Tour de France Organisatoren wollen Froome-Start verbieten

Radprofi Christopher Froome darf trotz eines auffälligen Befunds durch ein Asthmamittel an Rennen teilnehmen - zumindest bislang. Bei der Tour de France könnte sich das nun ändern.

Christopher Froome
AFP

Christopher Froome


Die Organisatoren der Tour de France (Aso) wollen den Start des umstrittenen Titelverteidigers Christopher Froome bei der am 7. Juli beginnenden Frankreich-Rundfahrt verhindern. Das schreibt die Tageszeitung "Le Monde". Ein Sky-Sprecher bestätigte dem "Guardian" den Bericht, sagte aber, man sei zuversichtlich, "dass Chris Froome die Tour de France fahren wird. Er hat nichts falsch gemacht."

Gegen den 33 Jahre alten Briten Froome laufen seit Monaten Ermittlungen aufgrund eines positiven Dopingtests auf das Asthmamittel Salbutamol während der Spanien-Rundfahrt 2017. Die Werte des späteren Vuelta-Siegers lagen um das Doppelte über dem erlaubten Grenzwert. Froomes Teilnahme an Rennen wie zuletzt bei seinem Sieg beim Giro d'Italia sind wegen der ungeklärten Affäre höchst umstritten.

Zwar darf Froome weiter Rennen fahren, bis der Fall vom Radsport-Weltverband UCI geklärt ist. Laut "Le Monde" wolle die Aso aber um jeden Preis vermeiden, dass der viermalige Toursieger wie schon beim Giro an der Startlinie steht.

Die Organisatoren berufen sich dabei demnach auf Artikel 28 ihrer Regularien, mit dem sie sich das ausdrückliche Recht einräumen, einem Fahrer oder einem Team das Startrecht zu verweigern, wenn dadurch das Ansehen der Aso oder eines ihrer Rennen beschädigt wird.

Sky hatte den drohenden Ausschluss seines Kapitäns vor dem Schiedsgericht des Nationalen Olympischen Komitees für den französischen Sport (CNOSF) angefochten. Der Fall werde demnach am Dienstag verhandelt, ein Urteil soll am Mittwoch folgen.

mru/sid



insgesamt 16 Beiträge
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Lankoron 01.07.2018
1. Das der Fall
fast ein Jahr nach Auftrten immer noch nicht geklärt ist, wirft ein extrem schlechtes Licht auf den Radsportverband und die WADA.
skeptikerjörg 01.07.2018
2. Sie werden wieder einknicken
Es wäre endlich an der Zeit. Ob nun bewusst oder unbewusst, ob vorsätzlich oder fahrlässig, Tatsache ist, das Froome nachweislich den zulässigen Wert um mehr als das Doppelte überschritten hatte. Wie er und andere "Asthmatiker" die Berge rauffliegen ist das reinste Wunder. Wahrscheinlich werden alle normalen Asthmatiker von ihren Ärzten nur verarscht, denn es gibt ja offensichtlich Wundermittel, die alle Leistungseinbußen ausschalten. Aber zurück zu Froom: Sky wird drohen, nicht anzutreten, falls Froome ausgeschlossen wird und dann wird man wieder eine Hintertür finden, ihn starten zu lassen. Die anderen "Asthmatiker" dürfen ja auch.
glissando 01.07.2018
3. Fürsorgepflicht :-)
Der arme Sportler scheint ja schwer krank, wenn er hoch dosierte Medikamente nehmen muss. Und einem Astmatiker sind die Tourstrapazen doch wirklich nicht zumutbar. Also da haben die Organisatoren doch eine Fürsorgepflicht. :-) Nein, mal im Ernst: So löblich dieser Versuch einer Wahrung von Sportlichkeit ist, wer soll denn den Radzirkus noch ernst nehmen?
amon.tuul 01.07.2018
4. warum hat das ö.r. TV
diese Doping-Show der Radler wieder im Programm? Bitte um Aufklärung.
Athlonpower 01.07.2018
5. Bei weniger Überschreitungen hat man dagegen schnell reagiert
Zitat von Lankoronfast ein Jahr nach Auftrten immer noch nicht geklärt ist, wirft ein extrem schlechtes Licht auf den Radsportverband und die WADA.
Einfache Antwort, der Radsportverband will keinesfalls seinen Star der letzten Jahre aus dem Verkehr ziehen, also beschädigten, man müßte sich sonst viele viele Fragen stellen lassen, deren Antworten man tunlichst vermeiden will, mal zur Erinnerung, der italienische Sprinter Petacci wurde sofort gesperrt, obwohl er nur einen Bruchteil der Überschreitung seines Athmamittels zu verantworten hatte, bei Froome war die Überschreitung viel höher und nix ist passiert, ganz im Gegenteil, sein Giro Sieg zeigt klar und deutlich, daß hier Froome und sein Team dem Radsportverband ganz offen den ausgestreckten Mittelfinger entgegenhalten. Der Abschlußbericht des britischen Parlaments zur Sky-Doping-Affäre sagt ja schon alles, alleine das hätte schon den kompletten Rauswurf des Sky-Teams aus dem Radsport zur Folge haben müssen.
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