Triumph über Scharapowa Kvitová krönt sich zur Wimbledon-Königin

Petra Kvitová hat die Tenniswelt überrascht: Im Finale des Grand-Slam-Turniers von Wimbledon bezwang sie die favorisierte Maria Scharapowa. Dabei zeigte sie in London noch nicht einmal ihr bestes Tennis. In der Weltrangliste wird Kvitová zwar nur einen Platz klettern, sie gilt aber als aufstrebender Star.

AP

Hamburg - Bis zum Finale des Grand-Slam-Turniers von Wimbledon hatte Maria Scharapowa keinen Satz verloren. Die Russin war die große Favoritin. Das wichtigste Tennisturnier der Welt gewann die 24-Jährige dennoch nicht. Petra Kvitová triumphierte im Endspiel und bezwang eine schwache Scharapowa 6:3 und 6:4. Für die 21 Jahre alte Tschechin ist es der erste Erfolg bei einem Grand-Slam-Turnier.

"Das ist ein Traum, der wahr wird. Ich war sehr nervös, aber jetzt bin ich Wimbledon-Siegerin", sagte Kvitová nach einem Kuss auf den "heiligen Rasen" von Wimbledon und dem Empfang der Siegerschale. "Das war das beste Match meiner Karriere. Es ist schwer, Worte zu finden mit dieser Trophäe in der Hand." Mit Tränen in den Augen sprach sie dann über ihre großen Vorbilder Jana Novotna und Martina Navrátilová, die im Publikum saßen und ihrer Nachfolgerin applaudierten: "Natürlich haben mich die beiden inspiriert und es ist großartig, dass sie jedes Spiel von mir hier gesehen haben, ich bin so stolz."

Novotna hatte als letzte Tschechin vor Kvitová das Turnier im Jahr 1998 gewonnen. Die ursprünglich aus der Tschechoslowakei stammende Navrátilová siegte neun Mal im Einzel von Wimbledon.

Kvitová mit druckvollem Spiel erfolgreich

Die knapp 15.000 Zuschauer auf dem Center Court sahen allerdings kein Top-Tennis, stattdessen viele Fehler. Scharapowa, die im Halbfinale Sabine Lisicki geschlagen hatte, kam mit den harten und präzisen Schlägen der Tschechin nicht zurecht. "Sie hat ein wunderbares Turnier gespielt. Glückwunsch", sagte Scharapowa. "Es gibt unglücklicherweise nur einen Sieger am Ende des Tages. Ich habe die kleine Schale, aber ich wollte die andere. Ich werde zurückkommen und versuchen, sie mir zu holen."

Kvitová hatte dagegen Probleme mit ihrem Aufschlag. Die Weltranglistenachte leistete sich sogar einen unerzwungenen Fehler mehr als Scharapowa, dafür spielte die 21-Jährige aber deutlich mehr direkte Gewinnschläge als die Russin. Sobald der Ball im Spiel war, setzte die Tschechin Scharapowa unter Druck, was ihr mit zunehmender Spielzeit immer besser gelang. Nach einem Break zum 4:2 erkämpfte sie sich wenig später einen Satzball zum 6:2, ließ diesen aber ungenutzt. Durch einen Fehler der Russin holte sich Kvitová dann den ersten Durchgang 6:3.

Im zweiten Satz steigerte sich Scharapowa, kassierte jedoch drei Breaks, während sie der Tschechin nur zwei Aufschlagspiele abnehmen konnte. So war Kvitová stets vorne, erst 4:3, dann 5:3 und 5:4. Nach 1:25 Stunden verwandelte sie schließlich ihren ersten Matchball - mit einem einzigen Ass. Für den Erfolg erhielt sie umgerechnet 1,21 Millionen Euro Preisgeld.

Mit dem Wimbledon-Sieg krönte die 21-Jährige ihren Weg in die Weltspitze. Im vergangenen Jahr war sie zur "Newcomerin des Jahres" gewählt worden. Beim Grand-Slam-Turnier in London war Kvitová im Halbfinale gescheitert. Dieses Jahr gewann sie zuvor schon drei WTA-Turniere, obwohl sie Ende Dezember noch die Nummer 34 der Welt gewesen war. Trotz des Sieges wird die Tschechin in der Weltrangliste wohl nur um einen Platz auf Rang sieben vorrücken. Bestätigt sie ihre Leistungen, könnte es für Kvitová aber sehr bald noch deutlich weiter nach oben gehen.

max/sid/dpa

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fettwebel 02.07.2011
1. relativ
Eine Sharapova war "schwach", weil die Tochter vom Kvitov ziemlich cooles Tennis gespielt hat, gewinnen wollte, und sich so nicht um die Sharapova kümmern konnte.
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