Tour de France Winokurow gewinnt Königsetappe

T-Mobile-Fahrer Alexander Winokurow hat nach einem eindrucksvollen Ritt über den Col du Galibier die 11. Tour-Etappe gewonnen. Der Kasache reduzierte damit seinen Rückstand auf Lance Armstrong, der wie Jan Ullrich mit dem Hauptfeld ins Ziel kam. Zweiter wurde ein ehemaliger Teamkollege Winokurows.


T-Mobile-Fahrer Winokurow: Großartige Vorstellung
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T-Mobile-Fahrer Winokurow: Großartige Vorstellung

Briancon - Das T-Mobile Team hat zurückgeschlagen und einen Tag nach der Schlappe von Courchevel durch Winokurow den ersten Etappensieg bei der Tour de France seit zwei Jahren gefeiert. Der Kasache, der bei der Bergankunft 24 Stunden zuvor noch enttäuscht hatte, meldete sich mit einer 140-Kilometer-Attacke auf dem Teilstück über den 2645 Meter hohen Galibier eindrucksvoll zurück.

1:15 Minuten hinter dem Tour-Dritten von 2003, der den Kolumbianer Santiago Botero im Sprint auf Platz zwei verwies, erreichten Spitzenreiter Lance Armstrong, T-Mobile-Kapitän Jan Ullrich und der letztjährige Tour-Zweite Andreas Klöden gemeinsam in der ersten Verfolgergruppe das Ziel. "Ich bin zufrieden. Ich bin sehr motiviert in die Etappe gegangen, trotz der Schlappe vom Dienstag. Das war ein böser Tag, deshalb wollte ich heute attackieren. Ich habe gezeigt, dass ich es noch drauf habe und man mit mir und meinem Team noch rechnen muss", sagte Winokurow.

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Tour de France: Höhen und Tiefen der 11. Etappe

Durch seinen Husarenritt konnte der kasachische Meister seinen Rückstand auf das Gelbe Trikot nach 173 Kilometern zwischen Courchevel und Briancon auf 4:47 Minuten verkürzen. Als Zwölfter liegt der 31-Jährige 45 Sekunden hinter Ullrich (4:02 Minuten zurück), der Neunter ist. "Das Team hat gut gearbeitet. Unsere Taktik ist voll aufgegangen. Ein Sieg ist immer das Größte. Bei mir lief es ganz gut, ich habe keine Zeit verloren, die Tour ist noch lange nicht am Ende", sagte Ullrich.

Der Gesamt-Zehnte Klöden (4:16), der im Anstieg zum Galibier vorübergehend den Anschluss verloren hatte, ist ein weiterer T-Mobile-Fahrer unter den Top-10 vertreten. Tags zuvor hatte die Magenta-Troika im Schlussanstieg noch mehrere Minuten auf den sechsmaligen Toursieger Armstrong verloren. "Heute haben wir eine taktisch hervorrragende Leistung gezeigt", sagte T-Mobile-Teamleiter Mario Kummer.

Armstrongs treue Helfer

Diesmal übernahm der Bonner Rennstall von Beginn an die Initiative. Winokurow hatte sich schon nach 30 km mit einer achtköpfigen Fluchtgruppe abgesetzt und im Verlauf der Etappe einen Mitausreißer nach dem anderen hinter sich gelassen. 10 Kilometer unterhalb des Galibier-Gipfels löste er sich auch von Botero, der allerdings in der anschließenden Abfahrt wieder aufschloss.

Armstrong (M.) vor Ullrich (2.v.l.): Der Deutsche ging den Schlusspurt nicht mehr voll mit
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Armstrong (M.) vor Ullrich (2.v.l.): Der Deutsche ging den Schlusspurt nicht mehr voll mit

Mit bis zu sechs Helfern an seiner Seite versuchte Armstrong den Vorsprung der Ausreißer, zu denen lange Zeit auch Boteros Phonak-Teamkollege Oscar Pereiro gehörte, in Grenzen zu halten. Das Trio konnte seine Führung auf die 40 Fahrer starke Verfolgergruppe auf maximal 3:20 Minuten ausbauen. Auf den 40 Kilometern vom Galibier ins 1400 Meter tiefer gelegene Ziel büßten Winokurow und Botero noch einmal mehr als eine Minute ein.

Für T-Mobile waren am Einstieg des Galibier neben Ullrich und Klöden noch Matthias Kessler und Giuseppe Guerini im Favoritenfeld vertreten. Doch auf den letzten Kilometern zum Gipfel hatte nur noch Ullrich dem von Discovery vorgelegten Tempo folgen können. Erst in der Abfahrt kamen Klöden und Guerini wieder heran. Als Tagesdritter gewann der Franzose Christophe Moreau den Sprint der Verfolgergruppe.

Die 12. Etappe wartet am Donnerstag mit fünf Bergwertungen auf. Möglichkeiten zum Angriff bietet das 187 Kilometern lange Teilstück von Briancon nach Digne-les-Bains vor allem an den Kategorie-2-Anstiegen zum Col St. Jean (1332 Meter) nach der Hälfte der Strecke und zum Col du Corobin (1230 Meter) 30 Kilometer vor dem Ziel.



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