Tennis in Halle Zverev und Federer stehen im Endspiel

Das Traumfinale ist perfekt: In Halle spielen Alexander Zverev und Roger Federer um den Turniergewinn. Im Halbfinale hatte Zverev aber Probleme mit Richard Gasquet, auch Federer zeigte Schwächen.

Alexander Zverev
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Alexander Zverev


Das Endspiel beim Tennisturnier im westfälischen Halle heißt: Alexander Zverev gegen Roger Federer. Zverev setzte sich im Halbfinale der Gerry Weber Open gegen den Franzosen Richard Gasquet 4:6, 6:4, 6:3 durch. Federer hatte zuvor gegen den Russen Karen Chatschanow 6:4, 7:6 (7:5) gewonnen. Das Finale findet am Sonntag statt (13.05 Uhr, TV: ZDF).

Schon im Vorjahr waren Zverev und Federer in Halle aufeinander getroffen. Damals hatte sich der Deutsche im Halbfinale durchgesetzt, im Endspiel war er dann an Florian Mayer gescheitert.

Gegen den zweimaligen Wimbledon-Halbfinalisten Gasquet, 31, ging Zverev schnell mit einem Break in Führung, verlor aber direkt seinen eigenen Aufschlag. Am Ende sicherte sich Gasquet mit seinem ersten Satzball den ersten Durchgang. Aber Zverev kämpfte sich zurück ins Match. Ein Break zum 3:2 reichte letztlich für den Satzausgleich.

Im dritten Satz gelang Zverev dann das entscheidende Break zum 4:3, danach ließ er sich den Sieg nicht mehr nehmen. Der 20-Jährige hat nun die Chance, seinen vierten Titel in dieser Saison gewinnen. Bisher hat er die Turniere in Montpellier, München und Rom gewonnen.

Federer siegt trotz kleiner Probleme

Zverevs Endspielgegner Federer bezwang im Halbfinale den Russen Karen Chatschanow 6:4, 7:6 (7:5). Federer nutzte nach 1:25 Stunden seinen ersten Matchball und greift damit nach seinem neunten Titel beim mit 1,966 Millionen Euro dotierten Rasen-Event.

Dem Rekord-Grand-Slam-Sieger unterliefen zahlreiche vermeidbare Fehler. In den wichtigen Momenten konnte er sich aber wie gewohnt auf seinen starken Aufschlag verlassen. Chatschanow, der damit sein zweites Endspiel auf der ATP-Tour verpasst hat, schwächelte vor allem auf seiner druckvollen Vorhand.

Federer winkt sein insgesamt 92. Turniersieg und sein vierter in dieser Saison. Er hatte bei den Australian Open und den Masters in Indian Wells und Miami triumphiert, ehe er während der Sandplatzsaison pausierte.

aev/bam/sid



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Seite 1
marjebrun 24.06.2017
1. Traumfinale?
Ein sogenanntes "Traumfinale" im Tennis hat sich im Grunde seit Jahren nur unter den Herren Federer, Nadal und Đoković abgespielt. Andere Spieler haben zwar - Gott sei Dank - auch einmal die Chance auf ein Final, doch dies ist dann lediglich für den Gegenüber von den drei genannten Herren ein Traumfinale, nicht aber für den wirklichen Tennis begeisterten.
worlorn 24.06.2017
2.
Zitat von marjebrunEin sogenanntes "Traumfinale" im Tennis hat sich im Grunde seit Jahren nur unter den Herren Federer, Nadal und Đoković abgespielt. Andere Spieler haben zwar - Gott sei Dank - auch einmal die Chance auf ein Final, doch dies ist dann lediglich für den Gegenüber von den drei genannten Herren ein Traumfinale, nicht aber für den wirklichen Tennis begeisterten.
Wie kann man nur so sauertöpfisch sein. Ein Traumfinale ist es natürlich aus deutscher Sicht. Außerdem scheint Ihnen Sascha Zverev unbekannt zu sein. Der Junge hat in diesem Jahr schon drei Turniere gewonnen, mit dem 1000er Masters in Rom, also knapp unter Gram Slam, als bisherigem Karrierehöhepunkt. Daber hat er im Finale Djokovic regelrecht dominiert. In der Jahreswertung liegt er auf Platz 4. Er ist gerade 20 geworden und kein anderer Spieler dieses Alters ist so gut wie er, nicht annähernd. Leute wie Nadal und Federer sehen in ihm eine künftige Nr. 1. Träumen Sie ruhig weiter von anderen Traumfinals, mir reicht das schon.
kopi4 25.06.2017
3.
Ein Sieg in Halle gegen Federer wäre eine ähnliche Kategorie wie der in Rom gegen Djokovic. Hoffentlich ohne die gleichen Folgen. Nach Rom wurde Zverev zum Geheimtipp für die anstehenden French Open und verlor sang und klanglos in der ersten Runde. Gewinnt er in Halle wird er auch wieder zum Heißen Eisen, diesmal für Wimbledon....
worlorn 26.06.2017
4.
Zitat von kopi4Ein Sieg in Halle gegen Federer wäre eine ähnliche Kategorie wie der in Rom gegen Djokovic. Hoffentlich ohne die gleichen Folgen. Nach Rom wurde Zverev zum Geheimtipp für die anstehenden French Open und verlor sang und klanglos in der ersten Runde. Gewinnt er in Halle wird er auch wieder zum Heißen Eisen, diesmal für Wimbledon....
Dieses Wechselspiel von Hochjubeln und Runterreden ist doch großer Quatsch und hat nichts mit der Wirklichkeit des Sports zu tun. So sehen es auch die Sportler selber. Zverev ist weder ein besserer Spieler durch seinen Sieg in Rom, noch verschwindet er jetzt in der Versenkung. Er ist einfach ein hochbegabter junger Spieler, der spielerisch schon viel drauf hat und eine gute Mentalität zeigt, aber noch viel lernen muss. Er ist stark im Aufschlags- und Grundlinienspiel, aber darüber hinaus sichtlich unfertig, was z.B. den Volley anbetrifft oder das Kurzspiel, lässt sich hinten reindrängen. Da ist noch ein enormes Verbesserungspotenzial, auch an Kraft, Beweglichkeit, Spieltaktik. Daran werden sie bestimmt arbeiten, müssen sie auch. In Wimbledon erwarte ich nicht viel von ihm. Es dürfte klar sein, wie man ihn auf Rasen in Bedrängnis bringen kann, Federer hat's gezeigt, auch Gasquet vorher. Weil Zverev weit hinten steht, bietet es sich an, zwischen langen Bällen und Stopps zu mischen. Und wenn Zverev den kurzen Ball doch erreicht, agiert er meistens ungeschickt. Auch das auf Rasen besonders wichtige Element, einem langen Ball nachzugehen, ans Netz vorzurücken und zu volieren, hat er nicht gut drauf. Aber solche Sachen wird er noch lernen, da kann man sich sicher sein. Was man so hört, ist sein Umfeld hervorragend, er wird systematisch, planmäßig aufgebaut. Vielleicht sollten die Zverevs noch eine Tennisgröße wie Becker dazunehmen, für den letzten Schliff. Über eines sollte jedenfalls kein Zweifel bestehen, er ist unser größtes männliches Tennistalent seit Becker und Stich.
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