+++ Vor dem Kickoff +++
New Orleans sagt beim Münzwurf "Heads" und gewinnt. Die Saints entscheiden sich dafür, dass die Colts zuerst kicken sollen.
Der Start ist für die Colts schon mal besser als vor drei Jahren gegen Chicago. Damals trug Bears-Spieler Devin Hester den Colts-Kockoff 92 Yards in die Colts-Endzone, Chicago hatte die schnellste Führung der Super-Bowl-Geschichte. Jetzt macht es das Kickoff-Team der Colts besser: Sie halten die Saints an der 23-Yard-Linie. Eine schwierige Aufgabe für die Saints: 77 Yards bis zum Touchdown.
+++ Vor dem Kickoff +++
Queen Latifah singt "America the Beautiful". Die Amerikaner pflegen ihren Patriotismus, und der Super Bowl bietet dazu die ideale Gelegenheit. Carrie Underwood macht mit der Nationalhymne weiter, und die Fliegerstaffel donnert über das Stadion. Damit sind die Zeremonien vor dem Spiel wohl auch abgeschlossen. Es fehlt nur noch der Münzwurf, dann kann es losgehen.
+++ Vor dem Kickoff +++
Auf zwei Zuschauer werden die Kameraleute wohl ganz besonders achten: Archie Manning, Peyton Mannings Vater, war von 1971 bis 1982 Quarterback der Saints. Er hat allerdings schon angekündigt, dass er seinem Sohn gegen seinen langjährigen Club die Daumen drücken will. Fraglich ist bloß, ob Archie Manning oder Starlet Kim Kardashian, Lebensgefährtin von Saints-Runningback Reggie Bush, häufiger auf der Tribüne gezeigt werden.
+++ Vor dem Kickoff +++
Die Mannschaften sind eingelaufen. Die Saints, Meister der National Football Conference, kamen zuerst. Die Colts, Meister der American Football Conference, folgten. Die Stimmung auf den Rängen ist ausgelassen, auch wenn der Lärm nicht so beeindruckend sein wird wie in den Halbfinalspielen - denn die fanden in den Heimhallen der Finalmannschaften statt. Interessant wird zudem sein, wie die Saints und die Colts mit dem Naturrasen in Miami zurechtkommen. Sie hatten zuletzt mehrmals auf Kunstrasen gespielt.
+++ Vor dem Kickoff +++
Das Wetter in Miami ist deutlich besser als vor drei Jahren, damals regnete es stark. Diesmal scheint die Sonne, und es weht kaum Wind. Das Stadion ist - natürlich - ausverkauft, das Verhältnis der Fans im Stadion ist etwa ausgeglichen.
+++ Vor dem Kickoff +++
Die Buchmacher sehen die Colts als Favoriten. Die Quoten wären wohl noch eindeutiger, wenn Defensive End Dwight Freeney von den Colts fit wäre. Ihn plagt seit dem Halbfinale eine Knöchelverletzung, er hat seither nicht trainiert und wird wohl bestenfalls sporadisch spielen können. Das ist ein großer Vorteil für die Saints. Freeneys Fehlen bedeutet, dass sie einen Mann weniger zum Blocken brauchen, um Brees Zeit beim Werfen zu geben. Dadurch kann New Orleans einen Passempfänger mehr losschicken, was das Verteidigen für die Colts erschwert.
Was Freeney für die Colts-Defensive ist, ist Wide Receiver Reggie Wayne für deren Angriff. Aber auch Wayne verletzte sich - am Freitag im Training. Er wird zwar auflaufen, doch es ist gut möglich, dass ihn die Blessur einschränkt. Das wäre für Manning ein Handicap, denn Wayne ist sein wichtigster Passfänger.
Zwei explosive Angriffsreihen und zwei durchschnittliche Verteidigungen: Das Spiel verspricht ein Spektakel zu werden. Um 0.35 Uhr deutscher Zeit ist Kickoff.
+++ Vor dem Kickoff +++
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Für die Colts ist das heutige Spiel gegen die New Orleans Saints ein Déjà-vu. Vor fast exakt drei Jahren, am 4. Februar 2007, gewann Indianapolis ebenfalls in Miami den NFL-Titel - damals allerdings gegen die Chicago Bears und mit ihrem Ex-Trainer Tony Dungy. Jetzt sind Peyton Manning und seine Teamkollegen mit ihrem Rookie-Coach Jom Caldwell wieder im Endspiel. Die Erfahrung ist auf ihrer Seite, denn für die Saints ist es die erste Super-Bowl-Teilnahme überhaupt.
So unterschiedlich wie die Erfahrungen sind auch die Stile beider Teams. Sauberes Football-Handwerk gegen schlampige Genies. Die Colts spielen nicht extravagant - keine Trickspielzüge, keine ausgefallenen Personalformationen. Aber kaum jemand hat das Timing, die Laufwege und das reibungslose Funktionieren als Team so perfektioniert wie Indianapolis. Die Saints dagegen sind dafür bekannt, dass sie ihre Gegner ständig mit neuen Formationen, überraschenden Spielzügen und ungewöhnlichen Personalkombinationen verwirren. Das Rezept funktionierte bisher gut: Mit durchschnittlich 31,9 Punkten und 403,8 Yards Raumgewinn pro Spiel stellen die Saints um Quarterback Drew Brees die beste Offensive der Liga.
New Orleans braucht von seinem Angriff allerdings auch eine Klasseleistung, denn in der Verteidigung sieht es nicht annähernd so gut aus. Die lässt durchschnittlich 21,3 Punkte pro Partie zu und ist vor allem bei Pässen anfällig - mehr als 235 Yards Raumgewinn schafften die Gegner durchschnittlich auf diese Weise. Und nun muss die Saints-Defense gegen Peyton Manning und einen Colts-Angriff antreten, der durchschnittlich gut 282 Yards Raumgewinn pro Spiel mit Pässen erzielt - der zweitbeste Wert in der NFL. Bisher hat die Saints-Abwehr in den Playoffs nichts gezeigt, was darauf hindeutet, dass sich das nun ändern wird. Hoffen können die Saints in der Verteidigung vor allem auf Ballverluste des Gegners. Kaum ein anderes Team hat diese während der Saison so effektiv genutzt wie New Orleans - zuletzt im Halbfinale gegen Minnesota.
Man darf sich also auf ein Spiel mit viel Punkten freuen. Keine der beiden Defensiven scheint in der Lage, den Angriff des anderen Teams stoppen zu können. Die Colts sind daher im Vorteil. Wenn es ihre etwas bessere Verteidigung nur ein paar Mal schafft, die Saints-Offensive auf ein Field Goal zu beschränken oder sogar zu stoppen, könnte das bereits der Schlüssel zum Sieg sein.
Denn wenn Colts-Spielmacher Manning erst einmal die Defensive der Saints ausgeguckt hat, wird er kaum zu stoppen sein. So war es auch im Halbfinale gegen die New York Jets. Als Manning sein Spiel auf deren Verteidigung ausgerichtet hatte, war New York hilflos. In der zweiten Halbzeit erzielten die Colts 17 Punkte, die Jets hingegen keinen mehr. Indianapolis gewann souverän. Gegen die Jets mit der besten Passverteidigung der Liga warf Manning Pässe, die zu 360 Yards Raumgewinn führten. Doch so gut Manning ist und so gut er spielt - er ist nicht unschlagbar. Von seinen bisher 17 Playoff-Spielen gewann er neun - aber verlor auch schon acht.
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