaften Leistung zum Triumph im Super Bowl geführt. In der Schlussphase bewies der Quarterback starke Nerven, holte seinen zweiten Titel - und ist nun Bester in seiner berühmten Familie. http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,813520,00.html
New York ist und wird immer grün-weiß sein.J-E-T-S!
moki13 06.02.2012
2.
Zitat von ZeroQNew York ist und wird immer grün-weiß sein.J-E-T-S!
Ironie an: Danke ZeroQ für diesen unqualifizierten Kommentar Ironie aus: Danke Spiegel-Online. Danke dafür, dass sich endlich mal jemand in der deutschen Presselandschaft mit Football-Sachverstand dem Spiel widmet, statt sich pseudo-hintergründig über die Halbzeitshow von Madonna oder die Preise für Fernsehwerbung während des Super-Bowls auszulassen.
schlachtross 06.02.2012
3. Eli hat einen weiteren Vorteil...
Zitat von sysopREUTERSEr kam, sah und siegte: Eli Manning hat die New York Giants mit einer fabelhaften Leistung zum Triumph im Super Bowl geführt. In der Schlussphase bewies der Quarterback starke Nerven, holte seinen zweiten Titel - und ist nun Bester in seiner berühmten Familie. http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,813520,00.html
gegenüber seinem Bruder: Bei Interviews kann man ihn einwandfrei verstehen, während ich bei Peyton immer mindestens 2X hinhören muss. Insgesamt haben mit den Giants diesmal die Underdogs den Weg zur Vince-Lombardi-Trophy gemacht - wäre es nach der Saison-Leistung gegangen, dann hätten die Packers ihren Titel verteidigen müssen. Aber so läuft es halt, wenn es zum Saisonende k.o.-Spiele gibt...
frey41967 06.02.2012
4. Football
Zitat von sysopREUTERSEr kam, sah und siegte: Eli Manning hat die New York Giants mit einer fabelhaften Leistung zum Triumph im Super Bowl geführt. In der Schlussphase bewies der Quarterback starke Nerven, holte seinen zweiten Titel - und ist nun Bester in seiner berühmten Familie. http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,813520,00.html
Ok, gestern hab ich zum Ersten mal ein Super-Bowl-Endspiel bis zur Halbzeit angesehen. Bin Fußball Fan, kann aber wirklich mit Football auch was anfangen, hab die Regeln auch relativ schnell kapiert. Fand das Spiel echt cool, aber ....auch Manning and Bradly! Trotzdem wird das nicht mein Sport werden, da das für mich keine Sportveranstaltung war. Für mich war das eine Werbesendung mit Sportunterbrechungen. Das ist für mich etwa so prickelnd wie wenn ich nen spannenden Kinofilm sehen würde mit gefühlten 35 Werbeunterbrechungen.
naabaya 06.02.2012
5.
Zitat von moki13Ironie an: Danke ZeroQ für diesen unqualifizierten Kommentar Ironie aus: Danke Spiegel-Online. Danke dafür, dass sich endlich mal jemand in der deutschen Presselandschaft mit Football-Sachverstand dem Spiel widmet, statt sich pseudo-hintergründig über die Halbzeitshow von Madonna oder die Preise für Fernsehwerbung während des Super-Bowls auszulassen.
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