Tennis Görges-Bezwingerin Cornet droht Dopingsperre

Die französische Tennisspielerin Alizé Cornet könnte für zwei Jahre gesperrt werden, weil sie drei Dopingtests innerhalb eines Jahres verpasst hat. "Aus guten Gründen", wie sie behauptet.

Alizé Cornet
AFP

Alizé Cornet


Der Tennis-Weltverband ITF ermittelt gegen Alizé Cornet. Die Französin war im vergangenen Jahr bei drei unangekündigten Dopingkontrollen nicht zu Hause angetroffen worden. Zuletzt hatte sie im Oktober einen Test verpasst, wie Cornet in einem Statement auf ihrem Twitter-Account einräumt. Dafür habe es aber "gute Gründe" gegeben, die der Verband "nicht hören wollte".

Laut eigener Aussage ist Cornet in der vergangenen Saison 20 Mal getestet worden, "natürlich" seien alle Tests negativ gewesen. Im März will sie bei einer ITF-Anhörung zum Fall Stellung nehmen.

Der Verband teilte in einer offiziellen Stellungnahme mit, dass das Verfahren gegen Cornet bereits am 11. Januar eingeleitet worden sei, und wies die Anschuldigungen zurück, den "guten Gründen" kein Gehör geschenkt zu haben. Bei allen Tests seien die international gültigen Richtlinien und Standards des Tennis-Anti-Doping-Programms (TADP) befolgt worden.

Im schlimmsten Fall droht Cornet eine Zwei-Jahres-Sperre. Vorerst wird sie weiter am normalen Turnierbetrieb teilnehmen. Nur auf die Fed-Cup-Begegnung zwischen Frankreich und Belgien am 10. und 11. Februar muss sie wegen ITF-Regularien verzichten. Die Weltranglisten-42. hatte bei den Australian Open in der zweiten Runde Julia Görges besiegt, war dann aber gegen die Belgierin Elise Mertens ausgeschieden.

mmm/sid

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insgesamt 3 Beiträge
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extra330sc 25.01.2018
1. Wenn....
...die gute Dame nicht Tennis, sondern Radsport betreiben würde, wäre das Forum schon randvoll mit den immergleichen Vorhaltungen der gewohnten Klientel....ähnlich wie bei Frau Cornets ungeklärtem Verschwinden, wird es sicher "gute Gründe" dafür geben, dass die Empörung primär beim Radsport um sich greift.
ffen 25.01.2018
2. @extra330sc
Das hat vielleicht damit zu tun, dass es im Radsport eine schier unendlich lange Liste an überführten Dopingsündern in der absoluten Weltspitze gibt? Und das trotz ewiger Beteuerungen "ne jetzt aber wirklich sauber" zu sein - das klingt für mich nach einem "guten Grund". Aktuell hat es ja mal wieder den Tour Dominator und sein aggressiv leugnendes Sky Team erwischt. Aber klar, ein Kerl der keine bemerkenswerte Amateurkarriere vorzuweisen hatte, explodiert auf einmal dermaßen, dass er die härtesten Radrennen der Welt gegen die absolute Elite in fast Armstrong mäßiger Weise dominiert - also meine persönliche Überraschung über seinen positiven Test hielt sich schwer in Grenzen. Dessen ungeachtet gehört die junge Dame freilich gesperrt. Die Regeln der Tennis Anti-Doping Kommission sind fair, und das Verpassen gleich dreier Tests darf nicht folgenlos bleiben, sonst kann man sich den ganzen Aufwand auch gleich sparen.
Lankoron 26.01.2018
3. Wozu braucht es
noch monatelanger Anhörungen? Sie hat ja nicht einen, sondern 3!!! Tests innerhalb eines Jahres verpasst, dass sollte doch eine automatische Sperre nach sich ziehen? Es mag mal Grund zu einem verpassten Test geben, aber 3 sind unglaubwürdig. In anderen Sportarten würde das Forum hier kochen. Andererseits...welcher Fussballspieler wird eigentlich mehr als 20mal im Jahr kontrolliert?
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