Turnen Eberhard Gienger als Fluchthelfer

Der ehemalige Reck-Weltmeister hat sich nach 24 Jahren geoutet. 1975 verhalf Gienger am Rande der Kunstturn-Europameisterschaften seinem schärfsten DDR-Konkurrenten Wolfgang Thüne zur Flucht in den Westen.


Mit 24 Jahren Verspätung hat sich Eberhard Gienger als deutsch-deutscher Fluchthelfer geoutet. In einem Gespräch mit dem Südwestrundfunk beschrieb der ehemalige Reck-Weltmeister am Donnerstag, wie er seinem damals schärfsten Konkurrenten, dem DDR-Meister Wolfgang Thüne, zur Flucht verhalf.

Am Rande der Kunstturn-Europameisterschaften 1975 in Bern habe ihn Thüne auf der Toilette um Fluchthilfe gebeten. Der damals 24-Jährige versteckte seinen Rivalen kurzentschlossen in seinem Opel Manta und brachte ihn über die nahe Grenze zu einem Freund nach Emmendingen. Noch am gleichen Abend kehrte "Ebse" in die Schweiz zurück, ohne jemandem von seinem Abenteuer zu erzählen.



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