Tennis in München: Haas und Kohlschreiber erreichen Finale

Tennisprofi Haas: "Besser hätte es in dieser Woche nicht laufen können" Zur Großansicht
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Tennisprofi Haas: "Besser hätte es in dieser Woche nicht laufen können"

Die beiden derzeit besten deutschen Tennisprofis spielen um den Sieg beim ATP-Turnier in München. Thomas Haas setzte sich im Halbfinale souverän durch, Titelverteidiger Philipp Kohlschreiber hatte deutlich mehr Mühe. Haas rückte zudem in der Weltrangliste nach vorne.

Hamburg - Thomas Haas und Philipp Kohlschreiber treffen im Finale des ATP-Sandplatz-Turniers in München aufeinander. Die beiden deutschen Tennisprofis setzten sich in der Vorschlussrunde durch. Haas besiegte den Kroaten Ivan Dodig 6:4, 6:3, Titelverteidiger Kohlschreiber bezwang in Daniel Brands einen weiteren Deutschen 6:7 (4:7), 6:3, 7:6 (7:5). Es ist das erste Mal seit 48 Jahren, dass sich in München zwei Deutsche im Endspiel gegenüberstehen. Letztmals kamen 1965 zwei Lokalmatadoren ins Endspiel - Christian Kuhnke und Ingo Buding.

"Das deutsche Tennis hatte immer ein ganz gutes Level, aber vor allem bei Turnieren in Deutschland spielen wir traditionell extrem gut", sagte Haas, der ab Montag die Nummer 13 der Welt sein wird: "Besser hätte es in dieser Woche nicht laufen können." Der Sieger des Finales am Sonntag (13 Uhr) kassiert ein Preisgeld von 74.000 Euro und einen Sportwagen als Bonus.

Zuerst sicherte sich Haas die Endspielteilnahme. Mit versierten Schlagkombinationen beherrschte der 35-Jährige seinen Gegner Dodig jederzeit. Haas profitierte von seiner starken Rückhand - und nutzte im ersten Durchgang den zweiten Satzball zur Satzführung. Ein frühes Break im zweiten Durchgang brachte die Vorentscheidung, nach nur 1:29 Stunden war das einseitige Match beendet.

Brands verpasst nächste Überraschung

"Das war Tennis auf hohem Niveau", sagte Haas, "ich bin sehr froh, nach 13 Jahren hier wieder im Finale zu stehen." Als ihm das im Jahr 2000 erstmals gelungen war, scheiterte er am Argentinier Franco Squillari. "Tommy hat eine hohe Präsenz auf dem Platz. Es ist einfach schön, ihm zuzuschauen", lobte Davis-Cup-Kapitän Carsten Arriens.

Kohlschreiber, der bereits 2007 und 2012 in München triumphierte, tat sich dagegen gegen Brands schwer. Mit den harten wie zielgenauen Aufschlägen des Außenseiters kam der 29-jährige Kohlschreiber zunächst gar nicht zurecht, Satz eins ging im Tiebreak verloren. Brands, der schon den Franzosen Gaël Monfils und den topgesetzten Janko Tipsarevic aus Serbien ausgeschaltet hatte, stand vor der nächsten großen Überraschung und führte im dritten Durchgang 4:1. Doch Kohlschreiber kämpfte sich zurück ins Spiel und gewann knapp nach 2:13 Stunden.

Im direkten Vergleich zwischen Haas und Kohlschreiber steht es 2:2. Das bislang letzte Match 2012 in Wimbledon hatte Kohlschreiber, der um seinen fünften Turniersieg spielt, in fünf zum Teil hart umkämpften Sätzen gewonnen.

max/dpa/sid

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insgesamt 3 Beiträge
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1. Haas und Kohlschreiber erreichen Finale
nevertrust 05.05.2013
da draengt sich einem doch die Frage auf, wie schlecht dieses Turnier wohl besetzt sein muss.
2. Die scheitern doch wieder!
forsthaus-neuhaus 05.05.2013
Immer wieder gibt es in der Presse die uninteressanten Berichte über die derzeit dritt- und viertklassigen deutschen Tennisspieler. Was soll das? Liebe Presse sieh es doch endlich ein, die Zeit von Becker und Graf sind vorbei! Wie und wann die jetzigen Versager verlieren, will keiner mehr wissen.
3.
badner18 05.05.2013
Eure Kommentare strotzen vor Respektlosigkeit. Wie im Artikel erwähnt, hat ein Brands, der sich dieses Jahr enorm verbessert hat, unter anderem Monfils und Tipsarevic geschlagen. Diese Herren sollten jedem Tennisfan Begriff genug sein... Und dass ein 250er Turnier nicht mit der Besetzung eines Grand Slam Turniers aufwarten kann, sollte eigentlich jedem klar sein...
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Inside-Out-Spiel: Der Spieler vermeidet dabei, ebenfalls beim Spiel von der Grundlinie, entweder seine Vor- oder Rückhand und spielt nur mit einer Schlagseite. Beispielsweise wird dabei der Ball auf der Rückhandseite "umlaufen" und dann mit der Vorhand cross über den Platz gespielt. Dadurch bewegt sich der Spieler oft weit nach außen und ist anschließend anfällig für einen Schlag auf die andere Seite.

Serve-and-Volley: Der Spieler rückt nach seinem Aufschlag (Serve) direkt ans Netz vor und versucht den Ballwechsel mit einem Volleyschlag abzuschließen. Grundlage für diese Variante ist ein harter oder sehr präziser Aufschlag, damit der Gegner nur schlecht returnieren kann. Spieler wie Boris Becker, Stefan Edberg und Goran Ivanisevic agierten so vor allem auf schnellen Rasenplätzen.

Chip-and-Charge: Der Returnspieler spielt direkt einen Angriffsball und rückt ans Netz vor, wo er den Ballwechsel mit einem Volley beenden will. Auch diese Variante wird vorwiegend auf den schnellen Belägen eingesetzt und meist gegen den zweiten Aufschlag des Gegners verwendet.