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Super Bowl: Seattle demontiert Denver und feiert ersten Titel

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REUTERS

Viel dominanter geht es kaum: Die Seattle Seahawks waren den Denver Broncos im Super Bowl in allen Belangen überlegen und haben ihre erste NFL-Meisterschaft geholt. Denvers Superstar Peyton Manning erlebte gegen Seattles überragende Verteidigung ein Debakel.

SPIEGEL ONLINE Fußball
Hamburg - Die Denver Broncos und ihr Star-Quarterback Peyton Manning hatten in der NFL-Hauptrunde etliche Rekorde aufgestellt: Kein Team hat jemals mehr Punkte erzielt, kein Spielmacher mehr Touchdown-Pässe geworfen. Doch im 48. Super Bowl in East Rutherford war es die Verteidigung der Seattle Seahawks, die ihren Status als eine der besten in der NFL-Geschichte untermauerte.

Die ehrfürchtig "Legion of Boom" genannte Defensive provozierte vier Ballverluste und legte den Grundstein für die erste Meisterschaft in der Clubgeschichte. Auch im Angriff zeigte Seattle eine starke Leistung und triumphierte 43:8 (8:0, 22:0, 36:8). Stellvertretend für die Seahawks-Defensive erhielt Malcolm Smith die Auszeichnung als wertvollster Spieler (MVP) des NFL-Endspiels.

Die beste Offensive gegen die beste Defensive der NFL, das sollte eigentlich für einen ausgeglichenen Super Bowl sorgen. Doch schon im ersten Angriff unterlief Manning und Center Manny Ramirez, der den Ball beim Start eines jeden Spielzugs zum Quarterback gibt, ein folgenschweres Missverständnis. Während Manning noch Anweisungen gab, warf Ramirez den Ball an allen Mitspielern vorbei nach hinten. Knowshon Moreno konnte den Football zwar noch einmal aufnehmen, jedoch erst in der eigenen Endzone, in der ihn Seattles Verteidiger tackelten - ein Safety. Das 2:0 nach zwölf Sekunden waren die schnellsten Punkte in der Super-Bowl-Geschichte.

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Für die Seahawks sollte es nur der Anfang eines nahezu perfekten Super Bowls werden. Quarterback Russell Wilson, erst in seiner zweiten NFL-Saison, spielte abgeklärt und zeigte keine Nerven. Nahezu fehlerfrei führte er sein Team zunächst zu zwei Field Goals (5. Minute/13.), die Steven Hauschka sicher verwandelte. Einen schon sicher geglaubten Touchdown-Pass Wilsons auf Jermaine Kearse konnte Broncos-Verteidiger Nate Irving noch im letzten Moment verhindern (13.).

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Für den ersten Touchdown und das 15:0 sorgte Seattles Marshawn Lynch in der 19. Minute mit einem Lauf aus zwei Yards. Zuvor hatte Denvers Spielmacher Manning seine erste Interception des Abends geworfen, Kam Chancellor fing einen schwachen Pass des 37-Jährigen mühelos ab. Die überragende Seahawks-Defense setzte Manning immer wieder stark und vor allem sehr früh unter Druck. So kamen der MVP der Hauptrunde und seine Offensive nie wirklich in einen Rhythmus.

Es dauerte 20 Minuten, ehe Denver sich ein erstes First Down und damit vier neue Versuche erarbeiten konnte. Doch die erste vielversprechende Angriffsserie mündete in Punkten für Seattle, als Manning eine weitere Interception warf. Malcolm Smith trug den Ball 69 Yards zum 22:0 in die Endzone (27.). Kurz vor der Pause verpassten die Broncos eine weitere Chance, diesmal kam Mannings Pass auf Demaryius Thomas nicht an.

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Wer dachte, für die Seahawks hätte es nicht besser kommen können, wurde enttäuscht: Denvers Kickoff zu Beginn der zweiten Hälfte trug Percy Harvin 87 Yards zum nächsten Touchdown zurück (29:0). Spätestens zu diesem Zeitpunkt war die Partie entschieden.

Doch Seattle - insbesondere die Defensive - ließ nicht locker und forcierte einen weiteren Ballverlust: Byron Maxwell schlug Demayrius Thomas den Ball aus der Hand, Malcolm Smith eroberte das Leder (40.). Die folgende Angriffsserie schloss Kearse beeindruckend ab. Der Wide Receiver fing einen Wilson-Pass, setzte sich stark gegen zwei Verteidiger durch und lief in die Endzone: 36:0.

Auch den Broncos gelangen im dritten Viertel noch Punkte. Thomas fing einen Pass von Manning über 14 Yards in der Endzone, der Quarterback verwandelte auch die Two-Point-Conversion mit einem Zuspiel auf Wes Welker (45.). So blieb Denver die Blamage erspart, als erstes Team im Super Bowl ohne Punkte zu bleiben. Die Seahawks erhöhten sogar noch auf 43:8, als Wilson einen Touchdown-Pass auf Doug Baldwin warf (49.).

Manning stellte zwar noch einen weiteren NFL-Rekord auf - den meisten Pass-Raumgewinn in den Playoffs. Dieser dürfte ihn jedoch nicht über seine zweite Super-Bowl-Niederlage hinweg trösten.

Denver Broncos - Seattle Seahawks 8:43 (0:8, 0:22, 8:36)
0:2 Safety (1.)
0:5 31 Yard Field Goal Hauschka (5.)
0:8 Yard Field Goal Hauschka (13.)
0:15 2 Yard Touchdown-Lauf Lynch, Extra-Punkt Hauschka (19.)
0:22 69 Yard Interception-Return Smith, Extra-Punkt Hauschka (27.)
0:29 87 Yard Kickoff-Return Harvin, Extra-Punkt Hauschka (31.)
0:36 41 Yard Touchdown Wilson auf Kearse, Extra-Punkt Hauschka (43.)
8:36 14 Yard Touchdown Manning auf D. Thomas, Two-Point Conversion Manning auf Welker (45.)
8:43 10 Yard Touchdown Wilson auf Baldwin, Extra-Punkt Hauschka (49.)

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insgesamt 72 Beiträge
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1.
Boesor 03.02.2014
War spannend wie ein Bayernspiel...schade.
2. Einschaltquote
mendikant 03.02.2014
in D würde mich sehr interessieren.
3. Verdienter Gewinner
Loddarithmus 03.02.2014
Das war eine eindrucksvolle Vorstellung, es hat sich gelohnt, wach zu bleiben. Das Schönste war für mich aber die noch verdientere Niederlage von Sat1: Die wichtigste Szene für den Spielverlauf verpennt wegen selbstverliebter Quasselei des Kommentators Buschmann. Dass sich die von ihm gewohnte Vorab-Hochjubelei des Ereignisses nicht erfüllt und den Knaben fast zum verschämten Schweigen gebracht hat, war eine Wohltat.
4. Langweiliges Spiel, Langweiliger Sport
depner72 03.02.2014
Dieser Super Bowl war wahrhaftig keine Werbung für American Football. Er war eher Bestätigung, dass Eggball ein brutaler, einfaltiger und langweiliger Sport, bei dem es mehr um Hype geht.
5.
dennis x 03.02.2014
Langweiligster Super Bowl den ich je gesehen habe. Nichts im Vergleich zum letzten Jahr. Half-Time-Show war kacke, null Dramatik. Manning ist und bleibt die Pfeife die halt nix gerissen kriegt außer Rekorde in der regular Season.
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Super-Bowl-Sieger seit 2000
Jahr Gewinner Verlierer MVP
2016 Denver Broncos Carolina Panthers Von Miller
2015 New England Patriots Seattle Seahawks Tom Brady
2014 Seattle Seahawks Denver Broncos Malcolm Smith
2013 Baltimore Ravens San Francisco 49ers Joe Flacco
2012 New York Giants New England Patriots Eli Manning
2011 Green Bay Packers Pittsburgh Steelers Aaron Rodgers
2010 New Orleans Saints Indianapolis Colts Drew Brees
2009 Pittsburgh Steelers Arizona Cardinals Santonio Holmes
2008 New York Giants New England Patriots Eli Manning
2007 Indianapolis Colts Chicago Bears Peyton Manning
2006 Pittsburgh Steelers Seattle Seahawks Hines Ward
2005 New England Patriots Philadelphia Eagles Deion Branch
2004 New England Patriots Carolina Panthers Tom Brady
2003 Tampa Bay Buccaneers Oakland Raiders Dexter Jackson
2002 New England Patriots Saint Louis Rams Tom Brady
2001 Baltimore Ravens New York Giants Ray Lewis
2000 Saint Louis Rams Tennessee Titans Kurt Warner

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