Hamburg - Die achte Etappe der Tour de France war wie gemacht für Ausreißer. Die besten Beine hatte nach 157,5 Kilometern Thibaut Pinot vom Team Française des Jeux. Der Franzose konnte sich nach einer Attacke am Schlussanstieg den Sieg sichern. Zweiter wurde der australische Vorjahressieger Cadel Evans vor Tony Gallopin.
In der Gesamtwertung führt weiterhin der britische Sky-Fahrer Bradley Wiggins zehn Sekunden vor Evans und 16 Sekunden vor dem Italiener Vicenzo Nibali. BMC-Fahrer Evans hatte auf den letzten Metern der Etappe noch versucht, der Gruppe um Wiggins wegzufahren. Der Brite konterte die Attacke jedoch - Evans konnte keine Zeit gutmachen.
Der bergige Kurs von Belfort nach Porrentury in der Schweiz war wie geschaffen für Fluchtgruppen. Vier Berge der zweiten und einen der ersten Kategorie mussten die Fahrer überqueren.
Sánchez muss Tour nach Sturz beenden
Schon kurz nach dem Start kam es zu ersten Attacken aus dem Peloton. Zunächst konnte sich aber keine Gruppe deutlich absetzen. Dann gelang es mehreren Fahrern um Jens Voigt, Philippe Gilbert, David Millar, Sylvain Chavanel und Rubén Pérez aber doch, etwas Vorsprung herauszufahren. Immer wieder griffen einzelne Athleten an. Schließlich konnte sich der Schwede Fredrik Kessiakoff vom Astana-Team absetzen. Auf dem letzten Anstieg zum Col de la Croix wurde er dann jedoch noch von Pinot gestellt, der sich den Sieg auf der Abfahrt hinunter zum Zielort nicht mehr nehmen ließ.
Schon kurz nach dem Start der Etappe war Samuel Sánchez gestürzt. Der Spanier vom Euskaltel-Team konnte das Rennen nicht fortsetzten und musste mit Verdacht auf Schlüsselbeinbruch in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Sánchez dürfte damit wohl auch die Olympischen Sommerspiele in London (27. Juli bis 12. August) verpassen, bei denen er seine Goldmedaille im Straßenrennen verteidigen wollte. Am Sonntagmorgen war bereits Johannes Fröhlinger vom Team Argos-Shimano wegen eines zwei Tage zuvor erlittenen Fingerbruchs nicht mehr angetreten.
Am Montag (9.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) schlägt auf der neunten Etappe von Arc-et-Senans nach Besançon die Stunde der Einzelzeitfahrer. Auf den 41,5 Kilometern könnte bereits eine Vorentscheidung im Kampf um das Gelbe Trikot fallen. Am Dienstag ist der erste Ruhetag.
joe
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