Tennisprofi Haas: Weltklasse für ein Turnier

Von Nils Lehnebach

Es ist eine Tennis-Sensation: Thomas Haas hat das Turnier in Halle durch einen Finalsieg gegen Starspieler Roger Federer gewonnen. Dabei durfte er nur starten, weil der Veranstalter Gnade walten ließ. Auch in Wimbledon wird das so sein. Dort ist ein Triumph dennoch auszuschließen.

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REUTERS

Tennisprofi Haas: Turniersieg in Halle

Hamburg - Für manche Tennisfans gibt es nichts Spaßigeres, als Thomas Haas so richtig schön fluchen zu sehen. Denn: Der 34-Jährige kann das richtig gut. Legendär ist sein Ausraster im Viertelfinale der Australian Open 2007. "Zu schwach. Einfach zu viele Fehler, zu viele Fehler. Es ist immer das Gleiche", haderte er während einer Unterbrechung im Spiel gegen Nikolay Davydenko: "Ich habe kein Bock mehr, ich habe keine Lust. Für was mache ich die Scheiße? Für was? Für wen? Außer für mich selber. Wieso? Weshalb? Warum? Ich kann es nicht, ich kapier es nicht."

Auch am Sonntag, im Endspiel von Halle gegen Roger Federer, war der Deutsche wieder in Stimmung, haderte phasenweise lautstark mit seinem Spiel. Das Gute: Immer wenn Haas seine Monologe führt, ist er hoch motiviert. In Halle besiegte er Federer 7:6 (7:5), 6:4 - auch vor fünf Jahren in Melbourne gewann er am Ende noch gegen Davydenko.

"Ich kann es kaum fassen. Das ist absolut unwirklich, wie in einem Film. Es ist, ganz sicher, einer der schönsten Siege in meiner Karriere", sagte Haas nach seinem Triumph. Dabei war er nur mit einer Wildcard, also einem Freifahrtsschein des Veranstalters, ins Turnier von Halle gekommen. Haas ist derzeit die Nummer 87 der Welt, normalerweise zu schlecht, um in Halle, dem bestbesetzten Vorbereitungsturnier vor Wimbledon, starten zu dürfen.

Vor einem Jahr war Haas die Nummer 895 der Welt

Durch den Erfolg wird sich Haas im Ranking ungefähr auf Platz 50 verbessern, vor einem Jahr lag er noch auf Rang 895. In seiner besten Zeit, 2002, war er die Nummer zwei der Welt. Seitdem war seine Laufbahn vor allem geprägt von Verletzungen. 2003 bestritt er wegen Schulterproblemen nicht ein Match, musste zweimal operiert werden. Es folgte kaum ein Jahr, in dem nicht irgendetwas zwickte. 2010 traf es ihn besonders schlimm. Diesmal waren es Hüftprobleme, wieder musste Haas sich operieren lassen. Etwa 15 Monate spielte er kein Match. Viele fragten sich, ob er sich die Qualen eines Comebacks noch einmal antun würde.

Er tat es. Doch Haas war im vergangenen Jahr meilenweit von seiner Top-Form entfernt, gewann nur sieben von 19 Partien, wirkte nicht austrainiert, ohne Rhythmus.

In diesem Jahr wurde plötzlich vieles besser. In München besiegte Haas Jo-Wilfried Tsonga, die Nummer fünf der Welt. Bei den French Open erreichte er die dritte Runde, kein deutscher Tennisspieler war besser. Und nun folgte in Halle die Krönung, sein erster Turniersieg seit drei Jahren. "Als Qualifikant musste ich mit dem Taxi zur Turnieranlage in Paris fahren. Jetzt dieser Sieg, absolut unwirklich", sagte Haas.

Auf den Spuren von Goran Ivaniševic?

Kommenden Montag beginnt Wimbledon, das größte Tennisturnier des Jahres. Haas darf erneut nur starten, weil die Veranstalter ihm eine Wildcard gegeben haben. Kann er diese nutzen und seinen Erfolg von Halle wiederholen?

Halle ist ein Vorbereitungsturnier, für die Top-Stars eine willkommene Möglichkeit, sich an den Rasenbelag zu gewöhnen, mehr nicht. Sonst hätte sich Rafael Nadal nicht zum Auftakt gegen Philipp Kohlschreiber blamiert, sonst hätte Federer gegen Haas nicht drei Doppelfehler und jede Menge vermeidbare Fehler geschlagen.

Dazu kommt, dass in Halle über zwei Gewinnsätze gespielt wird. Bei Grand-Slams-Turnieren wie Wimbledon muss man drei Durchgänge gewinnen, um die nächste Runde zu erreichen. Gerade für Haas' lädierten Körper ist das sicher kein Vorteil. Und: Der Deutsche startet in London als ungesetzter Spieler, er könnte schon zum Auftakt auf einen Top-Spieler wie Nadal, Federer oder Novak Djokovic treffen. Dass er einen der drei bei einem Grand Slam besiegt ist nahezu ausgeschlossen.

Oder doch nicht? Goran Ivaniševic hat in seiner Karriere 22 Turniere gewonnen, war 1994 die Nummer zwei der Welt. 2001 war der heute 42-Jährige am Ende seiner Karriere, wollte es aber noch einmal wissen. Er war inzwischen so schlecht platziert, dass er in Wimbledon nur dank einer Wildcard starten durfte. Am Ende gewann er das Turnier.

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Beginnt der Aufschläger nicht mit einem Ass und der Rückschläger spielt den Ball zurück übers Netz, läuft der Ballwechsel. Dann kann es zu folgenden Schlägen kommen:

  • VOLLEY: Der Ball wird noch vor dem Aufkommen auf dem Boden geschlagen. Dieser Schlag wird vorwiegend am Netz gespielt und soll den Ballwechsel beenden.

    PASSIERSCHLAG: Ist der andere Spieler ans Netz vorgerückt, kann er nicht die gesamte Breite des Feldes abdecken - und mit einem Schlag seitlich an ihm vorbei passiert werden.

    STOPP: Ein zumeist mit Rückwärtsdrall gespielter Ball, der kurz hinter dem Netz aufkommt und für den Gegner schwer zu erreichen ist. Wird vorwiegend auf dem langsamen Belag Sand gespielt.

    LOB: Nach einem gespielten Stopp rückt der Spieler zumeist ans Netz vor. Dann ist es möglich ihn mit einem hoch geschlagenen Lob-Ball zu überspielen.

    SCHMETTERBALL: Wird der Lob zu flach gespielt, bietet sich für den Gegner die Möglichkeit, den Ballwechsel mit einem Schmetterball zu beenden. Der Schlag ähnelt sehr dem Aufschlag und ist ein mit hohem Tempo gespielter Überkopfschlag.

  • Zudem lassen sich die Schläge von der Grundlinie unterteilen, egal ob Vor- und Rückhand:

  • TOPSPIN: Durch eine von unten nach oben durchgeführte Schlagbewegung wird dem Ball Vorwärtsdrall verliehen. Der Ball steigt dadurch zunächst relativ hoch an, fällt dann aber steil nach unten. So können auch sehr diagonal oder schnell gespielte Bälle noch im Feld landen.

    SLICE: Ist das Gegenteil vom Topspin. Die Schlagbewegung ist von oben nach unten, der Ball erhält damit Rückwärtsdrall. Der Ball wird möglichst am höchsten Punkt getroffen, die Flugkurve ist dann sehr flach und stetig sinkend. Der Ball ist dadurch relativ lange in der Luft, so dass der Schlag entweder als Verteidigungsschlag oder als Vorbereitung zum Aufrücken ans Netz verwendet wird.

    DRIVE: Der Ball wird sehr direkt getroffen und damit nur mit sehr wenig oder gar keiner Rotation versehen.

Jeder dieser drei Schläge kann entweder cross, also quer, oder longline, der Linie entlang, gespielt werden. Ein Longline-Schlag erfordert eine hohe Präzision, da der Ball leicht im Aus landen kann - und das Netz zudem außen höher ist als in der Mitte. Cross gespielte Schläge hingegen fordern weniger Genauigkeit, können dafür aber mit mehr Tempo gespielt werden.