Legendärer Tennisreporter: Gerd Szepanski ist tot

Er begleitete die Karrieren von Boris Becker, Steffi Graf und Michael Stich, berichtete vier Jahrzehnte lang von den Tennisplätzen dieser Welt. Nun ist der Tennis-Reporter Gerd Szepanski gestorben, er wurde 64 Jahre alt.

Gerd Szepanski (Archivbild von 1991): Deutschlands "Tennis-Stimme" Zur Großansicht
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Gerd Szepanski (Archivbild von 1991): Deutschlands "Tennis-Stimme"

Hamburg - Seine Stimme war sein Markenzeichen, die deutschen Tennisfans überraschte er immer wieder mit seinem schier endlosen Fachwissen. Gerd Szepanski, einer der profiliertesten Tennisreporter der vergangenen vier Jahrzehnte, ist nun nach schwerer Krankheit am 8. September in seinem schleswig-holsteinischen Geburtsort Malente gestorben. Im Alter von 64 Jahren verlor er den Kampf gegen den Schilddrüsenkrebs.

40 Jahre lang berichtete Szepanski von den Tennisplätzen dieser Welt, zunächst für den NDR und die ARD, später für RTL plus, ZDF und schließlich seit 1999 noch ein gutes Jahrzehnt für den Bezahlsender Premiere (später Sky). Während seiner Karriere übertrug Szepanski Tausende von Matches, anfangs im Radio, mit Beginn des deutschen Tennisbooms 1985 ausschließlich im Fernsehen.

Die Karrieren von Boris Becker, Steffi Graf und Michael Stich begleitete Szepanski von Anfang bis Ende. Unvergessen Szepanskis Kommentar zu Beckers Wimbledonsieg 1985: "Jetzt kommt der Aufschlag. Unerreichbar, unerreichbar für Kevin Curren. Der Wimbledongewinner 1985 heißt Boris Becker. Boris Löwenherz Becker möchte man ihn fast nennen, er schreibt Sportgeschichte."

Mit Björn Borg führte er bereits 1974 die ersten Interviews, es folgten Jahre später Hunderte Gespräche mit den Top-Spielern aus aller Welt. Szepanski beherrschte vier Fremdsprachen, so unterhielt er sich mit Schwedens Idolen Stefan Edberg und Mats Wilander vor laufender Kamera in deren Muttersprache.

Szepanskis letztes Match am Mikrofon war das Wimbledon-Finale 2011 zwischen Novak Djokovic und Rafael Nadal. In diesem Jahr war er noch einmal auf Einladung als Gast in Wimbledon, seinem Lieblingsturnier.

luk/sid

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