Tennis Alexander Zverev siegt im Bruder-Duell

"Etwas ganz Besonderes": Alexander Zverev hat in Washington seinen Bruder Mischa Zverev besiegt und ist ins Viertelfinale eingezogen. Es war das erste Match der beiden auf der ATP-Tour.

Mischa (vorne) und Alexander Zverev
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Mischa (vorne) und Alexander Zverev


Die Nummer eins in der Familie: Alexander Zverev hat beim Hartplatz-Turnier in Washington das Duell gegen Mischa Zverev gewonnen und das Viertelfinale erreicht. Der 21-Jährige dominierte die Achtelfinal-Partie gegen seinen neun Jahre älteren Bruder und siegte in zwei Sätzen 6:3, 7:5. Beide hatten sich auf der ATP-Tour noch nie gegenübergestanden.

Alexander Zverev, Titelverteidiger bei den Citi Open und an Nummer eins gesetzt, empfand das Match als "etwas ganz Besonderes" und sagte nach der Partie: "Ich hoffe, es war nicht das letzte Mal. Ich hoffe, wir stehen uns eines Tages in einem Finale gegenüber, oder ähnliches. Dies war hoffentlich nur das erste von vielen".

Bruder Mischa berichtete, bereits vor dem Spiel wäre es emotional geworden, als die beiden für ein gemeinsames Bild posierten: "Wir kamen zurück und das Publikum hat gejubelt. Ich hatte beinahe Tränen in meinen Augen und habe mich gefragt, was wohl unsere Eltern gerade denken", sagte der 30-Jährige.

Im Viertelfinale des mit mehr als 2,1 Millionen US-Dollar dotieren Turniers wird der Weltranglisten-Dritte auf den Japaner Kei Nishikori treffen.

tip/dpa/sid

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jean-baptiste-perrier 03.08.2018
1. Mental sehr schwierig!
Zum Glück ist es Tennis und kein Boxen! Man denke an die Klitschko-Brüder die ihrer Mutter versprochen haben niemals gegeneinander zu boxen. Doch auch im Tennis ist so ein Geschwister-Duell sehr speziell. Das ist vom Kopf her sicher ganz schwierig. Die beiden haben sicherlich dutzende Trainings-Spielchen miteinander gespielt. Und nun muss man plötzlich vor großem Publikum den Bruder ernsthaft bekämpfen. Im Tennis geht es im Hinblick auf Erfolg ja nicht nur darum sein möglichst bestes Tennis zu spielen, sondern im Match seinen Gegner letztlich mental zu brechen. Gegen den eigenen Bruder ist das sicherlich ein ganz schwieriges Unterfangen. Ich persönlich hätte den Sieg eher Mischa gegönnt. Gut, die beiden sind zwar Brüder, jedoch sind die Unterschiede neben der Weltrangliste sehr offenkundig: 9 Jahre Altersunterschied, Grundlinie gegen Serve-and-Volley und vollkommen unterschiedliche Charaktere. Hier das ungeduldige, übermutige und oft unkontrollierte Tennis-Wunderkind Sascha. Auf der anderen Seite der stets fokussierte und abgeklärte Mischa den seine Verletzungs-Geschichte Demut und Respekt für seine jetzigen Erfolge gelehrt hat. Meine persönlich schönste Erinnerung an ein Geschwister-Duell im Tennis ist der Sieg von Venus gegen Serena im Wimbledon-Enspiel 2008!
jean-baptiste-perrier 03.08.2018
2. Nachtrag zu den Zverevs
Ich habe u.a. hier im Forum schon mehrfach indirekt Mischa aufgefordert seinem kleinen Bruder quasi die Ohren lang zu ziehen im Hinblick auf Respekt und Einstellung beim Tennis. Mischa bringt seinem Bruder jedoch extrem viel (unkritische!) Liebe entgegen und lobt ihn eher ständig. Das ist zwar verständlich - nicht nur als Bruder allgemein, sondern auch mit dem Wissen, dass zu der Zeit als Mischa wegen seiner Verletzungen kurz davor war mit dem Tennis ganz aufzuhören, sein "kleiner" Bruder Sascha ihn mit guter Laune und jugendlicher Zuversicht motivierte weiter zu machen. Es wäre für Sascha mit seinem extremen Ego jedoch sicherlich sinnvoller statt Bewunderung eher kritische Ratschläge von Mischa zu bekommen. Man stelle sich Sascha als Wimbledon-Sieger vor. Hmmmmhhhhh! Und dann alternativ Mischa als Wimbledon-Sieger. Im ersten Fall würde ich das zur Kenntnis nehmen und nur hoffen, dass Sascha sich nicht dann endgültig selbst zum Tennis-Gott erklärt. Mischa (gut, sehr, sehr unwahrscheinlich) als Wimbledon-Sieger wäre emotional für mich eine ganz andere Geschichte. Ich kriege jetzt noch Gänsehaut, wenn ich an den Achtelfinal-Sieg von Mischa gegen den damaligen Weltranglisten-Ersten Andy Murray bei den Australian Open 2017 und das darauf folgende brillante On-Court Interview mit Mischa und Jim Courier denke!
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