Sensation bei den Australian Open: Das ist Williams-Bezwingerin Stephens

Sie ist 19 Jahre jung und gilt bereits als Nachfolgerin von Serena Williams: Bei den Australian Open spielte US-Nachwuchsstar Sloane Stephens bereits groß auf - und warf ihr Vorbild raus. Doch wer genau ist die große Turniersensation? Alles Wichtige zu Sloan Stephens im Überblick.

Sloane Stephens: Sieg gegen Vorbild Williams im Viertelfinale Zur Großansicht
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Sloane Stephens: Sieg gegen Vorbild Williams im Viertelfinale

Hamburg - Selbst nach dem Matchball im Viertelfinale gegen Serena Williams beeindruckte Sloane Stephens mit starker Beinarbeit. Auch nach 2:17 Stunden war sie noch nicht müde, schnell eilte sie an ihre Schlägertasche - um ihrer Mutter schnell per Handy eine Kurzmitteilung zu schicken. "Aber da kamen so viele SMS an, dass ich es gleich wieder weggelegt habe. Jetzt sind es 213", sagte die US-Amerikanerin strahlend auf der Pressekonferenz nach ihrem bisher größten Triumph.

Reihenweise Glückwünsche bekam Stephens, so auch von den Basketball-Stars Dirk Nowitzki und Shaquille O'Neal via Twitter. "Auch Dirk hat mir einen Tweet geschickt, ich bin einfach begeistert", so Stephens. "Vor dem Spiel folgten mir bei Twitter 17.000 Leute - jetzt sind es 35.000."

Das Interesse an dem Teenager ist nach der bisher größten Sensation bei den Australian Open 2013 gewaltig - doch wer ist diese Sloane Stephens überhaupt?

Hier die wichtigsten Fakten, Infos und Anekdoten zum kommenden US-Star.

Wie hat sie es bei den Australian Open ins Halbfinale geschafft?

1. Runde: 6:1, 6:1 gegen Simone Halep (Rumänien, Nr. 45) 2. Runde: 6:4, 6:3 gegen Kristina Mladenovic (Frankreich, Nr. 98) 3. Runde: 7:5, 6:3 gegen Laura Robson (England, Nr. 53) Achtelfinale: 6:1, 3:6, 7:5 gegen Bojana Jovanovski (Serbien, Nr. 56) Viertelfinale: 3:6, 7:5, 6:4 gegen Serena Williams (USA, Nr. 3)

Wie alt, wie groß, wie schwer?

Stephens wurde am 20. März 1993 geboren, ist 1,70 Meter groß und wiegt 61 Kilogramm. Seit 2009 ist die Rechtshänderin Tennis-Profi, derzeit ist sie 25. der Weltrangliste - ihre bisher beste Platzierung. Nach den Australian Open wird sie sich weiter verbessern. Trainiert wird sie von David Nainkin.

Wo kommt Sloane Stephens her?

Geboren ist Stephens in der Kleinstadt Plantation im US-Bundesstaat Florida, die Familie zog jedoch kurze Zeit später ins kalifornische Fresno. Im Alter von elf Jahren dann der nächste Umzug nach Boca Raton (Florida). An der Tennisakademie der ehemaligen Tennis-Weltranglistenersten Chris Evert begann Stephens ihren Weg zum Profi.

Wann und wie hat sie mit dem Tennis angefangen?

Dass sie überhaupt mit Tennis begonnen hat, sei eher dem Zufall geschuldet, sagt sie. "Unser Haus lag halt gegenüber von einem Country Club und mein Stiefvater hat dort gespielt. Eines Tages bin ich einfach mitgekommen und habe mitgemacht." Da war sie bereits neun Jahre alt. Alt, aber nicht zu alt, um es noch ganz nach oben zu schaffen, sagt sie selbst: "Es ist egal, wann man anfängt. Es geht darum, wie man die Zeit nutzt, wenn man einmal angefangen hat."

Woher hat sie ihr Talent?

Beide Eltern von Stephens waren Profi-Sportler - sehr erfolgreiche sogar. Ihre Mutter Sybil Smith wurde 1988 als erste afroamerikanische Schwimmerin in ein amerikanisches College All-American-Team gewählt. Sloanes 2009 bei einem Autounfall ums Leben gekommener Vater John Stephens spielte in der US-Footballliga NFL zwischen 1988 und 1993 für die New England Patriots, Green Bay Packers, Atlanta Falcons und Kansas City Chiefs. "Alle in meiner Familie sind sehr sportlich, da habe ich einfach Glück gehabt", so Stephens.

Was waren bisher Stephens größte Erfolge?

Im Einzel konnte sie bisher einen Titel gewinnen: 2011 triumphierte sie beim ITF-Turnier im italienischen Reggio Emilia. Im Doppel gewann sie auf der Junior-Tour 2010 gleich drei von vier Grand-Slam-Turniere (Wimbledon, French Open, U.S. Open) an der Seite der Ungarin Timea Babos. 2008 hatte sie mit ihrer Landsfrau Mallory Burdette noch das Doppelfinale der U.S. Open verloren.

Bei den Erwachsenen erreichte sie erstmals 2011 bei den U.S. Open das Hauptfeld. Mit einer Wildcard gestartet kam sie bis in die dritte Runde, wo sie gegen Ana Ivanovic verlor. Bei den French Open 2012 erreichte sie erstmals das Achtelfinale eines Grand-Slam-Turniers. Dort scheiterte sie an Samantha Stosur. In Wimbledon schied sie in Runde drei gegen Sabine Lisicki aus. Bei den U.S. Open erreichte sie mit Siegen über Francesca Schiavone und Tatjana Malek die dritte Runde und unterlag dort erneut Ivanovic.

Wer sind ihre Vorbilder?

Sie selbst bezeichnete Kim Clijsters und die beiden Williams-Schwestern Venus und Serena - mit denen sie auch befreundet ist - als Inspiration für ihr Spiel. Beim Duell in Melbourne taugte Serena, die von der WTA einst sogar zu ihrem Mentor auf der Tour ernannt worden war, allerdings weniger zum Vorbild: Sie zertrümmerte ihren Schläger und schrie ihren Frust lautstark heraus.

Was sind ihre Ziele?

Von Experten wird sie bereits als Nachfolgerin der Williams-Schwestern gehandelt - auch was ihre Chancen auf die Spitze der Weltrangliste angeht. Stephens selbst gibt sich weniger ambitioniert: "Wenn ich mich weiter gut entwickeln kann, werde ich weitermachen und mein Bestes geben. Wenn nicht, dann nicht."

luk

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Legendäre Tennisspieler: Spiel, Satz und Schlägerbruch

Die Sieger der Australian Open seit 2000
Jahr Männer Frauen
2014 Stanislas Wawrinka Li Na
2013 Novak Djokovic Victoria Asarenka
2012 Novak Djokovic Victoria Asarenka
2011 Novak Djokovic Kim Clijsters
2010 Roger Federer Serena Williams
2009 Rafael Nadal Serena Williams
2008 Novak Djokovic Marija Scharapowa
2007 Roger Federer Serena Williams
2006 Roger Federer Amélie Mauresmo
2005 Marat Safin Serena Williams
2004 Roger Federer Justine Henin
2003 Andre Agassi Serena Williams
2002 Thomas Johansson Jennifer Capriati
2001 Andre Agassi Jennifer Capriati
2000 Andre Agassi Lindsey Davenport
Tennis: Die wichtigsten Schläge
Beginnt der Aufschläger nicht mit einem Ass und der Rückschläger spielt den Ball zurück übers Netz, läuft der Ballwechsel. Dann kann es zu folgenden Schlägen kommen:

  • VOLLEY: Der Ball wird noch vor dem Aufkommen auf dem Boden geschlagen. Dieser Schlag wird vorwiegend am Netz gespielt und soll den Ballwechsel beenden.

    PASSIERSCHLAG: Ist der andere Spieler ans Netz vorgerückt, kann er nicht die gesamte Breite des Feldes abdecken - und mit einem Schlag seitlich an ihm vorbei passiert werden.

    STOPP: Ein zumeist mit Rückwärtsdrall gespielter Ball, der kurz hinter dem Netz aufkommt und für den Gegner schwer zu erreichen ist. Wird vorwiegend auf dem langsamen Belag Sand gespielt.

    LOB: Nach einem gespielten Stopp rückt der Spieler zumeist ans Netz vor. Dann ist es möglich ihn mit einem hoch geschlagenen Lob-Ball zu überspielen.

    SCHMETTERBALL: Wird der Lob zu flach gespielt, bietet sich für den Gegner die Möglichkeit, den Ballwechsel mit einem Schmetterball zu beenden. Der Schlag ähnelt sehr dem Aufschlag und ist ein mit hohem Tempo gespielter Überkopfschlag.

  • Zudem lassen sich die Schläge von der Grundlinie unterteilen, egal ob Vor- und Rückhand:

  • TOPSPIN: Durch eine von unten nach oben durchgeführte Schlagbewegung wird dem Ball Vorwärtsdrall verliehen. Der Ball steigt dadurch zunächst relativ hoch an, fällt dann aber steil nach unten. So können auch sehr diagonal oder schnell gespielte Bälle noch im Feld landen.

    SLICE: Ist das Gegenteil vom Topspin. Die Schlagbewegung ist von oben nach unten, der Ball erhält damit Rückwärtsdrall. Der Ball wird möglichst am höchsten Punkt getroffen, die Flugkurve ist dann sehr flach und stetig sinkend. Der Ball ist dadurch relativ lange in der Luft, so dass der Schlag entweder als Verteidigungsschlag oder als Vorbereitung zum Aufrücken ans Netz verwendet wird.

    DRIVE: Der Ball wird sehr direkt getroffen und damit nur mit sehr wenig oder gar keiner Rotation versehen.

Jeder dieser drei Schläge kann entweder cross, also quer, oder longline, der Linie entlang, gespielt werden. Ein Longline-Schlag erfordert eine hohe Präzision, da der Ball leicht im Aus landen kann - und das Netz zudem außen höher ist als in der Mitte. Cross gespielte Schläge hingegen fordern weniger Genauigkeit, können dafür aber mit mehr Tempo gespielt werden.