Königsetappe der Tour de France Gesamtführender Thomas gewinnt auch in Alpe d'Huez

Geraint Thomas hat das Gelbe Trikot bei der Tour de France mit einem Sieg auf der Königsetappe eindrucksvoll verteidigt. Titelverteidiger Chris Froome wurde nur Vierter, André Greipel hat aufgegeben.

Geraint Thomas
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Geraint Thomas


War das die endgültige Wachablösung im Team Sky? Der nominelle Mannschaftskapitän und Titelverteidiger Chris Froome musste sich auf der Königsetappe der Tour de France mit dem vierten Platz begnügen. Als Erster kam erneut Froomes Teamkollege und eigentlicher Helfer Geraint Thomas ins Ziel, der damit die Führung in der Gesamtwertung weiter ausgebaut hat.

Einen Tag, nachdem er mit seinem Etappensieg in La Rosière Espace San Bernardo das Gelbe Trikot übernommen hatte, gewann Thomas nach 175,5 Kilometern von Bourg-Saint-Maurice Les Arcs ins legendären Alpe d'Huez vor dem Niederländer Tom Dumoulin und dem Franzosen Romain Bardet. Es ist das erste Mal, dass der Träger des Gelben Trikots die Bergankunft in Alpe d'Huez für sich entscheidet - wenn man von Lance Armstrong absieht, dessen Sieg 2004 wegen seiner Dopingvergehen gestrichen wurde.

Zu Beginn des Schlussanstiegs lag noch der Niederländer Steven Kruijswijk in Führung, der sich vor der Bergwertung am Col de la Croix de Fer aus einer Spitzengruppe abgesetzt hatte. Doch mehr als vier Minuten Vorsprung reichten ihm nicht zum Sieg, der Niederländer musste sich am Ende mit dem zehnten Platz begnügen.

Froome attackierte gut drei Kilometer vor dem Ziel, setzte sich von der Verfolgergruppe ab und zog mühelos an Kruijswijk vorbei. Doch Dumoulin, Thomas und Bardet fuhren die Lücke wieder zu. Den Schlussspurt der Spitzenfahrer gewann Thomas dann klar und baute seinen Vorsprung auf Froome in der Gesamtwertung dank der Zeitbonifikation für den Tagessieg auf 1:39 Minuten aus.

Für den deutschen Sprinter André Greipel ist die Frankreich-Rundfahrt dagegen ebenso beendet wie für seinen Helfer Marcel Sieberg und Rick Zabel. Sie stiegen vor dem Anstieg zum Col de la Madeleine aus und wurden so zu weiteren Opfern des "Sprintersterbens" bei der Tour. Bereits am Mittwoch waren Marcel Kittel und Mark Cavendish aus dem Zeitlimit gefallen. Auf der Königsetappe gaben neben Greipel, Sieberg und Zabel auch die zweimaligen Etappensieger Fernando Gaviria und Dylan Groenewegen auf.

mmm



insgesamt 17 Beiträge
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Prussia Culé 19.07.2018
1. Spannend wars zumindest...
Mutige Attacke von Kruijswijk aber schade für ihn und Lotto, dass es nicht gereicht hat und Roglic ihn nicht als Relaistation nutzen konnte. --- Man sieht aber, dass Froome nicht so überlegen ist. Thomas hat sich über die vergangenen Jahre kontinuierlich verbessert und da Thomas gegen Ausnahmegenemigungen ist, wäre er für mich der sympathischere Gelbträger. Sky - egal was sie angeblich vielleicht nehmen oder auch nicht - man muss anerkennen, dass sind einfach wie die Bayern in der Bundesliga sind. Ihr Kader ist der Stärkste, sie haben klar die Kohle, sie setzen das Geld gut ein in Fahrer und vor allem Trainingssteuerung; und das Wichtigste: Sie sind Taktikfüchse und werden so gut wie nie nervös. Das sollte man anerkennen und kann gleichzeitig trotzdem kritisch bleiben. --- Movistar hingegen agiert eher enttäuschend. Klar, kann man nicht alles planen, aber auch sie haben ein starkes Team aber taktisch neigen sie zu Schnellschüssen. Schade für Quintana, der in den letzten 2-3 Jahren was Training und Rennprogramm angeht nicht immer optimal gehandelt hat. --- Toll was Dumoulin und Bardet gezeigt haben. Sie müssen "einfach" mehr Druck ausüben auf Sky. Es wird aber schwer, wenn nicht mehr viele Fahrer übrig bleiben, die Sky gefährlich werden können. Porte und Uran sind raus, Zakarin, Latour, Caruso und Jungels haben nicht die Beine für ganz vorne, Mollema, Majka, Pozzovivo, Izzaguirre und Yates fahren absolut unter ihren Möglichkeiten und eher enttäuschend, van Garderens Ambitionen auf die Top 10 sind seit Jahren nicht mehr da. Bardet hat zudem nicht mehr genug Helfer durch Stürze, Frank sieht auch nicht gut aus, einem Doumulin fehlen die Girofahrer Keldermann & Oomen, bei Lotto fehlt ein Bennett, Pinot ist wegen des Giro auch nicht dabei. --- Alles in allem könnte man Sky durchaus etwas mehr in Bedrängnis bringen aber die Zeitabstände sind schon recht groß.
aurichter 19.07.2018
2. Heute die erste Etappe
gesehen, weil Alp de'Huez immer spannend ist. Die Überlegenheit des Sky Teams ist schon frappierend. Thomas hatte keine Anzeichen der Ermüdung im Gesicht beim Interview. Über 5 Std im Sattel mit Berganstiegen der Güte und keine Anzeichen von Erschöpfung, die mir zumindest nicht aufgefallen ist. Die Leistung, um dort hoch zu kommen, egal wer, ist schon fast übermenschlich.
Planquadrat 19.07.2018
3. Es
langweilt immer mehr, die Reinkarnation von US-Postal nun als Sky Team zu sehen. Das schadet auf Dauer dem Radsport, wenn Aussenseiter keine Chance mehr auf den Sieg haben, weil Teams ähnlich wie in der Formel 1, dank fast unbeschränkter Geldmittel, von anderen Mitteln will ich gar nicht reden, eine dermaßen große Überlegenheit zeigen. .
uzsjgb 19.07.2018
4. Vincenzo Nibali Fahrer des Tages
Für mich ist Nibali der Fahrer des Tages. Nach seinem Sturz (wie ist der überhaupt passiert? Durch Zuschauer?) war er ca. 50 Sekunden hinter der Führungsgruppe und im Ziel hatte er nur noch 13 Sekunden Rückstand. Das war schon eine enorme Leistung, auf so wenigen Kilometern diesen Rückstand aufzuholen.
noalk 19.07.2018
5. Noch keine Wachablösung
Thomas musste vorneweg, weil sonst Dumoulin (siehe gestern) - oder Bardet? - die Etappe für sich entschieden hätten. Auch Thomas könnte mal einen schlechteren Tag erwischen, und dann wäre Froome wieder vorn. Klar ist wohl nur: An Sky kommt keiner vorby ...
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