99. Tour de France: Sagan sprintet an Greipel vorbei zum dritten Sieg

André Greipel hat seinen dritten Etappensieg in Folge verpasst. Im Zielsprint der sechsten Etappe der 99. Tour de France musste sich der Deutsche dem Slowaken Peter Sagan geschlagen geben. Das Rennen wurde von etlichen schweren Stürzen überschattet.

Tour de France: Stürze überschatten sechste Etappe Fotos
AP

Hamburg - Kein Etappensieg-Hattrick für Deutschlands Top-Sprinter. André Greipel aus dem Radrennstall Lotto-Belisol hat bei der 99. Tour de France seinen dritten Tageserfolg in Serie knapp verpasst. Der 29-Jährige stürzte auf der sechsten Etappe zweimal und kam als Zweiter ins Ziel. Der Sieg nach 207,5 Kilometern auf der sechsten Etappe von Épernay nach Metz ging an den Slowaken Peter Sagan (Liquigas), der seinen dritten Tageserfolg feierte. Dritter wurde der Australier Matthew Goss.

Der Schweizer Fabian Cancellara verteidigte das Gelbe Trikot des Gesamtführenden. Das Teilstück war von etlichen Stürzen überschattet worden. Ein Massensturz 24 Kilometer vor dem Ziel teilte das Feld und wurde unter anderem für Fränk Schleck und Alejandro Valverde zum Verhängnis. Die beiden Mit-Favoriten auf den Tour-Sieg büßten mehr als zwei Minuten auf den Führenden Cancellara und die anderen Favoriten wie Bradley Wiggins und Titelverteidiger Cadel Evans ein.

Als Folge der schweren Massenstürze haben vier Fahrer das Rennen aufgeben müssen. Mikel Astarloza (Euskaltel), Tom Danielson (Garmin), Davide Vigano (Liquigas) und Wouter Poels (Vacansoleil) stiegen noch vor dem Ziel in Metz aus. Damit sind noch 190 von 198 gestarteten Fahrern im Rennen.

Martin bekommt neue Manschette fürs Zeitfahren

Auch Greipel, der am Mittwoch und Donnerstag Etappensiege gefeiert hatte, war nach 35 Kilometern in einem Massensturz mit insgesamt rund 20 Profis verwickelt. "Greipel scheint nicht unerhebliche Verletzungen zu haben, dazu hat er eine Wunde am Finger. Er muss sehr hart auf den Asphalt gefallen sein", sagte Tour-Chefärztin Florence Pommerie. Gut 60 Kilometer vor dem Ziel erwischte es den Sprinter erneut: Bei der Einfahrt in ein schmales Waldstück kam er wieder zu Fall und musste von drei seiner Teamkollegen wieder an das Hauptfeld herangebracht werden.

Nach der Etappe wurde Greipel zur genaueren Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht. "Er hat sehr große Schmerzen am Handgelenk und an der Schulter", sagte Lotto-Teammanager Marc Sergeant. Am Freitagabend gab der Rennstall bekannt, dass Greipel keine Brüche erlitten hat: "André hat schmerzhafte Prellungen und Hautabschürfungen erlitten, aber er wird am Samstag am Start stehen."

Tony Martin, der sich auf der ersten Etappe das Kahnbein an der linken Hand gebrochen hatte, hielt sich meist am Ende des Pelotons auf und war nicht in Stürze verwickelt. Am Samstag soll dem 27-Jährigen eine neue Kunststoffmanschette speziell für das Zeitfahren am Montag angepasst werden.

Am Samstag (12.15 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) geht es erstmals in die Berge. Auf den 199 Kilometern zwischen Tomblaine und La Planche des Belles Filles geht es über insgesamt drei Vogesen-Berge. Zudem gibt es die erste Bergankunft der diesjährigen Rundfahrt. Für das siebte Teilstück gilt die alte Tour-Devise: "Heute kann man die Tour nicht gewinnen, wohl aber verlieren." Die Favoriten sind also gefordert.

max/dpa/sid

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Forum - Die Tour de France - wer macht 2012 das Rennen?
insgesamt 406 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Vorfreude
spon-facebook-10000298787 30.06.2012
Ich freue mich schon riesieg auf die Tour. Aber ihr habt leider einige Favoriten außen vorgelassen wie z.B Samuel Sanchez, Robert Gesink oder Ivan Basso
2. Tour der Pharmazie
hahewo 30.06.2012
Diese Tour kann nur der gewinnen, der den besten Vertrag mit der Pharmaindustrie und deren Logistik hat. Das diesem Dopingspektakel immer noch soviel Raum in den Medien gegeben wird, ist schon verwunderlich.
3. Zu einer Rummelveranstaltung verkommen
Pollowitzer 30.06.2012
Dieser Sport ist leider schon lange nicht mehr ernst zu nehmen und er ist unglaubwürdig wie Rummelboxen - Wenn man sich das Alter einiger deutscher Teilnehmer ansieht dann geht automatisch die Dopingwarnlampe an - die pedalierenden Velogreise kommen doch ohne entsprechende Hilfsmittel weder über die Berge noch nach Paris. Die Aufmerksamkeit der Presse haben die nicht verdient - Ich glaube es wird garnichtmehr ernsthaft der Gebrauch von Doping kontrolliert - Brot und Spiele auf unterstem Niveau - leider!!!
4. Zustimmung
Ostwestfale 30.06.2012
Zitat von spon-facebook-10000298787Ich freue mich schon riesieg auf die Tour. Aber ihr habt leider einige Favoriten außen vorgelassen wie z.B Samuel Sanchez, Robert Gesink oder Ivan Basso
Ich freue mich auch, die drei Genannten zähle ich allerdings nicht zu den Favoriten, da diese Tour recht zeitfahrlastig ist und da sind Wiggins und Evans einfach zu stark, als dass ein Basso oder Sanchez das in den Bergen kompensieren könnte.Ich könnte mir deshalb sogar vorstellen, dass Klöden aufs Podium fährt. Wer die letzte Tour verfolgt hat, dem werden auch die tollen Entwicklungen nicht entgangen sein. Die Fahrer fahren endlich wieder wie "Menschen". Jeder Topfahrer hatte bei der letzten Tour einen schwachen Tag, was in einer dreiwöchigen Rundfahrt normal ist. Die Maximalwattzahlen, die die Fahrer in den Anstiegen treten sind stark zurückgegangen.Dass Jean-Christophe Peraud, Tourzehnter des vergangenen Jahres absolut sauber war gilt als ziemlich warscheinlich. Sein Blutbild war während der gesamten Tour öffentlich zugänglich und es gab keinerlei Auffälligkeiten.Aber so was ist natürlich keine Schlagzeile wert, denn Deutschland war noch nie ein Radsport-Land. Auch nicht zu Ullrichs Zeiten.Hier hat man sich noch nie für Details des interessiert. Völlig absurd finde ich, wenn in der Zusammenhang mit der Tour davon gesprochen sind, die Leistungen wören "übermenschlich" oder sonstwas. So nach dem Motto: Alles was ich nicht kann, kann auch kein Anderer. Da hat ein quasi nie im Training kontrollierter Usain Bolt nur 100 Meter läuft. Das kann ja jeder...
5.
LuisCortez 30.06.2012
Zitat von hahewoDiese Tour kann nur der gewinnen, der den besten Vertrag mit der Pharmaindustrie und deren Logistik hat. Das diesem Dopingspektakel immer noch soviel Raum in den Medien gegeben wird, ist schon verwunderlich.
So ist es. Sie haben die Situation erkannt. Ich als ehemaliger Roche Mitarbeiter kann bestätigen dass Roche um die 70 Mitarbeiter beschäftigt die sich um die besten Verträge und Logistik mit den "Sportlern" kümmert. Interessanterweise handelt es sich bei den Kunden nur um Radsportler. Was für ein Blödsinn!
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99. Tour de France: Greipel im Sprint nicht zu schlagen