Tennis Becker befeuert Zoff im Davis-Cup-Team

Eigentlich sollte er Deutschland ins Viertelfinale führen, nun ist er zum Buhmann geworden: Nach seiner Erkrankung erschien Philipp Kohlschreiber nicht zum Davis-Cup-Match gegen Argentinien - und wurde anschließend von Tommy Haas und Boris Becker für sein Verhalten attackiert.

Ex-Profi Becker: Unverständnis für das Verhalten von Philipp Kohlschreiber
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Ex-Profi Becker: Unverständnis für das Verhalten von Philipp Kohlschreiber


Hamburg - Der Teamgeist erschüttert, das Comeback missglückt, die Geburtstagsfeier verdorben: Es ist ein Wochenende zum Vergessen für das deutsche Männer-Tennis. Die deutsche Davis-Cup-Mannschaft hat gegen Vorjahresfinalist Argentinien nicht nur 1:4 verloren - sondern auch noch eine neue Baustelle aufgemacht.

Ausgerechnet am 46. Geburtstag von Teamchef Patrik Kühnen am Samstag verlor das deutsche Doppel aus Rückkehrer Tommy Haas und Philipp Petzschner - und sorgte damit für das vorzeitige Aus. Haas kam nach der Pleite in Rage - und attackierte den kranken Philipp Kohlschreiber öffentlich. "Für mich nicht verständlich, dass er nicht hier war. Es ist sehr schade, dass Philipp nicht mal vorbeigekommen ist", kritisierte Haas den wegen eines Magen-Darm-Infekts ausgefallenen Kohlschreiber.

Der Weltranglisten-31. hatte sich bei Kühnen am vergangenen Mittwoch abgemeldet - und sich dann nicht mehr gerührt. Kein Anruf, keine SMS. "Er sagte mir, er sei zu schwach, um gegen Argentinien spielen zu können. Seitdem hatte ich keinen Kontakt mehr zu Philipp", sagte Kühnen und zeigte Verständnis für die Haas-Schelte: "Ich weiß nicht, wie es Philipp geht. Aber wir hätten uns alle gewünscht, wenn er uns wenigstens für einen Tag unterstützt hätte."

Ähnlich sah es der dreimalige Wimbledon-Sieger Boris Becker, der sogar damit rechnet, dass der Konflikt das Team noch einige Zeit beschäftigen wird. "Das wird nicht so spurlos vorübergehen", erklärte der dreimalige Wimbledon-Sieger bei bild.de. Dass Kohlschreiber am Wochenende keinerlei Kontakt zu den Kollegen gehabt habe, sei "nicht gerade mannschaftsförderlich", sagte Becker.

Stebe sorgt für Achtungserfolg

Am Sonntag verlor Florian Mayer noch sein zweites Einzel 5:7, 5:7 gegen Juan Ignacio Chela. Für den Ehrenpunkt sorgte anschließend der 21-jährige Cedrik-Marcel Stebe, der bei seinem Debüt für Deutschland 7:6 (7:1), 7:5 gegen Eduardo Schwank gewann.

Für die neue Verbandsspitze um Präsident Karl-Georg Altenburg machte die Niederlage den verpatzten Einstand perfekt. Bereits am vergangenen Wochenende hatten Sabine Lisicki und Co. im Fed Cup das Halbfinale verpasst - beiden deutschen Teams droht damit der Abstieg. "Die sportliche Bilanz ist natürlich enttäuschend", gab Altenburg zu.

Statt eines Heimspiels im Viertelfinale wartet nun wie zuletzt 2010 die Play-off-Runde um den Klassenerhalt auf das Kühnen-Quartett. Der Gegner für die Relegation (14. bis 16. September 2012) wird am 11. April ausgelost.

leh/dpa



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insgesamt 7 Beiträge
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#Nachgedacht 12.02.2012
1. Nivau`
Zitat von sysopDPAEigentlich sollte er Deutschland ins Viertelfinale führen, nun ist er zum Buhmann geworden: Nach seiner Erkrankung erschien Philipp Kohlschreiber nicht zum Davis-Cup-Match gegen Argentinien - und wurde anschließend von Tommy Haas und Boris Becker für sein Verhalten attackiert. http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,814809,00.html
Manchmal kann man nur noch geschockt sein, so wie bei diesem Artikel. Da wird über einen Sportler, welcher sich krank gemeldet hat, in unsportlichster Art und Weise hergefallen. Man erfährt nicht wie schwer ihn der Magen-Darm-Infekt erwischt hat, aber das es unmöglich ist das er nicht erschienen ist(vielleicht mit Windeln und Kotzschale) oder eine SMS geschrieben hat. Wenn Sportler im Krankheitsfalle für andre einspringen, geht man davon aus, dass sie ihr Bestes geben. Sind die Erfolge dann nicht wie erwartet, sollte es fairer Weise keinen Streit geben und schon gar nicht eine so plump anmutende Begründung für die gezeigte Leistung. Man sollte viel mehr hoffen und wünschen das die Kranke Person schnell wieder gesund und leistungsfähig wird. Ob die hier gezeigte, nicht gerade von einem sportlich, kameradschaftlichem Umgang zeugende Atmosphäre dies tut wage ich zu bezweifeln. Letztendlich hört sich das Statement des Herrn Bäcker an, als habe hier ein Spieler mit vorgeschobenem Grund sich einer Verpflichtung entzogen, doch dann hat diese Truppe wahrlich ein viel gewaltigeres Problem als die Relegation! #Nachgedacht
hwolf@gmx.net 12.02.2012
2.
Zitat von #NachgedachtManchmal kann man nur noch geschockt sein, so wie bei diesem Artikel. Da wird über einen Sportler, welcher sich krank gemeldet hat, in unsportlichster Art und Weise hergefallen. Man erfährt nicht wie schwer ihn der Magen-Darm-Infekt erwischt hat, aber das es unmöglich ist das er nicht erschienen ist(vielleicht mit Windeln und Kotzschale) oder eine SMS geschrieben hat. Wenn Sportler im Krankheitsfalle für andre einspringen, geht man davon aus, dass sie ihr Bestes geben. Sind die Erfolge dann nicht wie erwartet, sollte es fairer Weise keinen Streit geben und schon gar nicht eine so plump anmutende Begründung für die gezeigte Leistung. Man sollte viel mehr hoffen und wünschen das die Kranke Person schnell wieder gesund und leistungsfähig wird. Ob die hier gezeigte, nicht gerade von einem sportlich, kameradschaftlichem Umgang zeugende Atmosphäre dies tut wage ich zu bezweifeln. Letztendlich hört sich das Statement des Herrn Bäcker an, als habe hier ein Spieler mit vorgeschobenem Grund sich einer Verpflichtung entzogen, doch dann hat diese Truppe wahrlich ein viel gewaltigeres Problem als die Relegation! #Nachgedacht
Dem kann ich nur beipflichten. Wer krank ist, ist krank und weder muss noch sollte sich auf den Tennisplatz quälen, um den dortigen Sensibelchen die Hand zu halten. Wer eine richtige Magenverstimmung hat, ist an ein gewisses Örtchen gebunden. Dort könnte er theoretisch SMS schreiben, die dann ganz bestimmt von den Spielern während des Matches zum psychischen Aufbau gelesen werden. Wo sind wir denn?
Endlager 12.02.2012
3. Das Sensiblchen...
...ist meiner Ansicht nach Kohlschreiber. Einfach unterzutauchen, ist völlig unprofessionell, und eine offizielle Krankmeldung hat es anscheinend auch nicht gegeben.
Connor Larkin 12.02.2012
4. Kein Arbeitgeber
Zitat von Endlager...ist meiner Ansicht nach Kohlschreiber. Einfach unterzutauchen, ist völlig unprofessionell, und eine offizielle Krankmeldung hat es anscheinend auch nicht gegeben.
Kohlschreiber ist nicht Angestellter des DTB oder ein schulpflichtiger Schüler, es reicht wenn er sagt er ist krank! Er braucht kein Athest vom Arzt oder eine Krankmeldung, höchstens für seine private Verdienstausfallversicherung, wenn es sowas für Profi-Sportler gibt. Auch die Öffentlichkeit hat keinen Anspruch auf präzisere Ausführungen über seine Magen-Darm-Grippe. Vielleicht ist er sensibel, deshalb verkriecht er sich bei Krankheit und will seine Ruhe: Sein gutes Recht. Soll mir doch Keiner erzählen, dass die gegen Argentiniem verloren haben weil sie sich die ganze Zeit gefragt haben wo der Kohlschreiber steckt und ob es Ihm so schlecht geht. Würde mich umgekehrt interessieren ob einer vom Team sich bei ihm gemeldet hat und sich erkundigt hat wie es ihm geht. Das ganze Verhalten zeigt wie wenig das eine Mannschaft ist und was für "große Sportsmänner" das sind. An Kohlschreibers Stelle würde ich auf weitere Davis Cup Auftritte verzichten. Ist im Tennis als Einzelsportart eh von geringer Bedeutung.
yanasa 13.02.2012
5. Unmut
Zitat von sysopDPAEigentlich sollte er Deutschland ins Viertelfinale führen, nun ist er zum Buhmann geworden: Nach seiner Erkrankung erschien Philipp Kohlschreiber nicht zum Davis-Cup-Match gegen Argentinien - und wurde anschließend von Tommy Haas und Boris Becker für sein Verhalten attackiert. http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,814809,00.html
Ich denke, daß zur schlechten Stimmung im Davis-Cup-Team mehrere Faktoren das Ihre beitragen. Einer der Top-Favoriten ist krank. Das weiß man nicht erst seit dem Wochenende, das stand ja schon Mitte letzter Woche in der Zeitung. Ein normaler Arbeitnehmer, der krank ist, sollte wohl auch alles tun, um seinen Genesungsprozess zu fördern. Im Falle einer Magen-Darm-Erkrankung ist dies wohl, daß man zu Hause bleibt. Hat Herr Kohlschreiber wohl auch getan. Wie ein Teilnehmer des Forums schon so richtig bemerkt hat, hätte genauso gut einer der Team-Kollegen nachfragen können, wie es Herrn Kohlschreiber geht, statt nur daran herumzumäkeln, daß dieser sich nicht gemeldet hat. In meinen Augen ist es sogar eher die Aufgabe des Trainers oder Team-Chefs, sich um das Wohl seiner Schützlinge zu sorgen. Also ist diese ganze Aufregung ein selbst verursachter Sturm im Wasserglas und trägt nicht unbedingt dazu bei, die Popularität des Davis-Cups zu steigern. Hier wurde wohl eher ein Sündenbock gesucht, auf den man das unstimmige Spiel schieben kann. Als zweiter - und wohl auch nicht zu unterschätzender Punkt kommt hinzu, daß keine der Fernsehanstalten, nicht einmal der BR, in dessen Sendegebiet diese Veranstaltung stattfand, es für nötig hielt, das Spiel zu übertragen. Das ist für Weltklassespieler mehr als bitter! Und nicht nur den argentinischen Gästen gegenüber etwas unfair... Aber das spricht nur für das Bestreben, Oberfranken wieder einmal aussen vor zu lassen. Es ist ja nicht die einzige Sportveranstaltung dort, die auf hohem Niveau stattfindet, aber nur wenn, dann im Internet nachzuverfolgen ist. Dafür werden aber ganz viele Fußballspiele, Biatlon und sonstiges übertragen. Hauptsache, es findet nicht in Oberfranken statt... Also doppelt bitter: einer der Top-Spieler fällt aus, die Stimmung innerhalb des Teams ist nicht die beste (da ist bestimmt nicht der Herr Kohlschreiber alleine verantwortlich, da klemmt es wohl wo anders!) und zusätzlich bekommt von den spannenden Spielen außer der Zuschauer in der Stechert-Arena niemand etwas mit.
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