Dopingverdacht bei Tour de France Radprofi Fränk Schleck positiv getestet 

Spitzenfahrer Fränk Schleck ist nach Angaben des Weltverbands UCI eine "anormale" Dopingprobe entnommen worden. Entdeckt wurde ein Mittel, das verbotene Leistungssteigerungen verschleiern kann. Das Team des Luxemburgers reagierte und zog den Radprofi von der 99. Tour de France zurück.

Radprofi Fränk Schleck: "Anormale" Dopingprobe
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Radprofi Fränk Schleck: "Anormale" Dopingprobe


Hamburg - Beim Luxemburger Radprofi Fränk Schleck vom Team RadioShack-Nissan ist während der 99. Tour de France eine "anormale" Dopingprobe entnommen worden. Dies teilte der Rad-Weltverband UCI am Dienstagabend mit.

Bei Schleck, Dritter der Frankreich-Rundfahrt von 2011 und Bruder des nachträglich zum Sieger von 2010 gekürten Andy Schleck, wies eine Urinprobe vom 14. Juli das Diurretikum Xipamid auf. Diuretika werden im Radsport vor allem verwendet, um Dopingmittel zu verschleiern.

Nach den Anti-Doping-Regeln der UCI führt der Befund nicht automatisch zu einer Sanktion. Allerdings forderte der Verband den Rennstall RadioShack auf, "die nötigen Schritte zu ergreifen". Das Team reagierte prompt und hat den Luxemburger bereits von der diesjährigen Tour de France zurückgezogen.

Schleck hat vier Tage Zeit, die Öffnung der B-Probe zu beantragen. Im Gesamtklassement der diesjährigen Tour hatte der 32-jährige Teamkollege der deutschen Fahrer Andreas Klöden und Jens Voigt nach 15 von insgesamt 20 Etappen den zwölften Rang belegt.

Für das Team RadioShack-Nissan ist Fränk Schlecks positive Probe der nächste Schock. Neben Schlecks Bruder Andy, der sich vor der Tour verletzt hatte, muss die Mannschaft auch auf ihren Teammanager Johan Bruyneel verzichten. Der Belgier ist in die Ermittlungen der amerikanischen Anti-Doping-Agentur Usada im Fall Lance Armstrong verwickelt.

Die diesjährige Frankreich-Rundfahrt ist damit erneut von der Dopingproblematik eingeholt worden. Vor einer Woche hatte die französische Polizei das Mannschaftshotel des Cofidis-Teams durchsucht. Die Beamten nahmen den französischen Profi Rémy Di Gregorio fest. Laut "L'Équipe" soll Di Gregorio in flagranti beim Versuch erwischt worden sein, Dopingmittel zu erwerben.

chp/sid/dpa/rtr



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