Toursieger unter Verdacht: Contador hält sich für unschuldig

Der unter Dopingverdacht stehende Radsport-Star Alberto Contador bleibt dabei: Er sei vollkommen unschuldig und das Opfer einer Lebensmittelverunreinigung. Die Experten der Welt-Anti-Doping-Agentur bezweifeln diese Version allerdings.

AFP

Hamburg - Alberto Contador sieht sich als Opfer: Er als Dopingsünder - das sei "absolut unmöglich", die belastende Dopingprobe sei ein Fehler, er sei nun angetreten, um "die Wahrheit ans Licht zu bringen". Der dreifache Tour-de-France-Sieger führte seine positive Urinprobe bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz allein auf den Verzehr von belastetem Fleisch zurück. Es müsse sich um einen klaren Fall von Lebensmittelverunreinigung handeln, sagte der spanische Radprofi am Donnerstag in seiner Heimatstadt Pinto bei Madrid. Andere Teilnehmer der Tour hätten das Fleisch ebenfalls gegessen, seien aber nicht zu einem Dopingtest zitiert worden. Die bei ihm festgestellte Dosis der verbotenen Substanz Clenbuterol sei extrem niedrig gewesen. Daher sei es ausgeschlossen, dass es sich um Doping handele, beteuerte er.

Contador war am zweiten Ruhetag der Tour positiv auf Clenbuterol getestet worden. Am Vorabend des Tests habe er Besuch von spanischen Freunden gehabt. Diese hätten Fleisch mitgebracht. Auch Contadors Teamkollege Alexander Winokurow habe an dem Essen teilgenomen. Der Kasache, der ebenfalls schon einmal zwei Jahre wegen Dopings gesperrt war, habe allerdings nichts von dem Fleisch gegessen. Daher sei er bei dem Test anschließend auch nicht aufgefallen.

Während von Contador einbestellte Experten wie der niederländische Anti-Doping-Arzt Douwe de Boer die Version des Spaniers für denkbar halten, kommt Widerspruch von der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada. Es gebe keinen Grund, den Fall nicht zu verfolgen, sagte Wada-Generaldirektor David Howman. Clenbuterol werde bereits seit mehr als 20 Jahren eingesetzt und "niemand hat je behauptet, dass es eine Substanz ist, die man versehentlich einnehmen kann".

Sörgel zweifelt an Contadors Version

Auch Fritz Sörgel, Direktor des Nürnberger Instituts für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung (IBMP), kann die Argumente aus dem Contador-Lager nur begrenzt nachvollziehen. Dass in Contadors Urin nur eine geringe Clenbuterol-Konzentration nachgewiesen wurde, ist für Sörgel kein Hinweis auf die Unschuld des Radsportlers. "Das kann auch bedeuten, dass Contador oder seine Berater die Empfindlichkeit der modernen Messgeräte unterschätzt haben."

Clenbuterol halte sich relativ lange im menschlichen Körper, erläutert der Dopingexperte. Alle 30 Stunden halbiere sich die Menge. Das bedeute angesichts der Qualität moderner Messmethoden, dass Clenbuterol noch zwei Wochen nach der Einnahme nachweisbar sein kann. Deshalb könne die bei Contador gefundene Konzentration von 50 Pikogramm pro Milliliter bedeuten, dass die Einnahme schon länger zurücklag.

Auch den Verzehr von kontaminierter Nahrung, die Contador hinter dem positiven Doping-Befund vermutet, will Sörgel im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE nicht ausschließen. Da Clenbuterol in der Kälbermast eingesetzt werde, sei dieses Szenario zumindest denkbar. "Die im Urin gemessene Clenbuterol-Konzentration sagt aber nichts darüber aus, welche Version wahr ist", so Sörgel.

Clenbuterol-Fälle sind gestiegen

Laut Statistik der Wada ist die Zahl der positiven A-Proben mit Clenbuterol seit 2005 gestiegen. Vor fünf Jahren gab es weltweit 52 Fälle im Sport mit diesem Wirkstoff, 2006 und 2007 waren es je 53. Die höchste Anzahl wurde 2008 mit 73 registriert. 2009 konnte bei 67 Athleten Clenbuterol nachgewiesen werden. Diese Zahlen müssen aber in Relation zur Gesamtanzahl der Dopingkontrollen gesetzt werden: 2005 wurden auf der Welt 183.000 Tests veranlasst, bis 2009 wurde der Umfang auf 278.000 Kontrollen erhöht.

Die positive Probe Contadors wird ausgerechnet jetzt öffentlich, als der größten Dopingskandal des Landes zu versanden drohte - der Fall des Dopingarztes Eufemiano Fuentes, der zahlreiche Radsportler und andere Top-Athleten mit Dopingmitteln versorgt haben soll. Selbst der Richter, der den Skandal federführend verfolgt und einen Revisionsprozess gegen Fuentes angestrengt hatte, rechnete zuletzt nicht mehr mit weiteren Erkenntnissen oder der Enthüllung von Namen.

"Wenn das Urteil endgültig ist, nach einer möglichen Berufung, dann ist es wahrscheinlich, dass am Ende die Blutbeutel und Beweise zerstört werden", sagte Arturo Beltran vom Oberlandesgericht Madrid der ARD. Der Jurist hatte dafür gesorgt, dass das Verfahren gegen Fuentes im Frühjahr 2011 wieder aufgenommen wird. Auch Contador soll zu den Kunden von Fuentes gehört haben.

Bestürzung bei Contadors neuem Team

Unglücklich über die neue Entwicklung ist man vor allem beim dänischen Rennstall Saxo Bank, bei dem Contador erst im Vormonat als neuer Top-Fahrer unterschrieben hatte. "Ich brauche wohl nicht zu sagen, wie ich reagiert habe. Das ist nicht lustig", kommentierte Saxo-Bank-Teamchef Bjarne Riis. Riis erklärte, der Spanier habe auch ihm gesagt, dass das verbotene Mittel in seinem Essen gewesen sein müsse. "Im Moment kann man das nicht weiter kommentieren. Es ist einfach sehr unglücklich, dass Contador in diese Lage geraten ist", so Riis. Man könne nun nur auf eine Entscheidung warten.

Über das bei Contador nachgewiesene Clenbuterol sagte der Rennstallchef: "Das ist ein altes Präparat, das überhaupt keine Wirkung hat. Sondern nur Nebenwirkungen." Im Übrigen sei die Menge so gering, dass auch der Radsportverband UCI im Zweifel über den eigenen Test sei. Hauptsponsor Saxo Bank hält sich vorerst zurück. "Wir warten weiter Informationen von ihm selbst ab", sagte der Sprecher der Kopenhagener Bank, Kasper Elbjørn.

Die Saxo Bank hatte ihren Ausstieg als Sponsor im Sommer wieder rückgängig gemacht und das vor allem mit der Verpflichtung Contadors durch Riis begründet. Vorher galt der Bestand der dänischen Profi-Mannschaft als gefährdet, weil Riis mit den Gebrüdern Andy und Frank Schleck aus Luxemburg sowie dem Schweizer Fabian Cancellara seine bisherigen Spitzenfahrer verloren hatte.

Der spanische Radsport hatte am Donnerstag noch einen weiteren Dopingfall zu verkraften: Wie bei Contador ist auch bei Ezequiel Mosquera eine positive Kontrolle bekannt geworden. Nach Informationen der Sportageszeitung "Marca" ist der 34-Jährige bei der am 19. September zu Ende gegangenen Spanien-Rundfahrt aufgefallen, die er hinter dem Italiener Vincenzo Nibali auf Platz zwei beendet hatte. Auch ein Teamkollege Mosqueras vom Rennstall Xacobeo Galicia soll laut "Marca" bei der Spanien-Rundfahrt erwischt worden sein.

aha/mbe/dpa/sid

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Forum - Geißel Doping - ist der Radsport noch zu retten?
insgesamt 336 Beiträge
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1. Lasst sie halt endlich dopen!
FastFertig, 30.09.2010
Wenn alle Dopen sind die Chancen letzlich ja wieder gleich. Das ist wie bei der Formel 1. Da zählt auch nicht nur das fahrerische Können, da braucht man auch einen guten Ingenieur. Radfahrer brauchen dann eben einen guten Arzt der das letzte aus einem rausholt. Dann gibt es auch wieder neue Rekorde! Und die medizinische Wissenschaft gewinnt auch neue Erkenntnisse die vielleicht der Allgemeinheit zu gute kommen. Sagt man ja auch von der Formel 1. Das was da entwickelt wird kann später in normalen Strassenautos den Verbrauch optimieren. Also so wie uns die Raumfahrt das Teflon spendiert hat. Gut, das stimmt so nicht ganz genau, ist aber doch egal. Es gehört doch auch zur Freiheit, dass man sich reinpfeiffen kann was man will. Vielleicht sehen wir dann bald Radfahrer mit 4 Lungenflügeln und einer Figur wie ein Kängaruh. Das wäre immer noch interessanter, als einen wimmernden Radfahrer zu sehen der laufend seine Unschuld beteuert. Das ist kein Sport, das ist Soap.
2. .
Maschinchen, 30.09.2010
Zitat von sysopDer Radsport kommt nicht aus den negativen Schlagzeilen. Trotz aller Beteuerungen wird offenbar noch immer massiv gedopt. Nun steht der aktuelle Tour-Sieger Alberto Contador unter Verdacht. Hat der Radsport noch eine Zukunft?
Man lehnt sich m.E. nicht zu weit aus dem Fenster, wenn man behauptet, dass bislang jeder Tour-de-France-Sieger gedopt war.
3. muhaha
K1llaH 30.09.2010
Eine völlig unerwartete und nicht abzusehende Meldung ! Die Sensation schlechthin !! Geilste Ausrede 2010 :"Verunreinigte Nahrung"!!!! Na logisdch, ist schließlich überall drin !!!!
4. .
diddldaddl 30.09.2010
Zitat von FastFertigWenn alle Dopen sind die Chancen letzlich ja wieder gleich. Das ist wie bei der Formel 1. Da zählt auch nicht nur das fahrerische Können, da braucht man auch einen guten Ingenieur. Radfahrer brauchen dann eben einen guten Arzt der das letzte aus einem rausholt. Dann gibt es auch wieder neue Rekorde! Und die medizinische Wissenschaft gewinnt auch neue Erkenntnisse die vielleicht der Allgemeinheit zu gute kommen. Sagt man ja auch von der Formel 1. Das was da entwickelt wird kann später in normalen Strassenautos den Verbrauch optimieren. Also so wie uns die Raumfahrt das Teflon spendiert hat. Gut, das stimmt so nicht ganz genau, ist aber doch egal. Es gehört doch auch zur Freiheit, dass man sich reinpfeiffen kann was man will. Vielleicht sehen wir dann bald Radfahrer mit 4 Lungenflügeln und einer Figur wie ein Kängaruh. Das wäre immer noch interessanter, als einen wimmernden Radfahrer zu sehen der laufend seine Unschuld beteuert. Das ist kein Sport, das ist Soap.
Das ist doch zynisch. Man muß endlich den Mut aufbringen, aus diesem Zombiezirkus auszusteigen, man = die öff.-rechtl. Medien mit den Konsequenzen für die Sponsoren. Und dann sog. Argument, es gäbe Verträge! Dann werden eben die UCI und Akteure wie Contador schadensersatzpflichtig gemacht. Die ehrlichen Sportler und Funktionäre können einem Leid tun.
5. nichts neues...
a.maniac 30.09.2010
ich bin schon lange der Meinung das grundsätzlich der Profisport jeglicher Disziplin durch Lug, Trug und Trickserei verseucht ist. (meines Erachtens gilt das nicht nur für den Sport, sondern für jeglicher Sache wo es um richtig viel Geld geht...) Nun hat er sich der Contador sich erwischen lassen. nichts neues...
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Radstar Contador: Der nächste Sünder?

Dopingsubstanzen und ihre Wirkung
Epo/HGH
Die Ausdauerleistung ist wesentlich davon abhängig, wie gut der Körper Sauerstoff aufnehmen kann. Das Hormon Erythropoetin (Epo) stimuliert die Produktion roter Blutkörperchen. Die erhöhte Anzahl der im Organismus zirkulierenden Erythrozyten verbessert die Kapazität des Blutes, Sauerstoff aufzunehmen und steigert damit Ausdauerleistungsfähigkeit.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) verbietet den Gebrauch von Epo seit langem. Seit 1983 ist es möglich, Epo synthetisch herzustellen. Entwickelt wurde es für Patienten mit schweren Nierenleiden, die an Blutarmut leiden.

Das Wachstumshormon HGH wird bei Kleinwüchsigkeit eingesetzt. HGH lässt nicht nur die Muskeln, sondern auch die Knochen wachsen, das führt zu langen Gliedmaßen, einem verformten Kopf und Riesenhänden. Zudem verändert sich die Struktur der Organe. (mit dpa)
Anabolika
Anabolika sind künstlich hergestellte Verwandte des männlichen Sexualhormons Testosteron. Diese Steroid- oder Wachstumshormone haben sowohl eine den Muskelaufbau fördernde (anabole) als auch eine vermännlichende (androgene) Wirkung. Anabolika können als Tabletten als auch injiziert werden. In Deutschland sind sie rezeptflichtig, werden aber nur selten zur Therapie beispielsweise von Schwächezuständen eingesetzt.

Illegal werden Anabolika parallel zu entsprechendem Training eingenommen, um den Aufbau von Muskelmasse zu fördern – also als Dopingmittel missbraucht. Bekannte Anabolika-Präparate sind unter anderen Nandrolon, Metandienon und Stanozolol.
Stimulanzien
Als Stimulanzien (lat. stimulare = "anregen") werden Substanzen bezeichnet, die anregend auf den Organismus wirken. Sie stimulieren die Aktivität des Zentralnervensystems. Als Aufputschmittel werden sie kurz vor oder während des Wettkampfs eingenommen. Sie steigern die motorische Aktivität, erhöhen die Risikobereitschaft und vertreiben die Müdigkeit, aber auch das Gespür für die natürliche Leistungsgrenze. Bekannteste Stimulanzien sind Amphetamine, Kokain, Ephedrin und Koffein (nur in hohen Mengen verboten).

Viele Stimulanzien können bei regelmäßigem Konsum abhängig machen. Bei Überdosierung drohen je nach Substanz Bluthochdruck, Herzrasen, Schweißausbrüche und Übelkeit. Nach mehreren Todesfällen im Sport, die auf die Einnahme von Stimulanzien zurückzuführen waren, wurden sie 1967 auf die Dopingliste gesetzt.
Narkotika
Betäubungs- und Schmerzmittel wie Morphine werden eingesetzt, um bei Höchstleistungen auftretende Schmerzen zu unterdrücken - beispielsweise bei einem Marathon. Die Medikamente machen abhängig, weitere Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen und Kreislauflähmungen. Von Radsportlern werde berichtet, dass diese auf den letzten Kilometern gerne Alkohol trinken, sagt Patrick Diel vom Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin der Deutschen Sporthochschule Köln. "Das dämpft den Schmerz, liefert Energie und hebt die Stimmung."

Ebenso wie Amphetamine seien auch die meisten Narkotika leicht nachweisbar und würden deshalb eher selten im Spitzensport verwendet. Zudem handle es sich auch hierbei um eine "Wettkampf-Droge", die direkt beim jeweiligen Sportereignis eingenommen werden müsse. Entsprechend hoch sei die Gefahr der Entdeckung. (mit dpa)
Kampf gegen Doping
Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada)
Am 10. November 1999 wurde auf Initiative des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) die unabhängige Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) in Lausanne gegründet. Zusammen mit den nationalen NOKs und staatlichen Organisationen will die Wada die internationale Dopingbekämpfung fördern und einheitliche Standards für Kontrollen in allen Ländern schaffen. Das Anti-Doping-Programm der Wada wurde im März 2003 von allen Delegierten der internationalen Sportverbände, der Regierungen und dem IOC auf der Welt-Anti-Doping-Konferenz in Kopenhagen angenommen. Der Welt-Anti-Doping-Codex löste im darauffolgenden Jahr den Anti-Doping-Code der Olympischen Bewegung ab und gilt seit den Spielen in Athen 2004 auch für die Olympischen Spiele.
Welt-Anti-Doping-Programm
Der Welt-Anti-Doping-Codex löste 2004 den Anti-Doping-Code der Olympischen Bewegung ab und gilt seit den Spielen in Athen im selben Jahr auch für die Olympischen Spiele. Das Programm besteht aus drei Ebenen: 1. Welt-Anti-Doping-Code (WADC), 2. Vier Internationale Standards, 3. Erarbeitungen von Empfehlungen für die bestmögliche praktische Umsetzung durch Anti-Doping-Organisationen und Verbände.
Welt-Anti-Doping-Code (WADC)
Der Welt-Anti-Doping-Code wurde erstmalig im Jahre 2003 verabschiedet und ist das Basisdokument des Welt-Anti-Doping-Programms. 2004 traten das Programm und der Codex in Kraft. Der überarbeitete Welt-Anti-Doping-Code ist seit dem 1. Januar 2009 gültig. Er vereinheitlicht Regeln und Verfahren, die bisher von Land zu Land und von Sportart zu Sportart verschieden waren und regelt die Verantwortlichkeiten der einzelnen Interessengruppen. Der Code stellt keine Definition des Dopings mehr auf, sondern bezeichnet Doping als einen Verstoß gegen nachfolgende Bestimmungen: Nachweis oder Gebrauch einer verbotenen Substanz oder Methode, Verweigerung einer Dopingkontrolle und Verletzung der Informationspflicht über den Aufenthaltsort sowie Verfälschung einer Dopingkontrolle und Besitz oder Handel von Substanzen durch einen Athleten oder sein Umfeld.
Internationale Standards
Sie ergänzen die Anforderungen des Codes durch nähere Beschreibungen und sollen dazu beitragen, national übergreifend einheitliche Formen für die Anti-Doping-Arbeit zu schaffen. Dies betrifft insbesondere die Dopingliste, die Dopingkontrolle Dopinglabors und Ausnahmebewilligungen für Medikamente.
Verbotene Substanzen
Die Dopingliste gilt weltweit und wird durch eine spezielle Kommission der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) erstellt. Sie wird jedes Jahr erneuert und tritt jeweils am 1. Januar in Kraft. Auf der Liste werden nur Wirkstoffe und Methoden veröffentlicht, die mindestens zwei von drei Kriterien entsprechen: Gemäß medizinischen oder anderen wissenschaftlichen Erkenntnissen hat der Wirkstoff oder die Methode das Potential zur Leistungssteigerung im Sport. Gemäß medizinischen oder anderen wissenschaftlichen Erkenntnissen besitzt der Wirkstoff oder die Methode ein aktuelles oder potentielles Gesundheitsrisiko. Gemäß Wada verstößt die Anwendung des Wirkstoffs oder der Methode gegen die Ethik im Sport. Zu den verbotenen Substanzklassen, die teilweise ganz oder nur im Wettkampf verboten sind, gehören: 1. Alkohol, 2. Anabolika , 3. Antiöstrogene , 4. Beta-2-Agonisten , 5. Betablocker , 6. Cannabinoide (Cannabis, Haschisch, Marihuana) , 7. Glucocorticoide , 8. Hormone , 9. Maskierende Substanzen und Diuretika , 10. Narkotika , 11. Stimulanzien . Für Alkohol und Betablocker gibt es in einigen Sportarten Ausnahmen, sie werden nicht von allen internationalen Sportverbänden verboten.
Verbotene Methoden
Seit dem 1. Januar 2003 werden die verbotenen Dopingmethoden genauer beschrieben und in drei Kategorien unterteilt: 1. Erhöhung der Transportkapazität für Sauerstoff ( Blutdoping ), 2. chemische und physikalische Manipulation, 3. Gendoping . Die Anwendung verbotener Methoden ist innnerhalb als auch außerhalb des Wettkampfs verboten.
Kontrollregularien

Für Athletinnen und Athleten bestehen je nach Leistungsniveau unterschiedliche Bestimmungen zu der obligatorischen Meldepflicht. Die Ein-Stunden-Regelung verpflichtet bestimmte Athleten für jeden Tag eine Stunde zu benennen, in der sie für eine mögliche Dopingkontrolle zur Verfügung stehen. Die genaue Stunde muss jeweils am Ende eines Quartals für die nächsten drei Monate im Voraus benannt werden, darf aber innerhalb von 24 Stunden verändert und aktualisiert werden. Wird der Athlet in dieser Stunde vom Kontrolleur nicht am benannten Ort angetroffen, wird ein sogenannter Strike für das Kontrollversäumnis ausgesprochen. Wenn ein Sportler innerhalb von 18 Monaten drei Verwarnungen kassiert hat, muss er mit einer Sperre von bis zu zwei Jahren rechnen. Strikes von verschiedenen Organisationen ( Wada , Nada sowie zuständigem internationalem Verband) werden addiert.

Die Ein-Stunden-Regelung wird durch die Angabe von Aufenthaltsdaten zum Ende eines Quartals für jeden Tag der darauffolgenden drei Monate ergänzt. Wird ein Athlet bei einer Stichprobe nicht am angegebenen Ort angetroffen, kann ebenfalls ein Strike erteilt werden. Mannschaftssportler aus gering gefährdeten Sportarten werden in Mannschafts-Whereabouts getestet. Dafür melden die Vereine der Nada die Trainingspläne der Mannschaft.

Aufgrund des seit Beginn 2009 gültigen neuen Nada-Codes werden Athleten je nach Risikobewertung der Agentur für Doping in drei unterschiedliche Testpools eingeordnet und unterliegen verschiedenen Meldepflichten: Im International Registered Testing Pool (RTP) sind rund 1400 Athleten zusammengefasst, zu denen A-Kader und A-Nationalteams der Sportarten der Gefährdungsstufe I gehören. Sie müssen nicht nur bis zum 25. des Vormonats Angaben über Aufenthaltsort und Erreichbarkeit für ein Quartal machen, sondern auch die Ein-Stunden-Regelung beachten. Im Nationalen Testpool (NTP) für Kader-Athleten der Gefährdungsstufe II und III gilt diese Regel nicht. Alle anderen Athleten werden im Allgemeinen Testpool (ATP) zusammengefasst.