Hamburg - Bradley Wiggins ist auf dem besten Wege, als erster Brite die Tour de France zu gewinnen. Der 32-Jährige hat am Montag das Einzelzeitfahren über 41,5 Kilometer von Arc-et-Senans nach Besançon vor seinem Landsmann und Sky-Teamkollegen Christopher Froome gewonnen. Zeitfahr-Olympiasieger Fabian Cancellara landete auf dem dritten Platz.
Vorjahressieger Cadel Evans aus Australien verlor auf der neunten Etappe 1:43 Minuten auf Wiggins, der seinen Vorsprung in der Gesamtwertung ausbaute. Vor der ersten Alpenetappe am Mittwoch (12.25 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE), sind Evans' Chancen auf die Titelverteidigung damit drastisch gesunken.
In der Gesamtwertung hat Wiggins vor dem ersten Ruhetag am Dienstag nun einen Vorsprung von 1:53 Minuten auf den Australier. Froome schob sich durch seine starke Leistung im Kampf gegen die Uhr auf den dritten Rang mit einem Rückstand von 2:07 Minuten.
"Es war phantastisch, wahrscheinlich das beste Zeitfahren meines Lebens", sagte Wiggins im Ziel. Eine Vorentscheidung im Kampf um den Sieg bei der 99. Tour de France sei damit jedoch noch nicht gefallen. "Cadel ist ein absoluter Fighter und gibt niemals auf," so Wiggins.
Klöden bester Deutscher
Schon bei der ersten Zwischenzeit nach 16 Kilometern distanzierten Wiggins und Froome die Konkurrenz deutlich. Evans handelte sich bereits am ersten Zeitmesspunkt einen Rückstand von mehr als einer Minute auf den Tagessieger ein. In der Folge bauten die Sky-Profis ihren Vorsprung kontinuierlich aus.
Am Ende lag Wiggins, der 51:24 Minuten für die Strecke benötigte, 35 Sekunden vor seinem Teamkollegen. Cancellara hatte im Ziel 57 Sekunden Rückstand auf den Briten. Für Wiggins war es der erste Tageserfolg bei der Tour.
Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin war als erster der Favoriten auf den Tagessieg schon vier Stunden vor den Bestplatzierten in der Gesamtwertung auf die Strecke gegangen. Nach seiner Zielankunft in Besançon war er trotz eines Defekts auf den ersten Kilometern lange Spitzenreiter, bis Cancellara ihm die Führung entriss. Am Ende belegte Martin, der seit einem Sturz auf der ersten Etappe mit einem gebrochenen Kahnbein auf dem Rad sitzt, den zwölften Platz (+2:16 Minuten). Ob er die Tour fortsetzt, will der 27-Jährige am Dienstag entscheiden.
Bester Deutscher war Andreas Klöden auf dem zehnten Rang (+2:09). Im Gesamtklassement rangiert der Radioshack-Profi mit 6:33 Minuten Rückstand auf Platz 15.
syd/sid
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