Davis-Cup-Finale Tschechien will Spaniens Siegesserie beenden

In Prag kämpfen am Wochenende Titelverteidiger Spanien und Gastgeber Tschechien im 100. Finale der Davis-Cup-Historie um den Titel. Die tschechische Auswahl will die Dominanz der Spanier im Davis Cup endlich brechen. Der Heimvorteil und der Ausfall von Rafael Nadal könnten dazu beitragen.

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Hamburg - Die Saison 2012 hatte für Tennis-Star Rafael Nadal mit dem Final-Einzug bei den Australian Open gewohnt erfolgreich begonnen. Im Juni wurde der 26-Jährige in Paris mit seinem siebten French-Open-Erfolg alleiniger Rekordsieger des Turniers. Eine langwierige Knieverletzung zwang den Spanier in der zweiten Saisonhälfte dann aber in die Rolle des Zuschauers. So auch an diesem Wochenende, wenn die spanische Tennis-Auswahl im Davis-Cup-Finale vor 14.000 Zuschauern in Prag gegen Tschechien ihren vierten Davis-Cup-Titel in fünf Jahren holen will.

Dabei ruhen die Hoffnungen des Titelverteidigers auf dem Weltranglistenfünften David Ferrer. "Siege im Davis Cup verschaffen mir seit jeher die größte Genugtuung. Das ist der Wettbewerb, der mich schon als Kind am meisten fasziniert hat", sagte der 30-Jährige. Mit sieben Titeln hat der Spanier diese Saison mehr Turniere gewonnen als alle anderen Spieler, allerdings kein Grand-Slam-Turnier. Neben den für die Spanier obligatorischen Sandplätzen konnte er jedoch auch dreimal auf hartem Belag und einmal auf Rasen triumphieren. Zudem weist seine Einzelbilanz im Davis Cup 21 Siege bei nur vier Niederlagen auf. Komplettiert wird das Team der Spanier durch den zweiten Einzelspieler Nicolas Almagro (Elfter der Weltrangliste) sowie dem Doppel Marcel Granollers (33.) und Marc Lopez (40.), das zuletzt bei den ATP-World-Tour-Finals in London gemeinsam Weltmeister wurde.

Doch die Tschechen hoffen nach der bitteren 0:5-Pleite im Finale gegen Spanien vor drei Jahren, das auf rotem Sand und damit dem Paradebelag der Spanier ausgetragen wurde, auf mehrere Erfolgsfaktoren. Neben dem Heimvorteil soll auch der sehr schnelle Hartplatz in der Prager Arena und das Fehlen von Nadal den zweiten Davis-Cup-Erfolg nach 1980 bringen. "Das alles spricht für uns. Und es sind große Vorteile", sagte Tomas Berdych. Der an Platz sechs der Weltrangliste gesetzte Spitzenspieler der tschechischen Mannschaft gibt sich kämpferisch: "Wir werden unsere Chance zur Revanche bekommen." Das Quartett vervollständigen Radek Stepanek (37.) im Einzel und das Doppel-Duo Lukas Rosol (71.) und Ivo Minar (189.).

Da die tschechische Damenauswahl kürzlich den Fed Cup gewinnen konnte, wäre Tschechien die erste Nation seit den USA 1990, die in einer Saison die beiden bedeutendsten Teamwettbewerbe im Tennis für sich entscheidet.

Am Freitagnachmittag wird das Finale mit der Partie von David Ferrer und Radek Stepanek eröffnet. Anschließend fordert die tschechische Nummer eins Tomas Berdych Nicolas Almagro. Das Doppel am Samstag wird zwischen dem Duo Lukas Rosol/Ivo Minar und den Weltmeistern Marcel Granollers/Marc Lopez ausgetragen. Das Topspiel zwischen Berdych und Ferrer ist für Sonntag angedacht, bevor Stepanek und Almagro den finalen Schlusspunkt setzen.

rob/sid

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