ATP-Finale in London: Del Potro schlägt überraschend Federer

Dämpfer für Roger Federer: Der bereits fürs Halbfinale qualifizierte Schweizer hat bei der Tennis-WM erstmals verloren. Gegen Juan Martin del Potro unterlag Federer in drei Sätzen. Durch den Erfolg zog der Argentinier ebenfalls in die K.o.-Runde ein.

Tennisprofi del Potro: Sieg gegen Roger Federer Zur Großansicht
REUTERS

Tennisprofi del Potro: Sieg gegen Roger Federer

Hamburg - Roger Federer hat beim ATP-Tour-Finale in London seine erste Niederlage kassiert. Der Schweizer unterlag im letzten Gruppenspiel überraschend dem Argentinier Juan Martin del Potro 6:7 (3:7), 6:4, 3:6. Für den Weltranglisten-Zweiten Federer war es im 17. Vergleich mit del Potro, derzeit die Nummer sieben der Welt, erst die vierte Niederlage.

Der Argentinier siegte vor allem dank seiner Effektivität. In der gesamten Partie erspielte er sich nur einen Breakball, und den nutzte er im ersten Spiel des dritten Satzes direkt. Federer konnte trotz insgesamt zwölf Assen (vier mehr als sein Gegner) nicht mehr zurückkommen und verlor somit beim Tourfinale erstmals nach zuvor zwölf Siegen in Serie.

"Ich hatte keine großen Probleme bei eigenem Aufschlag, habe aber keinen Weg gefunden, häufiger das Break zu holen", sagte Federer: "Del Potro hat heute einfach die richtigen Schläge im richtigen Moment gespielt."

Trotz der Pleite holte sich Federer den Gruppensieg - dank der Hilfe von David Ferrer. Der Spanier besiegte im Abendspiel Janko Tipsarevic 4:6, 6:3, 6:1. Bei einem Erfolg des Serben wäre del Potro Gruppensieger gewesen. Nun muss der Argentinier im Halbfinale gegen den Weltranglistenersten Novak Djokovic antreten, Federer trifft auf Andy Murray.

leh/AP/sid

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Legendäre Tennisspieler: Spiel, Satz und Schlägerbruch

Sieger ATP World Tour Finals seit 2000
Jahr* Ort Sieger
2013 London Novak Djokovic
2012 London Novak Djokovic
2011 London Roger Federer
2010 London Roger Federer
2009 London Nikolai Dawydenko
2008 Shanghai Novak Djokovic
2007 Shanghai Roger Federer
2006 Shanghai Roger Federer
2005 Shanghai David Nalbandian
2004 Houston Roger Federer
2003 Houston Roger Federer
2002 Shanghai Lleyton Hewitt
2001 Sydney Lleyton Hewitt
2000 Lissabon Gustavo Kuerten
*seit 2009 ATP World Tour Finals, davor von 2000 bis 2008 Tennis Masters Cup
Tennis: Die wichtigsten Schläge
Beginnt der Aufschläger nicht mit einem Ass und der Rückschläger spielt den Ball zurück übers Netz, läuft der Ballwechsel. Dann kann es zu folgenden Schlägen kommen:

  • VOLLEY: Der Ball wird noch vor dem Aufkommen auf dem Boden geschlagen. Dieser Schlag wird vorwiegend am Netz gespielt und soll den Ballwechsel beenden.

    PASSIERSCHLAG: Ist der andere Spieler ans Netz vorgerückt, kann er nicht die gesamte Breite des Feldes abdecken - und mit einem Schlag seitlich an ihm vorbei passiert werden.

    STOPP: Ein zumeist mit Rückwärtsdrall gespielter Ball, der kurz hinter dem Netz aufkommt und für den Gegner schwer zu erreichen ist. Wird vorwiegend auf dem langsamen Belag Sand gespielt.

    LOB: Nach einem gespielten Stopp rückt der Spieler zumeist ans Netz vor. Dann ist es möglich ihn mit einem hoch geschlagenen Lob-Ball zu überspielen.

    SCHMETTERBALL: Wird der Lob zu flach gespielt, bietet sich für den Gegner die Möglichkeit, den Ballwechsel mit einem Schmetterball zu beenden. Der Schlag ähnelt sehr dem Aufschlag und ist ein mit hohem Tempo gespielter Überkopfschlag.

  • Zudem lassen sich die Schläge von der Grundlinie unterteilen, egal ob Vor- und Rückhand:

  • TOPSPIN: Durch eine von unten nach oben durchgeführte Schlagbewegung wird dem Ball Vorwärtsdrall verliehen. Der Ball steigt dadurch zunächst relativ hoch an, fällt dann aber steil nach unten. So können auch sehr diagonal oder schnell gespielte Bälle noch im Feld landen.

    SLICE: Ist das Gegenteil vom Topspin. Die Schlagbewegung ist von oben nach unten, der Ball erhält damit Rückwärtsdrall. Der Ball wird möglichst am höchsten Punkt getroffen, die Flugkurve ist dann sehr flach und stetig sinkend. Der Ball ist dadurch relativ lange in der Luft, so dass der Schlag entweder als Verteidigungsschlag oder als Vorbereitung zum Aufrücken ans Netz verwendet wird.

    DRIVE: Der Ball wird sehr direkt getroffen und damit nur mit sehr wenig oder gar keiner Rotation versehen.

Jeder dieser drei Schläge kann entweder cross, also quer, oder longline, der Linie entlang, gespielt werden. Ein Longline-Schlag erfordert eine hohe Präzision, da der Ball leicht im Aus landen kann - und das Netz zudem außen höher ist als in der Mitte. Cross gespielte Schläge hingegen fordern weniger Genauigkeit, können dafür aber mit mehr Tempo gespielt werden.