Tour de France Nibali fährt mit gebrochenem Wirbel ins Ziel

Er galt als Geheimfavorit. Doch nach der Königsetappe muss Vincenzo Nibali bei der Tour de France aufgeben. Er war mit einem Polizeimotorrad zusammengestoßen - und ist trotzdem weitergefahren.

Vincenzo Nibali
KIM LUDBROOK/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Vincenzo Nibali


Im spektakulären Finale der Königsetappe der diesjährigen Tour de France war der Italiener Vincenzo Nibali der große Pechvogel. Knapp fünf Kilometer vor dem Ziel stürzte der Tour-Sieger von 2014 in Folge einer Kollision mit einem Polizeimotorrad. Zu diesem Zeitpunkt lag Nibali aussichtsreich in der Verfolgergruppe um Geraint Thomas, Chris Froome und Tom Dumoulin, die am Ende den Tagessieg unter sich ausmachte.

Die Etappe in Video:

Unmittelbar nachdem Nibali zu Boden gegangen war, verschärfte Froome mit einer Attacke das Tempo. Während die anderen folgten und die Lücke wieder zufuhren, musste Nibali erst wieder aufs Rad steigen. Trotz starker Schmerzen quälte er sich den steilen und schweren Schlussanstieg nach Alpe d'Huez hinauf und hatte am Ende als Siebter nur 13 Sekunden Rückstand auf Sieger Thomas.

Im Anschluss an die Etappe wurde Nibali ins Krankenhaus gebracht. Dort stellten die Ärzte fest, dass er sich bei seinem Sturz den zehnten Brustwirbel gebrochen hat. Das bestätigten sowohl der 33-Jährige als auch sein Team Bahrain-Merida.

Aufgrund der Verletzung ist die Tour für Nibali beendet. Im Gesamtklassement lag er mit 2:37 Minuten Rückstand auf Thomas auf dem vierten Rang. Am Freitag soll der Italiener nach Hause gebracht werden und sich dort weiterer Untersuchungen unterziehen. Nibali hat neben der Frankreich-Rundfahrt auch schon die Vuelta (2010) und zweimal den Giro d'Italia (2013, 2016) gewonnen.

mmm/sid



insgesamt 6 Beiträge
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dynamoraul 19.07.2018
1. chaos tour
wer hat sich das ausgedacht?die meisten sprinter raus.viele mannschaften der klassmentfahrer nur noch rumpftruppen.und da hat es noch nicht mal geregnet oder geschneit.stuerze ohne ende.sky freuts.
andreasm.bn 20.07.2018
2. aha, man attackiert jetzt, wenn...
ein direkter Konkurrent gestürzt ist, ja? Eigenartiges Verständnis von Fairplay! Man kann über Lance Armstrong ja viel sagen, aber sowas hätte der niemals gemacht! Man erinnere sich, als Jan Ullrich die Abkürzung kopfüber über die Leitplanke genommen hat. Wer hat gewartet? Vor Leuten wie Fromme möchte man einfach nur ausspei...
solltemanwissen 20.07.2018
3.
Zitat von andreasm.bnein direkter Konkurrent gestürzt ist, ja? Eigenartiges Verständnis von Fairplay! Man kann über Lance Armstrong ja viel sagen, aber sowas hätte der niemals gemacht! Man erinnere sich, als Jan Ullrich die Abkürzung kopfüber über die Leitplanke genommen hat. Wer hat gewartet? Vor Leuten wie Fromme möchte man einfach nur ausspei...
Also ganz ehrlich, so wie Armstrong Menschen behandelt hat, die einfach nur die Wahrheit gesagt haben... Emma O'Reilly, Simeoni, Paul Kimmage, Floyd Landis usw. usf. die Liste an Menschen, die er aufs Schäbigste behandelt hat, ist endlos. Bei aller Kritik an Froome - stünden beide nebeneinander, wüsste ich aber genau vor wem ich ausspei... würde.
luvschot 20.07.2018
4. Nibali? Faiplay?
Nun, das ist eine sehr exklusive Interpretation der Ereignisse. Nibalis tragischer Sturz ereignete sich zu Beginn der abgesperrten 4 Kilometer-Zone. Er war nicht mehr in der Gruppe mit Froome. Die Gruppe hat auch nicht angegriffen. Es gab auf diesem Abschnitt sogar Stehversuche der Favoriten. Es war eine ganz andere Rennsituation als damals mit Ullrich und Armstrong (hoffentlich auch, was die „Hilfsmittel“ anbetrifft). Tja, und Fairplay anzumahnen ist bei Nibali wirklich überflüssig. 2015, bei der 19.Etappe nach La Toussuire, griff Nibali an, als er bemerkte, dass Froome technische Probleme mit seiner Schaltung hatte. Und damals waren sie in der gleichen Gruppe. Das war zum Spei… Ich wünsche ihm aber aufgrund der sehr ernsten Verletzung gute Genesung, und nein, ich bin kein Froome-Fanboy.
nate_der_student 20.07.2018
5. Schreckliche Fans; das Motorrad ist unschuldig
Wer kurz recherchiert ("nibali camera strap") findet mittlerweile eine Aufnahme eines anderen Fans, in der man sieht, dass Nibalis Lenker sich in der Kamera-Schlaufe eines Zuschauers verfängt. Neben der unfassbaren Unsportlichkeit, dass die Fans Pyros zünden, dann auch noch mit frei rumhängenden Riemen auch Tuchfühlung gehen... Kein Gefühl oder Anstand bei dieser Horde.
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