US Open Julia Görges scheitert an Jekaterina Makarowa

In der Vorwoche hatte Julia Görges die Russin Jekaterina Makarowa noch besiegt - jetzt unterlag sie und verpasste damit den Einzug in die dritte Runde der US Open. Als einzige Deutsche ist nur noch Angelique Kerber im Turnier.

Julia Görges und Jekaterina Makarowa
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Julia Görges und Jekaterina Makarowa


Die Russin Jekaterina Makarowa hat in der zweiten Runde der US Open gegen die Deutsche Julia Görges gewonnen. Die Weltranglisten-Neunte verlor am Mittwoch in New York 6:7 (10:12), 3:6. Görges hatte die einstige Top-Ten-Spielerin und frühere US-Open-Halbfinalistin in der Vorwoche beim Turnier in New Haven noch besiegt.

Görges hatte im Vorjahr erstmals das Achtelfinale in Flushing Meadows erreicht - und droht nun gleich wieder aus den ersten Zehn der Weltrangliste herauszufallen. Bei Nachmittags-Temperaturen von mehr als 35 Grad fehlte der 29-Jährigen gegen die ein Jahr ältere Makarowa auch ein bisschen das Glück, um wie in der Vorwoche beim Turnier in New Haven die Oberhand zu behalten.

"Ich habe nicht mein bestes Spiel gemacht. Der erste Satz war spielentscheidend", sagte Görges mit Blick auf drei vergebene Satzbälle im ersten Durchgang.

Zuvor war bereits die Deutsche Tatjana Maria an Jelia Switolina aus der Ukraine gescheitert: Die Außenseiterin konnte beim 2:6, 3:6 gegen Switolina nicht die Überraschung von Wimbledon wiederholen, als sie die Nummer sieben der Welt besiegt hatte. "Ich hatte auf alle Fälle meine Chancen, aber ich war nicht so richtig gut drin", sagte Maria. "Aber sie hat auch sehr gut gespielt. Ich bin auf Fälle enttäuscht, aber ich wusste, dass es hart wird, auch wegen der Hitze." Maria lebt in Florida, stammt ursprünglich aber aus Bad Saulgau in Baden-Württemberg.

Carina Witthöft spielte in der Nacht zu Donnerstag gegen die langjährige Weltranglisten-Erste Serena Williams und unterlag mit 2:6, 2:6. Vor rund 20.000 Zuschauern im Arthur-Ashe-Stadium nutzte Williams nach 67 Minuten ihren ersten Matchball. In der dritten Runde am Freitag trifft sie nun auf ihre Schwester Venus Williams. Es wird insgesamt bereits die 30. Begegnung der beiden gegeneinander.

Serena Williams
JASON SZENES/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Serena Williams

Als letzte von sieben gestarteten deutschen Tennis-Damen ist nur noch Angelique Kerber dabei, die vor zwei Jahren bei den US Open triumphierte. Die Wimbledonsiegerin trifft an diesem Donnerstag auf die Schwedin Johanna Larsson.

Bei den Herren bestreiten Alexander Zverev, Philipp Kohlschreiber und Jan-Lennard Struff dann ihre Zweitrundenpartien. Am Mittwoch unterlag bereits der Brite Andy Murray in Runde zwei dem Spanier Fernando Verdasco. Stan Wawrinka aus der Schweiz setzte sich gegen den französischen Qualifikanten Ugo Humbert durch und zieht in die dritte Runde ein.

aar/dpa/sid

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jean-baptiste-perrier 30.08.2018
1. Görges mal wieder kopflos auf dem Platz!
Witthöft war gegen Serena Williams wie erwartet chancenlos. Man hat jedoch in fünf, sechs Ballwechseln gesehen, dass Witthöft Potential für die Zukunft hat. Bloß in ihrer derzeitigen konstanzlosen Verfassung war das heute natürlich Mission Impossible. Tatjana Maria hat gegen Svitolina ordentlich gespielt. Bloß hat sie eben nicht die Waffen, um eine Spitzenspielerin wie Svitolina an normalen Tagen in Bedrängnis zu bringen (in Wimbledon hat Svitolina viel mehr Unforced Errors produziert). Man stelle sich vor Svitolina wäre nach Wimbledon erneut an Maria gescheitert. Das wäre schon sehr merkwürdig gewesen. Diese Niederlagen von Witthöft und Maria gehen also in Ordnung. Das Spiel von Görges war hingegen eine herbe Enttäuschung. Außerhalb des Platzes zählt Julia Görges zu den intelligentesten und eloquentesten Spielerinnen auf der Tour. Ihre Interviews sind stets sehenswert und nicht so vorhersehbar wie z.B. bei Kerber. Bloß auf dem Platz lässt Görges zu häufig Spiel-Intelligenz vermissen. Das war heute wieder von vorn bis hinten ein blindes Eindreschen auf den Ball. Auch als sie anfing in Serie Bälle ins Netz oder ins Aus zu dreschen, war keine taktische Variante zu erkennen. Ich war wieder mehrfach kurz davor in die Tischkante zu beißen, weil Görges ohne Sinn und Verstand Makarova (selbst alles andere als fehlerlos) die Punkte schenkte. Sie merkt scheinbar nicht, dass sie sehr oft schlecht zum Ball steht und dann eben mit weniger Brachialgewalt zu Werke gehen müsste. Dagegen wirkt Kerbers Tennis wie Schach. Görges Tennis erinnert häufig an Hau-den-Lukas. Mit etwas mehr taktischen Varianten könnte Görges sich das Leben auf dem Platz wesentlich einfacher gestalten. So wirkt es eben häufig sehr stupide und machmal schlicht (taktisch) dumm. Also alle deutschen Hoffnungen bei den Damen ruhen jetzt wieder allein auf den Schultern von Angelique Kerber! Bloß wird man im freien Eurosport 1 nichts von Kerbers nächstem Match sehen, da es als erste Partie um 12 pm New Yorker Zeit angesetzt ist. Das ist 18 Uhr MEZ. Vuelta Etappe ist dann zwar vorbei. Jedoch überträgt Eurosport 1 von 18 Uhr bis 19 Uhr die Auslosung der UEFA Champions League. Herzlichen Glückwunsch!
biglewbowski 30.08.2018
2. Zu Jean-Baptiste und Görges
Danke für Ihre immer treffenden Analysen. Wenn ich dem Kommentator Stach zuhöre wenn er sagt, Görges bewegt sich toll, muss ich mich fragen, wen er da gerade sieht. Sie bewegt sich ausreichend, mehr nicht. Bei 50cm Ballabstand zum Körper voll drauf zu gehen, hat nichts mit Spielverständnis zu tun. Sie sollte mal an ihrer Reaktionszeit arbeiten, sie wirkt so oft überrascht, wenn mal ein Return auf den Körper zurück kommt. Keine Ahnung, wo sie dann ist, beim Tennis auf jeden Fall nicht. Geht ein Ballwechsel mal mehr als fünf Schläge, rechnet man innerlich sofort mit einem unforced error von Görges. Schade auch, dass ihre Ansprüche nicht höher sind, ihr Kommentar "Ich kann ja nicht immer wie Superwoman spielen" sagt alles. Sie hat weit unter ihren Möglichkeiten gespielt und das bei einer absolut schlagbaren Gegnerin. Das war nicht ansatzweise Superwoman. Und das bei einem GrandSlam. Ich höre ihr gerne zu, wenn sie im geschliffenen Englisch Interviews gibt. Im Gegensatz zu Kerber, deren Aussagen nur aus "enjoy every second", "focus on my game" und immer den gleichen inhaltslosen Phrasen bestehen, kommt richtig was rüber. Auf dem Platz ist das andersrum. Und das ist mir wesentlich lieber.
jean-baptiste-perrier 30.08.2018
3. Zu biglewbowski
Hey Dude, wenn ich Kommentator bei Eurosport wäre, würde ich auch nicht in dieser Schärfe wie hier im Forum kritisieren. Irgendwo müssen die da auch ein Gesamtprodukt verkaufen und schon deshalb hält sich die Kritik an deutschen Spielern dort in Grenzen (extrem in bezug auf Sascha Zverev). Und Stach sagt ja im Prinzip nichts Falsches, wenn er sagt, dass Görges sich toll bewegt. Also sie ist ja durchaus schnell unterwegs und erreicht viele Bälle. Bloß das Feintuning im letzten Moment sich optimal zum Ball zu stellen, geht Görges häufig ab. Da wird stets in gleicher Manier die Keule geschwungen, während eine Kerber im Notfall auch beinahe quasi von unterhalb des Platzes chirurgisches agiert (wenn sie sich hinkniet im Schlag, um den optimalen Treffpunkt zu erwischen). Und oft kommt Görges mit ihrem Dampfwalzen-Tennis ja auch durch, sonst stünde sie nicht auf Platz 9 der Weltrangliste. Sie hat gegen Makarova aber auch extrem unpräzise gespielt. Mir kam es wie in Melbourne so vor, als würde sie mit falscher Bespannung spielen. Man muss die Bespannung der Schläger in Relation zur Temperatur anpassen. Ich habe mittlerweile die Vermutung, dass das Görges Team bei extremer Hitze wie in Melbourne oder jetzt in New York (um die 40 Grad), Julias Schlägerbespannung nicht vernünftig anpasst. Görges hat jedoch auch im Spiel keinen Schläger gewechselt! Sind ihre Schläger alle stets identisch gespannt, so dass sie da gar keine Alternative im Match hat? Das müsste mal ein Journalist rausfinden!
jean-baptiste-perrier 30.08.2018
4. Kerber vs Larsson doch jetzt live im Free TV (SD)!
Nun zeigt Eurosport 1 doch live das Spiel von Kerber gegen Larsson (ab 18 Uhr, 30.08.2018)! Sorry, falls jetzt einer das Spiel nicht gesehen haben sollte, aber Eurosport hat das kurzfristig (zum Glück) geändert!
woodyallen 30.08.2018
5. Matthias Stach
Zitat von biglewbowskiDanke für Ihre immer treffenden Analysen. Wenn ich dem Kommentator Stach zuhöre wenn er sagt, Görges bewegt sich toll, muss ich mich fragen, wen er da gerade sieht. Sie bewegt sich ausreichend, mehr nicht. Bei 50cm Ballabstand zum Körper voll drauf zu gehen, hat nichts mit Spielverständnis zu tun. Sie sollte mal an ihrer Reaktionszeit arbeiten, sie wirkt so oft überrascht, wenn mal ein Return auf den Körper zurück kommt. Keine Ahnung, wo sie dann ist, beim Tennis auf jeden Fall nicht. Geht ein Ballwechsel mal mehr als fünf Schläge, rechnet man innerlich sofort mit einem unforced error von Görges. Schade auch, dass ihre Ansprüche nicht höher sind, ihr Kommentar "Ich kann ja nicht immer wie Superwoman spielen" sagt alles. Sie hat weit unter ihren Möglichkeiten gespielt und das bei einer absolut schlagbaren Gegnerin. Das war nicht ansatzweise Superwoman. Und das bei einem GrandSlam. Ich höre ihr gerne zu, wenn sie im geschliffenen Englisch Interviews gibt. Im Gegensatz zu Kerber, deren Aussagen nur aus "enjoy every second", "focus on my game" und immer den gleichen inhaltslosen Phrasen bestehen, kommt richtig was rüber. Auf dem Platz ist das andersrum. Und das ist mir wesentlich lieber.
erzählt lieber, in welchem Restaurant die Spielerin gestern Abend gegessen hat, dass die Schwiegermutter zu Hause auf den Hund aufpasst, und dass er vor 10 Jahren schon mit dem Trainer xy über die Zukunft des Spielers/der Spielerin gesprochen hat. Da vergisst er halt gerne mal auf die Statistiken des Matches zu schauen, um zu sehen, dass Julia Görges einfach zu viele UEs macht. Ein bisschen mehr kritisches Kommentieren und Analysieren und weniger Stories aus dem Wienerwald würden Kollege Stach, den ich als Kommentator schon schätze, guttun. Zu Görges: Ihr Spiel ist wirklich attraktiv und gut anzusehen, und Sie hat ein tolles Jahr hinter sich. Den letzten Schritt in die Top5 wird Sie aber wohl nicht schaffen, da Sie zu oft überzieht, und dann einen UE macht, zum anderen auch Ihre Returnschwäche für ganz oben nicht reicht. Aber vielleicht bekommt Sie da ja auch noch die Kurve! Zu wünschen wäre es Ihr, denn ihr Spiel ist attraktiv und in Interviews ist sie wirklich sehr eloquent, was Sie von vielen Spielerinnen abhebt.
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