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Federation-Cup-Finale: Ladys, holt euch die Krone!

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Für die deutschen Tennisfrauen kann am Wochenende ein Traum in Erfüllung gehen. Erstmals seit 1992 steht ein DTB-Team vor dem Gewinn des Federation Cup. Deutschland schickt ein Top-Team ins Rennen.

Sie war chancenlos. Barbara Rittner stand schon einmal in einem Finale des Tennis-Federation-Cup. Das war 1992, im Doppel an der Seite von Anke Huber gewann sie gerade einmal drei Aufschlagspiele und unterlag den spanischen Superstars Conchita Martínez und Arantxa Sánchez-Vicario klar und deutlich 1:6 und 2:6.

Es war der größte Erfolg in Rittners aktiver Tenniskarriere.

Denn dieses Doppel im Endspiel von Frankfurt war sportlich bedeutungslos. Deutschland hatte durch Steffi Graf und Anke Huber zuvor bereits beide Einzel gewonnen und führte uneinholbar 2:0. Rittner kennt das Gefühl, den bedeutendsten Mannschaftswettbewerb im Frauentennis gewonnen zu haben.

22 Jahre später hat sie wieder die Chance, diesmal als Teamchefin der deutschen Equipe. In Prag wird am Samstag und Sonntag (jeweils 13 Uhr Sat.1, Liveticker SPIEGEL ONLINE) das Endspiel ausgetragen, der Gegner Tschechien ist mit dem Heimvorteil im Rücken zwar leichter Favorit, aber die Chancen des DTB-Teams sind da. Ein Team, das aus fünf Klassespielerinnen besteht. Eine solche Dichte gab es im deutschen Frauentennis auch 1992 nicht.

ANGELIQUE KERBER

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Angelique Kerber: Deutschlands Nummer eins ist gesetzt

Wer ist das? Die 26-Jährige ist Deutschlands unbestrittene Nummer eins. Kerber hat es seit nunmehr zwei Jahren geschafft, sich kontinuierlich unter den besten zehn Spielerinnen der Weltrangliste zu behaupten. Derzeit steht sie auf Rang zehn, in ihrem besten Jahr 2012 hatte sie mal Platz fünf inne. Die Kielerin ist im Einzel für das Endspiel gesetzt, in diesem Jahr ist sie im Fed Cup bisher ungeschlagen.

Größte Erfolge: Zweimal erreichte sie bei Grand-Slam-Turnieren bisher das Halbfinale. 2011 scheiterte sie als Ungesetzte bei den US Open erst an der späteren Turniersiegerin Sam Stosur, 2012 verhinderte Agnieszka Radwanska ihren Finaleinzug.

Ihre Stärken: Liegen in der Konstanz. Kerber hält ihr Niveau über weite Strecken der Saison. Zudem ist sie auf allen Belägen relativ stabil, auch wenn ihre drei Turniererfolge alle auf Hartplätzen erzielt wurden. Aber auch auf Rasen und Sand hat sie bereits Endspiele erreicht. Sie wird mit dem schnellen Boden in Prag klarkommen.

Ihr Problem: Kerber fehlt zuweilen der letzte Punch, so hat sie trotz ihrer hohen Weltrangistenposition erst drei Turniersiege zu verzeichnen - so viele wie Andrea Petkovic allein in diesem Jahr. Außerhalb des Platzes gilt sie als introvertiert - das steht ihrer Popularität und ihrer Vermarktung im Wege.

ANDREA PETKOVIC

Andrea Petkovic: Zuständig für Leistung und Stimmung Zur Großansicht
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Andrea Petkovic: Zuständig für Leistung und Stimmung

Wer ist das? Petkovic ist trotz der Erfolge ihrer Kolleginnen so etwas wie das Gesicht des deutschen Frauentennis. Impulsiv, redegewandt, medienaffin - die Darmstädterin weiß sich bestens zu verkaufen. Leistung bringt sie nebenbei auch: In diesem Jahr hat sie drei Turniere für sich entschieden.

Größte Erfolge: 2011 stieß Petkovic in die Weltspitze vor, schaffte den Sprung in die Top Ten der Welt. Bei den French Open in diesem Jahr erreichte sie das Halbfinale.

Ihre Stärken: Petkovic hat das, was Kerber zuweilen abgeht. Sie pusht sich auf dem Platz, ist mental die Beste im Team - auch wenn sie zuletzt private Probleme offenbarte.

Ihr Problem: Die 27-Jährige ist immer wieder durch Verletzungen zurückgeworfen worden und musste um den Anschluss kämpfen. Hat ihre besten Karrierejahre dadurch möglicherweise verpasst.

SABINE LISICKI

Sabine Lisicki: Diesmal wohl nur Ersatz im Einzel Zur Großansicht
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Sabine Lisicki: Diesmal wohl nur Ersatz im Einzel

Wer ist das? Die 25-Jährige muss bei den Einzeln derzeit hinter Kerber und Petkovic zurückstecken. Für die beiden Runden zuvor war sie von Rittner sogar nicht einmal nominiert worden. Zuletzt zeigte sie jedoch gute Form und bewies dies unter anderem mit dem Turniersieg in Hongkong im September.

Größte Erfolge: Ganz klar der Einzug ins Wimbledon-Endspiel 2013. Danach war Lisicki auch Nicht-Tennisfans ein Begriff. Bereits 2011 hatte sie im Tennismekka das Halbfinale erreicht. Bei den anderen Grand-Slam-Turnieren kam sie bislang nie über ein Achtelfinale heraus.

Ihre Stärken: Ihr schnelles Volleyspiel, der Aufschlag - eben all die Eigenschaften, die auf Rasen von Vorteil sind. Lange Grundlinien-Rallyes sind nicht ihr Ding.

Ihr Problem: Lisicki ist zu sehr auf das Spiel auf Gras fixiert. Auf anderen Belägen offenbart sie teilweise extreme Leistungsschwankungen. Von der Finalteilnahme bis zur Erstrundenpleite ist bei ihr alles möglich.

JULIA GÖRGES

Julia Görges: Bereit für den Doppel-Einsatz Zur Großansicht
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Julia Görges: Bereit für den Doppel-Einsatz

Wer ist das? Görges galt 2011 als der nächste neue Stern am deutschen Tennishimmel. Bis zu Platz 15 schaffte sie es auf der Weltrangliste. Auch bedingt durch Verletzungen konnte sie diese Qualität allerdings nicht halten. Mittlerweile ist sie auf Platz 74 zurückgefallen.

Größte Erfolge: 2011 gewann sie das Turnier von Stuttgart und schlug dabei im Finale die damalige Weltranglistenerste Caroline Wozniacki.

Ihre Stärken: Görges bringt mit ihrem schnellen Spiel die Qualitäten einer guten Doppel-Spielerin ein. Vier Doppel-Turniertitel mit vier unterschiedlichen Partnerinnen hat sie bisher zu verzeichnen.

Ihr Problem: Für Görges gilt ähnliches wie für Lisicki. Konstanz ist ein Fremdwort in ihrer Karriere. Im Vorjahr stürzte sie nach mehreren Erstrundenpleiten in der Weltrangliste ab, quälte sich dabei allerdings auch mit einer Handverletzung durch die Saison.

ANNA-LENA GRÖNEFELD

Anna-Lena Grönefeld: Trotz Doppel-Stärke nur Reserve Zur Großansicht
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Anna-Lena Grönefeld: Trotz Doppel-Stärke nur Reserve

Wer ist das? Grönefeld ist mit 29 Jahren die Erfahrenste, sie hat noch mit Teamchefin Rittner gemeinsam im Fed Cup gespielt. Ihre Einzelkarriere hat sie schon länger beendet, im Doppel und Mixed ist sie nach wie vor erfolgreich. Für das Finale als Ersatzspielerin nominiert.

Größte Erfolge: Sie ist die Doppel-Spezialistin im Frauentennis. 14 Titel hat sie errungen, darunter die Grand-Slam-Erfolge von Paris im Mixed in diesem Jahr und in Wimbledon 2009. Was manchmal vergessen wird: 2006 war sie im Einzel mal Weltranglistensechste.

Ihre Stärken: Mit Lisicki und Görges würde sie in tolles Triple abgeben, wenn es diesen Wettbewerb gäbe. Aufschlag, Überkopf- und Flugballspiel, was man im Doppel eben so braucht.

Ihr Problem: Grönefelds Karriere ist im Austrudeln. Das Finale von Prag ist noch mal ein Highlight für sie, aber ihre große Zeit ist vorbei.

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insgesamt 7 Beiträge
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1. Auf gehts Mädels !
Sibylle1969 06.11.2014
Ich drücke die Daumen. Zur Korrektur muss man anmerken, dass Anna-Lena Grönefeld niemals Platz 6 der Einzel-Weltrangliste erreicht hat. Sie war mal die Nr 14 im Jahr 2006 im Einzel, im Doppel war sie die Nr 7 (Quelle Wikipedia).
2. Den deutschen Damen
Haref 06.11.2014
drücke ich ganz feste die Daumen ! Sie haben es sehr weit gebracht und verdienen den Fed-Cup !
3. Auf zum nächsten Titel!
zaunreiter35 06.11.2014
Ich wünsch euch viel Glück für den Erfolg und drück euch die Daumen!
4.
countrushmore 06.11.2014
Federation Cup? So heißt der aber schon seit 1996 nicht mehr. Und die Behauptung Lisicki wäre für die beiden Runden in diesem Jahr nicht nominiert worden ist auch falsch. Für das Spiel gegen die Slowakei wurde sie ja nominiert und sollte eigentlich das zweite Einzel spielen, musste dann aber wegen einer Schulterverletzung absagen.
5.
PeterPan95 06.11.2014
Ich finde es ja eh immer etwas aufgesetzt, wenn man aus einer Individualsportart einen Mannschaftswettkampf machen möchte (Tennis, Tischtennis, Turnen, Staffeln), aber bei 3 Spielen die auch von 2 Spielerinnen absolviert werden könnten mit insgesamt 5 Spielerinnen anzureisen halte ich dann doch für übertrieben. Aber was solls, gibts am Ende halt einen Pokal mehr, für die einen oder die anderen :)
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Fed-Cup-Sieger seit 1990
Jahr Sieger (Endspiel-Ergebnis)
2013 Italien (4:0 gegen Russland)
2012 Tschechien (3:1 gegen Serbien)
2011 Tschechien (3:2 gegen Russland)
2010 Italien (3:1 gegen USA)
2009 Italien (4:0 gegen USA)
2008 Russland (4:0 gegen Spanien)
2007 Russland (4:0 gegen Italien)
2006 Italien (3:2 gegen Belgien)
2005 Russland (3:2 gegen Frankreich)
2004 Russland (3:2 gegen Frankreich)
2003 Frankreich (4:1 gegen USA)
2002 Slowakei (3:1 gegen Spanien)
2001 Belgien (2:1 gegen Russland)
2000 USA (5:0 gegen Spanien)
1999 USA (4:1 gegen Russland)
1998 Spanien (3:2 gegen Schweiz)
1997 Frankreich (4:1 gegen Niederlande)
1996 USA (5:0 gegen Spanien)
1995 Spanien (3:2 gegen USA)
1994 Spanien (3:0 gegen USA)
1993 Spanien (3:0 gegen Australien)
1992 Deutschland (2:1 gegen Spanien)
1991 Spanien (2:1 gegen USA)
1990 USA (2:1 gegen UdSSR)

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Deutsche Tennisstars: Steffi, Boris und Bine
Tennis: Die Spielstile
Grundlinienspiel: Der Spieler verzichtet auf das Aufrücken ans Netz und schlägt, in der Regel mit Topspin, von der Grundlinie. Durch präzise und harte Schläge auf die vom Gegner entfernte Seite oder gegen die Laufrichtung des Konkurrenten soll ein Vorteil erzielt werden. Diese Ausdauer erfordernde Art wird vor allem von Spielern wie Rafael Nadal beherrscht und ist auf Sandplätzen am effektivsten.

Inside-Out-Spiel: Der Spieler vermeidet dabei, ebenfalls beim Spiel von der Grundlinie, entweder seine Vor- oder Rückhand und spielt nur mit einer Schlagseite. Beispielsweise wird dabei der Ball auf der Rückhandseite "umlaufen" und dann mit der Vorhand cross über den Platz gespielt. Dadurch bewegt sich der Spieler oft weit nach außen und ist anschließend anfällig für einen Schlag auf die andere Seite.

Serve-and-Volley: Der Spieler rückt nach seinem Aufschlag (Serve) direkt ans Netz vor und versucht den Ballwechsel mit einem Volleyschlag abzuschließen. Grundlage für diese Variante ist ein harter oder sehr präziser Aufschlag, damit der Gegner nur schlecht returnieren kann. Spieler wie Boris Becker, Stefan Edberg und Goran Ivanisevic agierten so vor allem auf schnellen Rasenplätzen.

Chip-and-Charge: Der Returnspieler spielt direkt einen Angriffsball und rückt ans Netz vor, wo er den Ballwechsel mit einem Volley beenden will. Auch diese Variante wird vorwiegend auf den schnellen Belägen eingesetzt und meist gegen den zweiten Aufschlag des Gegners verwendet.



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