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Rechtsstreit mit Katar: Zwanziger kann auf Sieg hoffen

Ex-DFB-Präsident Zwanziger Zur Großansicht
Getty Images

Ex-DFB-Präsident Zwanziger

Theo Zwanziger hat im Rechtsstreit mit Katar gute Chancen. Der Ex-DFB-Präsident hatte das Emirat mit einem "Krebsgeschwür" verglichen. Laut einem Gericht ist die Äußerung von der Meinungsfreiheit gedeckt.

Der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger darf Katar wohl weiter ungestraft als "Krebsgeschwür des Fußballs" bezeichnen. Das stellte die 6. Kammer des Düsseldorfer Landgerichts in ihrer juristischen Einordnung fest. Das Urteil wird Richter Joachim Matz am 19. April verkünden.

Zwanziger, einst auch Mitglied des Fifa-Exekutivkomitees, hatte die Sportpolitik Katars in Interviews mit einem "Krebsgeschwür" verglichen. Der katarische Fußball-Verband QFA vertritt die Auffassung, bei dieser Äußerung handele es sich um eine Kollektivbeleidigung, und verklagte Zwanziger auf Unterlassung.

Das Gericht teilte nun aber mit, das Recht auf freie Meinungsäußerung sei in dieser Sache höher einzustufen als der Ehrschutz des Klägers. Zwanzigers Äußerung sei "unter dem Gesichtspunkt der freien Meinungsäußerung noch gerechtfertigt".

Der 70-jährige Zwanziger war persönlich im Raum 1.120 des Landgerichts erschienen, die Gegenseite wurde vom früheren CSU-Politiker Peter Gauweiler vertreten.

Zwanziger droht ARD mit Klage

Am Rande des Prozesses äußerte Zwanziger sich auch zu einem anderen Streit. Am Wochenende hatten NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung" berichtet, Zwanziger habe bei den Verschleierung der ominösen Vorgänge um die Vergabe der WM 2006 eine größere Rolle gespielt als bislang angenommen. Bereits am Samstag hatte der Ex-DFB-Chef die Vorwürfe zurückgewiesen.

Nun drohte er der ARD mit einer Klage, weil er sich durch eine vermeintlich falsche Tatsachenbehauptung in der "Tagesschau" geschädigt sieht. "Sie glauben doch nicht, dass ich mir gefallen lasse, dass vor sechs Millionen Zuschauern behauptet wird, ich hätte den Aufsichtsrat des WM-OK 2006 getäuscht", sagte Zwanziger.

Zwanziger betonte, der ARD-Bericht werde "ein Nachspiel" haben: "Sie haben Vermutungen in den Rang einer Tatsache erhoben. Daran müssen sie sich messen lassen." Noch sind keine juristischen Schritte eingeleitet.

cte/sid

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insgesamt 2 Beiträge
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1.
w.o. 02.02.2016
Offenbar gilt § 310 Abs. 1 S. 2 der Zivilprozessordnung in Düsseldorf nicht. Denn nachdem der Richter sich bereits eindeutig in der Verhandlung zur Rechtslage geäußert hat, dürften Umfang oder Schwierigkeit der Sache wohl kaum ein derartig langes Hinausschieben der Entscheidungsverkündung rechtferigen. Das Gesetz sieht dafür in der Regel drei Wochen vor.
2. Sport -
antonius 03.02.2016
So war es auch nicht! Im Sportteil der SZ von heute sind die Äußerungen des Gerichts ausführlich dargestellt. Dabei wird offengelassen, wie der Rechtsstreit ausgehen wird, weil das Gericht sich erst noch über neu vorgetragene Fakten sachkundig machen will. Dr. 20er sollte nicht so siegesgewiss sein!
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