Dopingverdacht: Sky übermittelt Froomes Daten an "L'Equipe"

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Tour-Spitzenreiter Froome: "Nur durch hartes Training"

Das Team des Tour-Führenden Christopher Froome will von sich aus gegen Dopinggerüchte vorgehen. Der Rennstall hat der Sportzeitung "L'Equipe" die Trainingswerte des Briten zur Einsicht überlassen. Er will damit beweisen, dass Froome seine Leistung nicht manipuliert hat.

Hamburg - In der Diskussion um die Leistungen von Tour-de-France-Spitzenreiter Christopher Froome geht dessen Radteam Sky in die Offensive. Der britische Rennstall übermittelte der französischen Sportzeitung "L'Equipe" auf deren Anfrage hin alle relevanten Daten von Froome bei 18 Bergankünften seit der Spanien-Rundfahrt 2011. Dies berichtete das Blatt am Donnerstag.

Damit will Sky beweisen, dass der 28-Jährige dopingfrei unterwegs ist. Froome hatte sich nach seinem überzeugenden Sieg am Sonntag auf dem Mont Ventoux Nachfragen nach Doping gefallen lassen müssen und versichert, seine Leistungen beruhten nur auf hartem Training.

Teamchef Dave Brailsford hatte bereits zu Beginn der Woche gesagt, der Rennstall würde die Leistungsdaten auch der Welt-Antidoping-Agentur (Wada) zur Verfügung stellen. Gerüchte, nach denen das schon geschehen sein soll, ließ Sky bislang unkommentiert.

Sky wünscht allerdings nicht, dass die Daten von Froome veröffentlicht werden. Die Zeitung legte sie dem französischen Experten Fred Grappe vor, der urteilte: "Seine gezeigten Leistungen in den vergangenen beiden Jahren stimmen mit dem von ihm präsentierten Profil überein." Die außerordentliche Leistungsfähigkeit, die Froome in einem Zeitraum von maximal fünf Minuten entwickeln könne, verschaffe ihm gegenüber anderen Fahrern einen Vorteil. Froome hatte beim Aufstieg zum Mont Ventoux mit mehreren Antritten Konkurrenten und Beobachter verblüfft.

Bei der diesjährigen Tour musste sich Froome dem Bericht der "L'Équipe" zufolge bisher 13 Urin- und sechs Blutkontrollen unterziehen. Vor der Frankreich-Rundfahrt sei er in diesem Jahr bereits 29 Mal kontrolliert worden.

aha/dpa

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insgesamt 21 Beiträge
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1. Haha!
Stelzi 18.07.2013
Wie oft hat Armstrong noch gleich die Tour gewonnen und wurde trotz Doping weder während des Trainings noch der Rennen erwischt? Die (geschickten) Betrüger sind den Kontrolleuren immer 3 Schritte voraus. Aber irgendwann werden sie alle eingeholt...
2. Nie gehört
dernetzmeider 18.07.2013
Ich hatte von Froome bis zu dieser Tour noch nichts gehört. Durch super Leistungen ist er also bisher nicht aufgefallen! Im übrigen muss ich Stelzi recht geben.
3. Bisherige Erfolge
dig 18.07.2013
Zitat von dernetzmeiderIch hatte von Froome bis zu dieser Tour noch nichts gehört.
2007 eine Etappe Giro delle Regione eine Etappe Tour of Japan 2009 Giro del Capo Race 2 2011 eine Etappe und Zweiter in der Gesamtwertung Vuelta a España 2012 eine Etappe und Zweiter in der Gesamtwertung der Tour de France Bronze Olympische Spiele - Einzelzeitfahren 2013 eine Etappe und Gesamtwertung Tour of Oman eine Etappe Tirreno-Adriatico eine Etappe und Gesamtwertung Critérium International Prolog und Gesamtwertung Tour de Romandie eine Etappe und Gesamtwertung Critérium du Dauphiné drei Etappen Tour de France (ein EZF)
4. Illusion
ronniesultan 18.07.2013
Wir dürfen uns nicht der Illusion hingeben, daß Leistungssport je 100 % kontrollierbar und sauber sein wird. Es bleibt uns als potentiellen Zuschauern überlassen, ob wir das Spektakel als unterhaltsames Medienereignis dennoch annehmen oder aus moralischen Gründen ablehnen, wobei ich mir sicher bin, dass sich Betrug in den seltensten Fällen auszahlt, nicht nur finanziell...
5. Radsport
Pedro1000 18.07.2013
Doping = Radsport. Warum redet niemand über die anderen Sportarten? ARD/ZDF berichten nicht mehr von der Tour, aber von Leichtathletik wird munter berichtet. Dort ist Doping an der Tagesordnung. Wird hier mit zweierlei Maß gemessen?
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