Vor den US Open Zverev holt Legende Lendl ins Team

Eigentlich wollte Alexander Zverev vorerst keine prominenten Trainer verpflichten. Jetzt hat er es sich anders überlegt. Der 21-Jährige bereitet sich mit Ivan Lendl auf die US Open vor.

Ivan Lendl
Getty Images

Ivan Lendl


270 Wochen stand Ivan Lendl auf Platz eins der Weltrangliste. Nur Pete Sampras (286) und Roger Federer (310) waren länger an der Spitze als der gebürtige Tscheche, der seit 1992 US-amerikanischer Staatsbürger ist. In den Achtzigerjahren lieferte sich Lendl legendäre Matches mit John McEnroe, Mats Wilander und Boris Becker und gewann acht Grand-Slam-Turniere. Jetzt soll der 58-Jährige dem deutschen Shootingstar Alexander Zverev bei der Vorbereitung auf die US Open helfen.

Welcome to the team Ivan Lendl

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Zverev postete ein gemeinsames Foto mit Lendl auf Instagram und schrieb dazu "Welcome to the team". Details zur Zusammenarbeit sind bislang nicht bekannt. Nachdem sich Zverev im Februar von Juan Carlos Ferrero getrennt hatte, wurde zunächst spekuliert, ob Boris Becker das Team des 21-Jährigen verstärken könnte. Zverev schloss das nicht aus, wollte aber zunächst keinen namhaften Trainer verpflichten.

"Ich habe einen der besten Coaches, die es auf der Tour gibt. Das ist mein Vater", hatte Zverev im April vor dem Masters-Turnier in Monte Carlo gesagt. "Ich bin sehr glücklich mit der Situation in meinem Team. Momentan schaue ich nicht auf neue Coaches." Nachdem er zwar die Turnier in München, Madrid und Washington gewinnen konnte, in Wimbledon und bei den French Open aber scheiterte, scheint sich Zverev nun umentschieden zu haben.

Ivan Lendl (r.) mit Andy Murray
AFP

Ivan Lendl (r.) mit Andy Murray

Lendl hat bereits bewiesen, dass er talentierte Spieler zu ihren ersten Grand-Slam-Titeln führen kann. Der Brite Andy Murray wurde von Lendl trainiert, als er die US Open 2012 und Wimbledon 2013 gewann.

mmm/sid

insgesamt 9 Beiträge
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jean-baptiste-perrier 22.08.2018
1. Überraschend!
Mal sehen wieviele Tage das hält! Das ist wohl eher ein PR-Gag. Lendl ist ja unabhängig (auch finanziell) und wird bestimmt nicht Sascha nach dem Munde reden, sondern ihm hoffentlich ordentlich die Meinung geigen (ohne Rücksicht auf Verluste). Also wenn das länger geht mit Lendl, dann besteht Hoffnung, dass Zverev irgendwann die Kurve kriegt. Lendl muss vor allem an Saschas Mentalität Hand anlegen. Schauen wir mal, ob das klappt.
kortumsonne 22.08.2018
2. Ganz klar...
...jetzt gewinnt er die U.S. Open...
pjotrmorgen 22.08.2018
3. Ivan Lendl
ist sicher eine gute Wahl. Zverev scheint es manchmal an Disziplin zu fehlen, insbesondere hat er seine Emotionen nicht immer im Griff. An guten Tagen kann er jeden auf jedem Belag schlagen, doch an schlechten verliert er zu oft gegen schwache Spieler selbst in den ersten Runden von Grand-Slamturnieren. Lendl muss ihm da mehr Konstanz beibringen, vor allem für Spiele mit drei Gewinnsätzen. Höchstwahrscheinlich wird Zverev noch nicht gleich die US-Open gewinnen, doch in der neuen Saison kann man dann mehr erwarten. Es ist schon ungewöhnlich für eine Nr. 3 der Weltrangliste, dass er als bestes Abschneiden ein einziges Grand-Slam-Viertelfinale in Paris aufzuweisen hat. Eigentlich müsste er regelmäßig die Halbfinals erreichen und eben gelegentlich ein Finale, erst dann kann es etwas werden mit einem großen Sieg.
meresi 22.08.2018
4. Verzweiflung
scheint sich breit zu machen im Lager Zverev. Naja, vielleicht gelingt es Lendel aus ihm einen Stoiker zu machen, das könnte helfen.
worlorn 22.08.2018
5.
Klasse, exakt das, auf das man gewartet hat !!! Lendl hat die Durchsetzungsfähigkeit für seine Vorstellungen. Die Zverevs werden sich fügen müssen. Ihn vor die Türe zu setzen wie Ferrero, das können sie sich nicht so einfach leisten. Aber das wissen die Zverevs sicher und haben bewusst diesen Schritt gemacht. Vielleicht haben die letzten beiden verlorenen Spiele den letztendlichen Anstoß dazu gegeben, vor allem die gegen Tsitsipas. Er war offensichtlich, dass er in einer gewissen Sackgasse steckt. Nach Hochphasen immer wieder Einbrüche, manchmal innerhalb eines Matches. Für die US Open hat sich aber nichts geändert, also den Ball flach halten. Auch Lendl ist kein Hexer. Nachhaltige Effekte seiner Arbeit sind vielleicht in einem halben Jahr oder so zu erwarten. Ich denke da z.B. an die Vorhand. Das war Lendls Waffe. Wenn er ihm keine starke und stabile Vorhand beibringen kann, wer dann?
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