Tour de France Andy Schleck fährt ins Gelbe Trikot

Der Franzose Pierre Rolland hat die 19. Etappe der Tour de France gewonnen. Am Anstieg nach Alpe d'Huez machte Alberto Contador Sekunden im Kampf um den Gesamtsieg gut. Andy Schleck übernahm das Gelbe Trikot von Thomas Voeckler, der einbrach. Die Entscheidung fällt im morgigen Zeitfahren. 

AP

Hamburg - Andy Schleck hat auf der letzten schweren Bergetappe der 98. Tour de France vor dem entscheidenden Einzelzeitfahren das Gelbe Trikot des Spitzenreiters erobert.

Der Luxemburger erreichte das Ziel im Skiort Alpe d'Huez 56 Sekunden hinter dem Tagessieger Pierre Rolland, der nach 3:13:25 Stunden für den ersten französischen Tagessieg bei der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt sorgte.

"Thomas Voeckler hat mir gesagt: 'Zieh los, such' deine Chance'. Ich habe mich ein halbes Jahr auf diese Etappe vorbereitet. Ich kann es aber trotzdem kaum fassen, dass ich in Alpe d'Huez wirklich gewonnen habe", sagte Etappensieger Rolland.

Das Gelbe Trikot übernahm Schleck vom Franzosen Thomas Voeckler, der auf dem 109,5 Kilometer langen Teilstück von Modane über den 2556 Meter hohen Galibier bis zur Bergankunft in Alpe d'Huez viel Zeit und damit nach zehn Tagen die Gesamtführung verlor.

Titelverteidiger Alberto Contador, der am Donnerstag zurückgefallen war, wurde hinter Olympiasieger Samuel Sánchez (3:13:39) mit 23,4 Sekunden Rückstand Etappen-Dritter. Der Spanier hatte in Alpe d'Huez den Sieg bereits dicht vor Augen, wurde aber noch von Rolland und Sánchez abgefangen. Sánchez sicherte sich zudem das Bergtrikot.

Am Samstag fällt im Einzelzeitfahren über 42,5 Kilometer in Grenoble (ab 10.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) die Entscheidung über den Gesamtsieg. Andy Schlecks größter Rivale ist der Australier Cadel Evans, der mit ihm ins Ziel kam und 57 Sekunden Rückstand hat. Die Tour endet am Sonntag in Paris.

Evans eröffnet den Angriff unter den Favoriten

Auf dem Weg zum Galibier arbeiteten Schleck und Contador zusammen und vergrößerten den Abstand auf die Gruppe um Evans und den Italiener Ivan Basso auf beinahe zwei Minuten.

Allerdings machte die Abfahrtsschwäche von Schleck und Contador den beiden zunächst einen Strich durch die Rechnung. Evans, Basso und auch Voeckler rollten mit weiteren Fahrern noch vor dem Schlussanstieg an die kleine Gruppe um Schleck und Contador heran, so dass eine große Favoriten-Gruppe die 13,8 Kilometer nach Alpe d'Huez in Angriff nahm.

Schließlich war es Evans, der den Angriff der Favoriten eröffnete. Contador folgte nach kurzem Zögern, und auch Andy Schleck zog mit. Kurz darauf setzte Contador jedoch eine erneute Attacke, der weder Schleck noch Evans etwas entgegenzusetzen hatten. Der Spanier sah bereits wie der sichere Sieger aus, ehe Rolland noch vorbeizog.

Dennoch reichte es im Ziel für Andy Schleck zu seinem siebten Gelben Trikot. Am Vortag hatte er das begehrte Leibchen nach seiner beeindruckenden Solofahrt über 60 Kilometer noch um 15 Sekunden verpasst. Schlecks Aktion wurde jedoch von vielen Radsport-Fans gefeiert, die "L'Equipe" nannte ihn in Anspielung auf den großen Eddy Merckx sogar "Andy Schleck, der Merckxist".

luk/sid/dpa

insgesamt 25 Beiträge
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Seite 1
kjartan75 22.07.2011
1.
Interessanter Verlauf der heutigen Etappe. Es war klar, dass Contador angreifen würde und zwischenzeitlich sah es gar nicht so schlecht aus für ihn, aber letztendlich kann er absolut nicht zufrieden sein, wenn er noch nicht mal die Etappe für sich entscheiden konnte. Es wird noch recht spannend morgen, aber Evans wirds wohl machen...
sigmaplus 22.07.2011
2.
Eigentlich wollte ich mich wieder über die Doper aufregen....aber lassen wir das mal für heute ;) Tour de France ist ja mal richtig spannend ! Nach dem Zeitfahren morgen, könnten ja zwei oder drei Fahrer nur wenige Sekunden auseinander sein. Was machen die denn dann auf der letzten Etappe nach Paris, ich habe noch so in Erinnerung, daß auf der letzten Etappe nicht mehr attackiert werden darf/sollte ???
willem.fart 22.07.2011
3. Ohne Ton
Alle fuhren auf den letzten Drücker und dann entblödete sich der ZDF-Kommentator nicht, diese Leistung Doping zuzuschreiben. Mit gewundenen Worten. Denn das sind ja nur Unterstellungen ohne jeden Beweis, also Diffamierungen und natürlich als Verleumdung strafbar. Was ist mit diesen Moralaposteln des öffentlich rechtlichen Volksgerichtshof los? Der einzige Tour-de-Franc-Sieger aus Deutschland, Jan Ullrich, wurde nie verurteilt, trotzdem wird der in dem öffentlich-rechtlichen Sender weiter verleumdet, obwohl er als unschuldig zu gelten hat. Man kann natürlich auch auf Eurosport umschalten, aber die quasseln genau so ein Mist und haben kein HD. Sportberichterstattung geschieht bei mir zumeist nur noch ohne Ton. Bei den Fußballkommentatoren habe ich mir das schon lange angewöhnt. So schrecke ich dann immer aus dem Halbschlaf, wenn mein Nachbar brüllt. Der ist sowieso ein Depp und verstärkt mit seinem Gebrüll nur die Stimme des Kommentators.
kjartan75 22.07.2011
4.
Zitat von sigmaplusEigentlich wollte ich mich wieder über die Doper aufregen....aber lassen wir das mal für heute ;) Tour de France ist ja mal richtig spannend ! Nach dem Zeitfahren morgen, könnten ja zwei oder drei Fahrer nur wenige Sekunden auseinander sein. Was machen die denn dann auf der letzten Etappe nach Paris, ich habe noch so in Erinnerung, daß auf der letzten Etappe nicht mehr attackiert werden darf/sollte ???
Dürfen schon...aber es hat sich halt so eingebürgert, dass nicht mehr angegriffen werden soll. An sich würde ich das bei einem engen Klassement durchaus begrüßen, dass dann nochmal attackiert wird. Schon allein, um die ganzen aufgeregten Fahrer danach zu hören, die sich dann über diese "Unerhörtheit" aufregen. Was ein Voigt z. B. dann sagen würde. :)) Aber ich glaub nicht, dass man sich diesem ungeschriebenen Gesetz dieses Jahr widersetzt.
totalmayhem 22.07.2011
5. Nichts machen die
Zitat von sigmaplusEigentlich wollte ich mich wieder über die Doper aufregen....aber lassen wir das mal für heute ;) Tour de France ist ja mal richtig spannend ! Nach dem Zeitfahren morgen, könnten ja zwei oder drei Fahrer nur wenige Sekunden auseinander sein. Was machen die denn dann auf der letzten Etappe nach Paris, ich habe noch so in Erinnerung, daß auf der letzten Etappe nicht mehr attackiert werden darf/sollte ???
Ein ungeschriebenes Gesetz besagt, dass das Gelbe Trikot am letzten Tag nicht attackiert werden darf. Greg Lemond (1989) war glaube ich der letzte, der die Tour am letzten Tag gewann, aber dabei handelte es sich um ein Zeitfahren.
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