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Doping-Affären: Rabobank steigt aus dem Radsport aus

Am Jahresende ist Schluss: Als erstes namhaftes Team zieht sich Rabobank wegen der jüngsten Doping-Skandale aus dem Radsport zurück. Der niederländische Hauptsponsor und Namensgeber zog damit die Konsequenzen aus dem Doping-Fall Lance Armstrong.

Rabobank-Fahrer Gesink: Hauptsponsor steigt nach 17 Jahren aus Zur Großansicht
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Rabobank-Fahrer Gesink: Hauptsponsor steigt nach 17 Jahren aus

Hamburg - Als Folge der Doping-Enthüllungen rund um den Fall Lance Armstrong zieht sich Rabobank zum Jahresende aus dem Radsport zurück. Wie das Team am Freitag auf seiner Homepage mitteilte, wird das Engagement der niederländischen Bank als Hauptsponsor zum 31. Dezember enden. Die Entscheidung betrifft sowohl das Männerteam mit den deutschen Profis Grischa Niermann und Paul Martens als auch den Rennstall der Frauen.

"Uns tut das Herz weh, aber für die Bank war das eine unvermeidliche Entscheidung", sagte Rabobank-Vorstandsmitglied Bert Bruggink: "Wir sind nicht mehr überzeugt, dass der Profiradsport zu einem sauberen und fairen Sport werden kann."

Rabobank ist seit 1996 im Spitzenradsport aktiv und damit einer der ältesten Sponsoren auf diesem Gebiet. Zu den bekanntesten Fahrern gehörten Erik Dekker, Michael Boogerd, Óscar Freire und Michael Rasmussen.

Nach den Enthüllungen um Armstrongs offenkundig jahrelangen Doping-Betrug war am Donnerstag ein Rabobank-Fahrer ins Visier der Doping-Jäger geraten. Gegen den Spanier Carlos Barredo wurde ein Verfahren wegen Unregelmäßigkeit in seinem Blutpass eröffnet.

Australischer Funktionär gibt Doping zu

Derweil hat der Vizepräsident des australischen Verbandes Cycling Australia, Stephen Hodge, Doping während seiner aktiven Karriere gestanden und mit seinem Rücktritt die Konsequenzen gezogen. "Während einer Phase in meiner Karriere als Radprofi habe ich leistungsfördernde Mittel genommen,", teilte Hodge mit. "Es tut mir leid, dass ich das getan habe. Es war falsch. Ich entschuldige mich bei meiner Familie, beim Verband, meinen Freunden und meinen Fans."

Hodge hat eine erfolgreiche Laufbahn hinter sich. Für Australien nahm der ehemalige Landesmeister an zehn Weltmeisterschaften sowie an den Olympischen Sommerspielen 1996 in Atlanta teil. Sechsmal bestritt er die Tour de France. 1996 beendete er seine aktive Karriere.

Am Mittwoch war bereits der frühere Radprofi Matt White nach seinem Dopinggeständnis als Sportdirektor des australischen Verbandes entlassen worden. Der ehemalige Teamkollege von Armstrong hatte öffentlich zugegeben, in seiner Zeit beim Rennstall US Postal an den systematischen Dopingpraktiken des Teams beteiligt gewesen zu sein.

ham/sid/dpa

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insgesamt 23 Beiträge
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1.
Gnossos 19.10.2012
Ein Jammer. Rabobank gehörte zu den Teams, die nicht die großen Touren, wohl aber die einzelnen Etappen spannend gemacht haben. Gleichzeitig ist es schade, dass beim Radsport so genau hingeschaut wird, aber nur beim Radsport. Es wird Zeit, dass die Erkenntnisse aus den Ermittlungen gegen Fuentes auch mal von den Fußball-, Leichtathletik und Skiverbänden ernsthaft aufgearbeitet werden.
2.
TLR9 19.10.2012
Zitat von sysopDPAAm Jahresende ist Schluss: Als erstes namhaftes Team zieht sich Rabobank wegen der jüngsten Dopingskandale aus dem Radsport zurück. Der niederländische Hauptsponsor und Namensgeber zog damit die Konsequenzen aus dem Dopingfall Lance Armstrong. http://www.spiegel.de/sport/sonst/team-rabobank-steigt-aus-dem-radsport-aus-a-862192.html
Der Autor hätte besser den Artikel aus seinem eigenen Verlag nochmals hinzuziehen sollen. Doping im Radsport: Ex-Teamleiter bestätigt Doping im Rabobank-Team - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/sonst/doping-im-radsport-ex-teamleiter-bestaetigt-doping-im-rabobank-team-a-831490.html). Nach dieser Meldung war klar, dass man nach der Radsaison das Engagement im Radsport genauer überdenken wird. Das hat nichts mit Lance Armstrong zu tun.
3. Heißt es doch, gleich und gleich gesellt sich gern
schandmaul1000 19.10.2012
warum hat eine Bank Probleme mit dem unsauberen Spiel im Radsport? Wo doch genau diese Spielart Grundlage für erfolgreiches Bankgeschäft ist.
4. Lange drauf gehofft, dass das passiert.
swandue 19.10.2012
Was in den letzten Jahrzehnten aufgebaut wurde, muss einstürzen, dann räumt man die Trümmer weg und dann kann man neu aufbauen. Höchste Zeit wäre es nun auch für Pat McQuaid, zu gehen. Selbst wenn er guten Willen hätte, aber von ausgebufften Gaunern betrogen wurde, wäre es angebracht, dass er jetzt sagt: "Ich konnte nicht durchsetzen, was nötig war. Ich mache Platz für einen anderen, der hoffentlich mehr Erfolg haben wird." Und wenn er guten Willen hätte, würde er das vielleicht auch tun. Aber da es ja diverse Indizien gibt, dass er die Gauner geschützt hat, wird man ihn wohl von seinem Sessel kratzen müssen. Wie ein Diktator wird er sich verhalten, der sich denkt: "Am sichersten lebe ich, solange ich Diktator bin. Wenn ich mal nicht mehr Diktator bin, kann ich ganz schnell zum Häftling werden." Vielleicht fliegen ja auch Dopingärzte auf und in der Folge dann auch deren Kunden aus anderen Sportarten.
5. Vielen Dank Herr Armstrong
rolandjulius 19.10.2012
Die Radsport Krise,ausgelöst durch den Drogenskandal zieht weite Kreise. Die Sponsoren im Radsport ziehen sich zurück. Aber nur im Radsport? Die Vertrauenskrise im Sport im Allgemeinen hat um sich gegriffen, und wird für alle Sportler ein neues Verhältnis zu ihren Sponsern bringen. Vierzehn lange Jahre im professionellem Radsport, und ständig mit Hilfe gesundheitsschädlicher Drogen gewonnen. Das ist das traurige Endergebnis eines skrupellosen Mannes, welcher ohne Erbarmen eine ganze Sportdisziplin, mit all seinen Beteiligten in ein Wirrwar krimineller Handlungen verstrickt hat. Alle Aufputschmittel sind im Sport verboten, weil sie hochgradig gesundheitsschädlich sind. Sich hiermit einen Sieg zu sichern, sollte als krimineller Akt verstanden werden. Sport ohne Drogen ist Cool und gesund, doch das Gegenteil bringt den sicheren Gesundheitsschaden und ganz bestimmt den zerstörten Ruf.
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