Erfolgloser Millionen-Hengst: Totilas-Besitzer Schockemöhle räumt erstmals Fehler ein

Von Sylvia Theel

"Mit Totilas ist alles schief gelaufen, was schief laufen konnte": Mit deutlichen Worten hat Paul Schockemöhle, Besitzer des einst gefeierten Millionenhengstes, auf dessen Misserfolgsserie reagiert. Künftig soll das Pferd nicht mehr für die Zucht eingesetzt werden.

Reiter Rath mit Totilas: "Ausschließlich der Sport im Vordergrund" Zur Großansicht
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Reiter Rath mit Totilas: "Ausschließlich der Sport im Vordergrund"

Lange hat er geschwiegen. Seit zwei Jahren ist Paul Schockemöhle gemeinsam mit der Kronberger Millionenerbin Ann Kathrin Linsenhoff Besitzer des einstmals besten Dressurpferdes der Welt: Totilas. Bislang hatte er über die Misserfolgsserie des zehn Millionen Euro teuren Hengstes nur wenige Worte verloren. Am Dienstag war es damit vorbei. "Mit Totilas ist eigentlich alles schief gelaufen, was schief laufen konnte", gab der Unternehmer erstmals zu. 2013 soll nun das Jahr der Entscheidung werden.

Dafür wird Schockemöhle finanzielle Abstriche machen. Der Geschäftsmann verdient am Zuchteinsatz des Hengstes: "Im nächsten Jahr wird ausschließlich der Sport im Vordergrund stehen." Seiner Tätigkeit als Deckhengst wird Totilas dann vorerst nicht mehr nachgehen. Die Einbußen, die Schockemöhle aus dieser Entscheidung entstehen, dürften in die Hunderttausende gehen. Auch die Züchter werden erbost sein. Nicht einmal auf Zuchtschauen wird der schwarze Hengst noch zu sehen sein.

Stattdessen soll es nur noch um den Sport gehen. Mit Hilfe des niederländischen Bondscoaches Sjef Janssen sollen Reiter Matthias Alexander Rath und Pferd an die alten Erfolge unter Edward Gal anknüpfen. Denn seit der Trennung von Gal liest sich Totilas' Bilanz niederschmetternd: keine Einzel-Medaille bei der Europameisterschaft in Rotterdam im August 2011, danach Turnierpause. Beim Auftrainieren im Dezember verletzte sich das Pferd am Bein, wieder folgte eine lange Pause bis ins Frühjahr. Danach gab es peinliche Widersetzlichkeiten bei der Hengstschau in Vechta - und dazu wenige und unbeständige Leistungen auf Turnieren.

Hoffnung macht nur Balve

Seine Hoffnung zieht Schockemöhle aus einem einzigen Auftritt von Reiter Rath und Totilas bei einem Turnier in Hagen. Das war Anfang Mai 2012. Da erreichten Reiter und Pferd Bestnoten. "Wenn es Hagen nicht gegeben hätte, wäre ich nicht so optimistisch. Aber dort haben die beiden gezeigt, dass sie es können."

Doch genau dort hagelte es auch Kritik: Mit neuer Reitmethode war Rath auf dem Abreiteplatz gesichtet worden. Die umstrittene Rollkur erboste zahlreiche Zuschauer. Die herausragenden Noten und die damit verbundene Aussicht auf Olympisches Gold hatten die Kritiker schließlich verstummen lassen. Doch seit Balve sind Totilas und Rath aus der Turnierszene verschwunden.

Eine Erkrankung des Reiters am Pfeiffer'schen Drüsenfieber verhinderte auch einen möglichen Olympia-Auftritt. Das war vor einem halben Jahr. Ein neuer Turnierstart ist noch nicht geplant. Hoffnung auf ein erfolgreiches Jahr 2013 für Totilas und seine Besitzer gibt es offenbar: "Wir sind noch optimistisch", sagt Schockemöhle.

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insgesamt 66 Beiträge
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    Seite 1    
1. Verdienstausfall
Talan068 20.11.2012
Na wenn der Verdienstausfall 1 Jahres mehrere hunderttausend sind, dann ist ja auch klar wieviel er pro Jahr, allein durch Zucht verdient. Und was umstrittene Metoden angeht war PS ja nie zimperlich, soagr ich kann mich an das Barren erinnern.
2. Kopf schüttelt
spon-facebook-10000113925 20.11.2012
Kann man nur den Kopf schütteln. An was liegt es woll,dass der Hengst schlecht Sport geht. Der darf nicht mal auf die Koppel sich austoben,wird nur geritten und mal Spazieren geführt. Dann die scheiß Trainingsmetode von den blöden Janssen. Sorry,aber Totilas sollte wieder zu seinen alten Reiter zurück. Da ist er besser aufgehoben
3.
forenaccount 20.11.2012
Zitat von Talan068Na wenn der Verdienstausfall 1 Jahres mehrere hunderttausend sind, dann ist ja auch klar wieviel er pro Jahr, allein durch Zucht verdient. Und was umstrittene Metoden angeht war PS ja nie zimperlich, soagr ich kann mich an das Barren erinnern.
Das finde ich immer lustig, aus spärlichen Angaben sagen zu können, was "verdient" (=Gewinn) wird. Jetzt nehemn Sie einfach mal den Einkaufspreis von 10 Mio., den finanzieren Sie natürlich, dazu Unterhaltskosten für die Anlagen, Personal + Schulungen, Tierarzt, Equipment und was sonst noch so anfällt und rechnen die paar Tausend EUR für einen erfolgreichen Deckakt gegen. Wird wohl noch ein paar Jährchen dauern, bis tatsächlich was "verdient" wird.
4. Das Pferd kann einem wirklich leid tun!
Mitmensch 20.11.2012
Das Pferd sieht todunglücklich aus ! Der Reiter passt ganz offensichtlich nicht zu ihm. Welch Schande für Paul Schockemöhle ! Er sollte sich schämen, so sein Geld zu verdienen !!!
5. zu dem Namen Schockemöhle fallen mir ein paar Sachen ein
truthful 20.11.2012
Sie hätten schreiben sollen "die Umsatzmaschine auf 4 Beinen" statt das Pferd. So nämlich ist es sicher gesehen worden von diesem Herrn. Die Methoden dieser Leute sind ja bekannt. Das arme Tier.
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