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Mutmaßlicher Wettbetrug im Tennis: Das perfekte Verbrechen

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Tennis in Melbourne: Wettbetrug juristisch schwieriger zu belegen als Doping Zur Großansicht
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Tennis in Melbourne: Wettbetrug juristisch schwieriger zu belegen als Doping

Betrug, Manipulationen, Vertuschung - schwerwiegender könnten die Vorwürfe kaum sein, die den Tennissport erschüttern. Aufklären lassen werden sie sich kaum.

Der Wettbetrug ist eines der florierendsten Kriminalitätsfelder der Neuzeit. Die Gewinne sind riesig, die juristische Verfolgung kompliziert, die Strafen im Verhältnis zum Drogen- oder Menschenhandel lächerlich niedrig.

Weltweit wird pro Jahr rund eine Billion Euro mit Sportwetten umgesetzt, das ist annähernd so viel wie der gesamte deutsche Exportumsatz. Rund 70 Prozent der Wetten entfallen auf den Fußball. Und das Geschäft wächst und wächst.

Boxen, Handball, Leichtathletik und sogar Darts geraten immer mehr ins Visier der organisierten Kriminalität. Der Wettbetrug ist weiterhin die einfachste Form der Geldwäsche, die im besten Fall sogar mit einer Maximierung des Einsatzes einhergeht. Nicht einmal das von Mafiaorganisationen so gerne betriebene Waffengeschäft bietet eine solch ertragreiche Kombination.

Seit Jahren Hinweise auf gefixte Ergebnisse

Wer das weiß, den überrascht es nur wenig, dass nun auch wieder die betrügerische Seite des Tennissports in die Schlagzeilen gerät.

Am Eröffnungstag der Australian Open veröffentlichten die BBC und "BuzzFeed" Texte, die eine Eruption auslösten: Bis zu 16 aktuelle und ehemalige Spieler der Top 50 sollen Spiele verschoben haben, sogar in Wimbledon, dem Allerheiligsten des Tennis.

Chris Kermode, der Chef der Männertour ATP, bestreitet das zwar vehement. Spricht man aber mit Buchmachern, Ermittlern und Wettexperten, so halten sie die Zahl der manipulierten Spiele sogar für "erheblich höher". In der Tat gibt es seit Jahren immer wieder Hinweise auf gefixte Ergebnisse, immer wieder geraten Spieler ins Blickfeld von Ermittlern. 18 Profis wurden in den vergangenen Jahren von den Tennisverbänden gesperrt, sechs davon sogar lebenslang. 14 Millionen Dollar wurden dafür ausgegeben. Man könnte auch sagen: verbrannt.

Wie Don Quijote gegen die Windmühlen

Denn der Kampf der Verbände gegen den Wettbetrug wirkt derzeit so effizient wie der von Don Quijote gegen die Windmühlen. Beim Tennis gibt es Wettmöglichkeiten auf einzelne Punkte, Sätze, Spielausgänge, auch -abbrüche, und sogar auf Doppelfehler oder die Verzögerung des Spielbeginns. Ein Spieler kann also problemlos sein Spiel gewinnen und trotzdem mit mehreren "kleineren" Systemmanipulationen Millionenwettgewinne generieren. Insbesondere auf dem völlig anarchischen asiatischen Wettmarkt, wo Einsätze ohne Limit möglich sind, können Gewinne erreicht werden, die für Wettpaten und Sportler gleichermaßen reizvoll sind.

Wie sollen Sportbehörden für einen solchen Betrug Beweise beibringen? Wie soll - abseits von Geständnissen - zwischen sportlichem Versagen und vorsätzlicher Manipulation unterschieden werden? Es ist beinahe unmöglich.

Der Wettbetrug ist juristisch viel schwieriger zu belegen als beispielsweise die Einnahme von Dopingmitteln, wo der Bluttest Gewissheit bringt. Beim Wettbetrug bedarf es Telefonüberwachungen, Kontenüberprüfungen, Observationen und Razzien. Nichts davon können Sportverbände leisten. Vielen Polizeibehörden aber ist diese Arbeit angesichts schleppender internationaler Zusammenarbeit zu aufwändig und auch technisch zu kompliziert.

Derzeit ist Wettbetrug ein nahezu perfektes Verbrechen.

Zum Autor
Jeannette Corbeau
Rafael Buschmann ist Redakteur im Sportressort des SPIEGEL.

E-Mail: Rafael_Buschmann@spiegel.de

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insgesamt 10 Beiträge
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1. Na und?
Rosa3000 19.01.2016
Voraussetzung für die Betrugsmöglichkeit sind doch genügend Wetteinsätze 'ehrlicher' Wetter. Deren Geld gilt es schließlich zu gewinnen. Wer daraus nicht die Konsequenz zieht, dem können auch keine Gesetze oder Strafverfolgung helfen.
2. Haken
FerrisBueller 19.01.2016
Einen Haken hat dich Sache doch: Für dieses perfekte Verbrechen muss man erst einmal in irgendwas so gut sein, dass die Leute hohe Beträge auf einen wetten wollen...
3.
totalmayhem 19.01.2016
"Das perfekte Verbrechen" Auweia, wenn's sogar schon bei SPON steht, kann es ja soo perfekt auch wieder nicht sein. ;) (Die Zeiten in denen Der Spiegel noch eine feine Adresse in Sachen "Investigativer Journalismus" war, sind leider schon lange vorbei.) Und weshalb die Aufregung? Schiebung ist so alt wie der Sport, das ausgerechnet Tennis von "Match Fixing" verschont sein soll, erschliesst sich mir auch nicht, es war zwar einst als der "weisse Sport" bekannt, das lag aber kaum daran, dass alle Protagonisten eine "weisse Weste" hatten.
4. Einzel- vs Mannschaftssportart
kascnik 19.01.2016
Das problem beim Tennis oder auch Boxen und Dart ist ja, dass es sich hier um eine Einzelsportart handelt. Beim Fußball oder auch Handball ist es für die Betrüger (egal ob Wetter oder der Spieler selbst) ein ganzes Spiel zu beeinflussen. Daher ist es nicht überraschend, dass insbesondere die Einzelsportarten anfällig sind.
5. Perfektes Vergehen
dasbeau 19.01.2016
Qua definitionem ist Betrug (§ 263 StGB) kein Verbrechen, sondern ein Vergehen (Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren und damit nicht mindestens 1 Jahr, was für ein Verbrechen erforderlich wäre). (Es sei denn, es liegt ein Fall des § 263 Abs. 5 vor)
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Tennis: Die wichtigsten Schläge
Beginnt der Aufschläger nicht mit einem Ass und der Rückschläger spielt den Ball zurück übers Netz, läuft der Ballwechsel. Dann kann es zu folgenden Schlägen kommen:

  • VOLLEY: Der Ball wird noch vor dem Aufkommen auf dem Boden geschlagen. Dieser Schlag wird vorwiegend am Netz gespielt und soll den Ballwechsel beenden.

    PASSIERSCHLAG: Ist der andere Spieler ans Netz vorgerückt, kann er nicht die gesamte Breite des Feldes abdecken - und mit einem Schlag seitlich an ihm vorbei passiert werden.

    STOPP: Ein zumeist mit Rückwärtsdrall gespielter Ball, der kurz hinter dem Netz aufkommt und für den Gegner schwer zu erreichen ist. Wird vorwiegend auf dem langsamen Belag Sand gespielt.

    LOB: Nach einem gespielten Stopp rückt der Spieler zumeist ans Netz vor. Dann ist es möglich ihn mit einem hoch geschlagenen Lob-Ball zu überspielen.

    SCHMETTERBALL: Wird der Lob zu flach gespielt, bietet sich für den Gegner die Möglichkeit, den Ballwechsel mit einem Schmetterball zu beenden. Der Schlag ähnelt sehr dem Aufschlag und ist ein mit hohem Tempo gespielter Überkopfschlag.

  • Zudem lassen sich die Schläge von der Grundlinie unterteilen, egal ob Vor- und Rückhand:

  • TOPSPIN: Durch eine von unten nach oben durchgeführte Schlagbewegung wird dem Ball Vorwärtsdrall verliehen. Der Ball steigt dadurch zunächst relativ hoch an, fällt dann aber steil nach unten. So können auch sehr diagonal oder schnell gespielte Bälle noch im Feld landen.

    SLICE: Ist das Gegenteil vom Topspin. Die Schlagbewegung ist von oben nach unten, der Ball erhält damit Rückwärtsdrall. Der Ball wird möglichst am höchsten Punkt getroffen, die Flugkurve ist dann sehr flach und stetig sinkend. Der Ball ist dadurch relativ lange in der Luft, so dass der Schlag entweder als Verteidigungsschlag oder als Vorbereitung zum Aufrücken ans Netz verwendet wird.

    DRIVE: Der Ball wird sehr direkt getroffen und damit nur mit sehr wenig oder gar keiner Rotation versehen.

Jeder dieser drei Schläge kann entweder cross, also quer, oder longline, der Linie entlang, gespielt werden. Ein Longline-Schlag erfordert eine hohe Präzision, da der Ball leicht im Aus landen kann - und das Netz zudem außen höher ist als in der Mitte. Cross gespielte Schläge hingegen fordern weniger Genauigkeit, können dafür aber mit mehr Tempo gespielt werden.

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