Davis Cup Spanien vs. Deutschland Showdown in der Stierkampfarena

Alexander Zverev und Rafael Nadal haben ihre ersten Matches im Davis-Cup-Viertelfinale zwischen Spanien und Deutschland gewonnen. Am Sonntag kommt es zum Duell der Superstars.

Rafael Nadal
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Rafael Nadal


Am ersten Tag des Davis-Cup-Viertelfinals zwischen Spanien und Deutschland gab es keine Überraschungen. Vor 10.000 Zuschauern in der ausverkauften Stierkampfabena von Valencia gewann Alexander Zverev zunächst souverän gegen David Ferrer und brachte die DTB-Auswahl in Führung. Dann sorgte der Weltranglistenerste Rafael Nadal mit einem Dreisatzerfolg gegen Philipp Kohlschreiber für den Ausgleich.

David Ferrer - Alexander Zverev 4:6, 2:6, 2:6

Am vergangenen Sonntag hatte Zverev im Masters-Finale von Miami noch knapp gegen John Isner verloren. Fünf Tage später war von Enttäuschung beim Weltranglistenvierten nichts mehr zu sehen. In seinem ersten Match auf Sand in der laufenden Saison wurde Zverev seiner Favoritenrolle gerecht und setzte sich 6:4, 6:2, 6:2 gegen Ferrer durch.

Der 20-Jährige leistete sich im ersten Satz zwar noch relativ viele vermeidbare Fehler, bestimmte das Match aber trotzdem mit seinem druckvollen Spiel von der Grundlinie und entschied den Durchgang nach 39 Minuten für sich. Im zweiten Satz hatten beide Spieler Probleme, ihren Aufschlag durchzubringen. Ferrer gelangen zwei Breaks, Zverev sogar vier.

Im dritten Durchgang hatte Zverev seinen Rhythmus endgültig gefunden, spielte sehr dominant und ließ Ferrer keine Chance. Nach 1:55 Stunden Minuten verwandelte er seinen ersten Matchball.

"Ich wusste, dass ich den Punkt holen muss, deswegen habe ich schon einen gewissen Druck gespürt. Umso größer ist die Freude, dass ich das Match gewinnen konnte", sagte Zverev. Für Ferrer war es die erste Davis-Cup-Niederlage auf Sand. Zuvor hatte der Spanier 16 Matches auf seinem Lieblingsbelag gewonnen.

Rafael Nadal - Philipp Kohlschreiber 6:2, 6:2, 6:3

Im zweiten Einzel feierte Nadal ein erfolgreiches Comeback nach zweimonatiger Pause. Der Weltranglistenerste hatte seit seinem verletzungsbedingten Aus bei den Australian Open kein Match bestritten, gab sich bei seinem 6:2, 6:2, 6:3-Erfolg gegen Kohlschreiber aber keine Blöße.

"Das war eine solide Leistung", sagte Nadal. "Es fühlt sich gut an, wieder auf Sand zu spielen. Und in einer Stierkampfarena zu spielen, ist sowieso immer etwas Besonderes. Ich fühle mich sehr gut. Es ist immer schwierig, nach Verletzungen zurückzukommen. Umso schöner ist es, vor heimischem Publikum spielen zu können."

Durch seinen Erfolg gegen Kohlschreiber hat Nadal 23 Davis-Cup-Matches in Folge gewonnen. Das ist die längste Siegesserie in der 118-jährigen Geschichte des Wettbewerbs, die Nadal am Sonntag weiter ausbauen wird. Dann trifft er im Duell der Topspieler auf Zverev.

Vorher kommt es zum Doppel. Am Samstag gehen die spanischen Olympiasieger Marc Lopez und Feliciano Lopez als große Favoriten ins Match gegen Jan-Lennard Struff und Tim Pütz.

mmm/sid



insgesamt 9 Beiträge
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vonkniestaedt 06.04.2018
1. Bravo Sascha.
Es ist Davis Cup und wir dürfen nichts sehen. Eine Unverschämtheit der öffentlichen Anstalten die wir alle teuerst allimentieren.
worlorn 07.04.2018
2.
Zitat von vonkniestaedtEs ist Davis Cup und wir dürfen nichts sehen. Eine Unverschämtheit der öffentlichen Anstalten die wir alle teuerst allimentieren.
Volle Zustimmung! Eine Veranstaltung, wo richtig was los ist, wo die Post abgeht, wo einer der großen männlichen Attraktionen des deutschen Sports agiert sowie der Weltbeste auf diesem Belag, lässt man links liegen. Übertragungsrechte einzukaufen hat man wohl nicht für nötig gehalten. Aber Hauptsache vom Gekicke wird fleisig selbst zweitklassiges Zeugs abgenudelt. Das ist der Irrsinn der Sportberichterstattung bei uns.
jean-baptiste-perrier 07.04.2018
3.
" Es ist Davis Cup und wir dürfen nichts sehen. Eine Unverschämtheit der öffentlichen Anstalten die wir alle teuerst allimentieren." -------- Zitat Ende ----------- Das Problem ist: Tennis interessiert Sie, mich, ein paar Dutzend Leute die hier bei SPON im Forum aktiv sind und ansonsten leider nur sehr wenige. Schauen Sie sich mal die Einschaltquoten 2016 vom (damals noch flächendeckend zumindest in SD-Qualität) frei empfangbaren Eurosport 1 an. Egal ob Australian Open (Turniersieg Angelique Kerber), French Open oder US Open (Kerber gewinnt als neue Weltranglistenerste ihr zweites Grand Slam Turnier) waren die Einschaltquoten erbärmlich. Sat.1 hat doch auch Fed-Cup der deutschen Damen mit großem Brimborium präsentiert. Auch da waren die Einschaltquoten unterirrdisch. Das rechnet sich einfach nicht. Denn international ist Tennis durchaus stark nachgefragt und dementsprechend kosten die Rechte. Bloß der deutsche Zuschauer ist offensichtlich mittlerweile zu doof, um Tennis mit Interesse verfolgen zu können. Dem kann man eher selbst Drittliga- und Viertliga-Fußball andrehen. Es wird kaum Tennis im Free-TV gezeigt, weil es schlicht nicht genügend Zuschauer dafür gibt. Das ist leider die Wahrheit.
jean-baptiste-perrier 07.04.2018
4.
Man könnte bei ARD und ZDF natürlich sagen: "Die Quote ist uns mal egal - wir senden jetzt mal Davis-Cup koste was es wolle, weil wir davon überzeugt sind, dass dies ein großartiger und bedeutsamer Sport-Event ist!" Bloß hat da eben kein Verantwortlicher dafür den passenden ***** in der Hose, weil man eben auch dort sklavisch das Mantra der TV-Quote vorsichherträgt. Da sind schlicht auch einfach nicht mehr die notwendigen Experten in den Sportredaktionen wie man sie noch in den 80-zigern auch bereits vor Becker und Graf hatte. Ich denke da an so Leute wie Hans-Jürgen Pohmann, Volker Kottkamp, etc. Stattdessen hat man dann wie beim ZDF (Tennis bei Olympia) einen Aris Donzelli der mit seinen "tollen" Französisch-Kenntnissen brilliert ohne zu kapieren, dass bei Frau Kerber der Vorname Angelique quasi eingedeutscht ausgesprochen wird (ähnlich wie bei Angela Merkel). Es sollte auch jedem halbwegs gebildeten Menschen klar sein, dass man hingegen weibliche Nachnahmen aus dem tschechischen Sprachraum hingegen wie folgt betont: Cibul-kova und nicht Cibulko-va! Das kann ja nur passieren, weil solche Leute sich offenkundig für die Sportarten über die sie berichten müssen, persönlich nicht interessieren.
worlorn 07.04.2018
5.
So einfach sind die Dinge aber nicht. Wie konnte sich dann in den 80er Jahren, zu Zeiten von Boris, Stich und Graf, ein so riesiges Interesse entwickeln? Davor war es nämlich auch nicht viel anders wie heute. Die Sender hätten damals genauso argumentieren und es lassen können. Der "Urknall" war ja der Wimbledon-Sieg von Boris. Aber davor war er keine große Nummer und sein Sieg war unerwartet, absolut sensationell, trotzdem lief das Turnier im ÖR-TV. Daran erkennt man das Grundproblem. Wie soll sich ein allgemeines Interesse entwickeln, wenn es nicht gezeigt wird? Andererseits, wenn was viel Raum bekommt und aufwändig präsentiert und auch für den Laien schmackhaft gemacht wird, dann steigt das Interesse automatisch. Kerber ist ein schlechtes Beispiel, weil sie nicht die Statur eines Stars hat, weder von ihrem unattraktiven Defensivspiel her, mehr von den Fehlern der Anderen lebendend, noch von ihrer Erscheinung. Da ist Sascha eine ganz andere Kategorie und zwar in Allem, als Erscheinung auf dem Platz, mit seinem enorm druckvollen Spiel und als Mensch. Er ist tritt nämlich sehr sympathisch auf, ohne jegliche Starallüren, jeder kann ihn ansprechen. Dass er mal ausrastet, wer kann ihm das in seinem Alter verdenken? Umgekehrt würde ich es für bedenklich ansehen. Soll sich ruhig noch austoben, ist ja mit demnächst 21 noch ein Azubi für Spitzentennis. Ich glaube, dass viele, vielleicht auch Sie, gar nicht wissen, was wir an ihm haben. Es ist sporthistorisch, was wir gerade erleben. Becker hat zwar 5 GS-Siege gewonnen aber konstant war er nicht, nur 4 bis 5 Wochen mal Nr. 1. Auf Sand hat er kein großes Turnier gewonnen. Sascha ist auf allen Belägen stark, kann überall gewinnen. Er hat das größte Potenzial aller jungen Spieler und das Zeug dazu, nicht nur ein paar Wochen auf Platz 1 zu stehen. Natürlich muss er dafür noch reifen, sich weiterentwickeln, Erfahrung aufbauen. Dann werden auch die GS-Siege automatisch kommen, wetten? Übrigens, das Spiel gegen Ferrer war so ein besonderer Moment. Der dürfte in seiner Karriere selten so hergespielt worden sein. Da hat Sascha wieder mal gezeigt, welche großen Möglichkeiten er hat.
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