Quali-Aus bei den US Open Der lange Abstieg der Sabine Lisicki

Vor fünf Jahren stand Sabine Lisicki im Wimbledon-Finale und galt als eine der großen Hoffnungsträgerinnen im deutschen Damentennis. Inzwischen gehört sie nicht mal mehr zu den Top 200 der Welt.

Sabine Lisicki
DPA

Sabine Lisicki


Der 6. Juli 2013 hätte zum größten Tag in Sabine Lisickis Karriere werden sollen. Als erste Deutsche seit Steffi Graf war sie ins Wimbledon-Finale eingezogen und hatte auf dem Weg ins Endspiel unter anderem Topfavoritin Serena Williams besiegt. Doch statt ein herausragendes Turnier mit ihrem ersten Grand-Slam-Titel zu krönen, ging Lisicki gegen Marion Bartoli 1:6, 4:6 unter. Für Lisicki war es der Anfang vom Ende. Der vorläufige Tiefpunkt: In der ersten Qualifikationsrunde zu den US Open scheiterte die 28-Jährige 4:6, 5:7 an Olga Goworzowa, der Nummer 766 der Welt.

Lisicki selbst ist inzwischen auf Position 221 der Weltrangliste abgerutscht. Seit dem verlorenen Endspiel in Wimbledon hat sie mehr als 200 Plätze verloren. Die Gründe dafür sind vielschichtig: Der Medienwirbel und der gesteigerte Erwartungsdruck nach ihrem ersten und bis heute einzigem Grand-Slam-Finale machten ihr zu schaffen. Sie wurde von Verletzungen zurückgeworfen und verpasste einen Großteil der vergangenen Saison. Vermutlich zahlte sie damit den Preis für ihr kraftbetontes Spiel. Mit 211 km/h hält Lisicki den Rekord für die höchste gemessene Aufschlaggeschwindigkeit im Damentennis.

Nach einer erfolgreichen Knieoperation kehrte sie in diesem Jahr zwar auf die Tour zurück, war vor der Blamage bei den US Open aber auch bei ihrem Lieblingsturnier in Wimbledon bereits in der Qualifikation gescheitert.

Gemeinsam mit Angelique Kerber, Julia Görges und Andrea Petkovic gehört Lisicki zu einer vermeintlich goldenen Generation des deutschen Damentennis. Aus dem Quartett konnte aber nur Kerber Grand-Slam-Titel gewinnen. Nachdem sie 2016 bei den Australian Open und den US Open triumphiert hatte, war Kerber in diesem Jahr auch in Wimbledon erfolgreich.

Während Lisicki nach ihrem überraschend frühen Quali-Aus bei den am Montag (27. August) beginnenden US Open zuschauen muss, ist Kerber an Position vier gesetzt. Auch Görges (Position neun) schaffte es auf die Setzliste. Mit Tatjana Maria, Andrea Petkovic und Carina Witthöft sind drei weitere Deutsche sicher in der ersten Runde dabei. Mona Barthel, Antonia Lottner, Tamara Korpatsch und Anna Zaja könnten sich für das Hauptfeld qualifizieren. Allerdings würden Barthel und Lottner in der dritte Qualifikationsrunde direkt aufeinandertreffen, wenn sie ihre anstehenden Matches gewinnen.

mmm/sid/dpa

insgesamt 9 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
isoprano 22.08.2018
1.
Liebe SPON, vielleicht ist der Abstieg der Beginn des Aufstiegs? Man sollte Sportler, die nur noch eine Chance haben, nicht unterschätzen. Ich glaube an sie und wünsche ihr viel Glück.
janfred 22.08.2018
2. optimistisch bleiben
Sabine Lisicki ist gerade mal 29 Jahre alt. Wegen Verletzungen hat sie fast eine gesamte Saison verpasst. Logisch rutscht man da in der Weltrangliste ab. Aber da kann man doch noch nicht von einem "Leistungsabstieg" sprechen. Wer gegen eine Serena Williams gewinenn kann, der kann Tennis spielen. Dafür muss man aber auch den Kopf frei haben. Wenn jetzt in den Medien breits von einem Abstieg gesprochen wird, hilft ihr das bestimmt nicht. 150 Plätze hat man in der Weltrangliste schnell wieder gut gemacht. Aber ob jetzt beim Tennis oder auch im Golf: wenn man nicht unter den Top Ten ist wird man in Deutschland bereits als Mittelmass bezeichnet. Auch wenn unter den Top 100 je nach Tagesform, jeder jeden schlagen kann. Alles Gute Sabine Lisicki!
skeptikerin007 22.08.2018
3. Kein Aufstieg mehr
Zitat von isopranoLiebe SPON, vielleicht ist der Abstieg der Beginn des Aufstiegs? Man sollte Sportler, die nur noch eine Chance haben, nicht unterschätzen. Ich glaube an sie und wünsche ihr viel Glück.
Wenn jemand fünf Jahre nicht schaffte es, dann gehts nichts mehr. 29 Jahre sind zu viel. Sie hat wertvolle Zeit mit Pocher verplempert, damals wollte sie den Glamour der zweiten Kategorie. Es ist schade, dass so ein Talent verloren gegangen ist. Weil talentiert war sie.
jean-baptiste-perrier 22.08.2018
4. Komplexer Fall!
Also die Verletzungen sind eine Sache. Doch Lisicki ist schon vorher stark in ihren Leistungen abgefallen. Sie war ja 2013 nicht plötzlich im Wimbledon-Finale (damaliger Trainer Wim Fissette!), sondern in den Jahren zuvor in Wimbledon schon häufiger im Viertelfinale. Also in Wimbledon gehörte sie bei den Experten damals zum erweiterten Favoriten-Kreis. Neben Serena Williams gehörte auch eine Maria Sharapova zu Lisickis Opfern in Wimbledon. Es ist schon richtig, dass Lisicki nach dem verlorenen Wimbledon-Finale 2013 nicht mehr zur notwendigen Einstellung gefunden hat. Und darin besteht tatsächlich die Hoffnung, dass sie vielleicht doch (nochmal) einen Trainer findet, der sie mental wieder dahin zurückbringt wohin sie aufgrund ihres Talentes eigentlich hingehört. Insgesamt sollte es rein vom spielerischen Potential noch für die Top 30 reichen. Auf Gras - sprich in Wimbledon gehört sie eigentlich zu den Top Ten. Ich wünsche ihr, dass sie nochmal die Kurve kriegt. Wobei das vor allem eine Frage des Kopfes bei ihr ist. Man hat ja damals im Wimbledon-Endspiel (mit den Tränen schon im Match) gesehen wie übersensibel sie ist. Da ist irgendwo auch der DTB gefordert, Lisicki einen kompetenten Trainer zu vermitteln, der dieses Talent wieder in die Erfolgsspur bringen kann.
ronald1952 22.08.2018
5. Ach,
ist es nicht schön auf jemandem herum zu Hacken der auf dem Absteigenden Ast sitzt? Anscheinend sind auch Reporter nicht davor gefeit. Aber es soll auch schon Menschen gegeben haben die sich vom Grund der Hölle in den Himmel hinauf Katapultiert haben. Wer weis es schon und bevor man so Meckert sollte man selbst er einmal die Leistung des anderen erbringen, dann darf man auch Meckern! schönen Tag noch,
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.