TV-Einschaltquoten Champions League schlägt Super Bowl

Barça gegen ManU war der Renner: Kein Live-Sportevent hat im Jahr 2009 weltweit so viele Zuschauer vor die TV-Geräte gelockt, wie das Champions-League-Finale. Erstmals konnte sich der Fußball damit gegen den Super Bowl durchsetzen, wie das Magazin "SPONSORS" zeigt.

Barcelona-Star Henry mit Champions-League-Pokal: Weltweit 206 Millionen Zuschauer
REUTERS

Barcelona-Star Henry mit Champions-League-Pokal: Weltweit 206 Millionen Zuschauer

Von Matti Wiedemann


Als die beiden besten Fußball-Mannschaften Europas gegeneinander antraten, schauten Millionen auf dem Globus zu. Durchschnittlich 109 Millionen Zuschauer weltweit sahen die Live-Übertragung des Champions-League-Finals zwischen dem FC Barcelona und Manchester United am 27. Mai 2009 in Rom. Eine Steigerung von vier Prozent im Vergleich zum Jahr davor und sogar eine Verbesserung um 74 Prozent gegenüber 2004. Mehr Menschen lockte im vergangenen Jahr kein anderes Live-Sportevent vor die TV-Geräte.

Erstmals überflügelte der Fußball damit American Football. Das Aufeinandertreffen der Pittsburgh Steelers und Arizona Cardinals beim 43. Super Bowl verfolgten im Schnitt 106 Millionen Menschen live an den Fernsehgeräten. Obwohl der Super Bowl mit diesem Wert seine Zuschauerzahlen auf ein Rekordergebnis steigern konnte, reicht es lediglich zu Platz zwei in der Rangliste der meistgesehenen Sportereignisse 2009 (siehe Tabelle links).

Betrachtet man die Zahl aller Zuschauer, die über eine beliebige Dauer während der Live-Übertragung eingeschaltet haben, ist der Unterschied noch gravierender: Den Fußballern schauten insgesamt 206 Millionen Fans zu, den Footballern "nur" 162 Millionen. Zu diesem Ergebnis kommt der jüngst veröffentlichte 7. Viewer Track Report, der von der Kommunikationsagentur Initiative durchgeführt wurde.

Vorteil für die Kleinen: Keine großen Sportveranstaltungen im Jahr 2009

Im Rahmen der Studie wurden die Einschaltquoten aus insgesamt 55 Ländern ausgewertet und analysiert. Bestandteil der Erhebung waren ausschließlich Live-Übertragungen. Den dritten Platz holte sich der Formel-1-Grand-Prix in Bahrain. Erstaunlich, denn in den vergangenen drei Jahren hatte jeweils das Finale in Brasilien die meisten Zuschauer vor die Fernsehbildschirme gelockt. Auf den vierten Rang lief der jamaikanische Weltrekord-Sprinter Usain Bolt, der der Leichtathletik dank seiner Showeinlagen und herausragenden Leistungen neuen Glanz verliehen hat. Seinen Weltrekordlauf bei der WM in Berlin sahen im Schnitt 33 Millionen Menschen weltweit.

Die beiden Sportveranstaltungen, die an der Spitze stehen, hätten dies der Tatsache zu verdanken, dass in ungeraden Jahren keine großen Sport-Events wie Fußball-Welt- oder Europameisterschaften oder auch Olympische Spiele ausgetragen werden, so die Erheber der Studie. Zum Vergleich: 2008 schalteten während der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Peking insgesamt 985 Millionen und im Durchschnitt 593 Millionen Menschen ein, was den bisher gemessenen Top-Wert in der siebenjährigen Geschichte des Reports darstellt.

Auch Sportarten wie Badminton oder Cricket profitieren von der ungeraden Jahreszahl. Während sich Cricket gleich zweimal in den Top 20 der Tabelle wiederfindet, konnte das Badminton-Finale im Sudirman Cup zwischen Südkorea und China mit durchschnittlich 19 Millionen Zuschauern und 56 Millionen insgesamt sogar den zehnten Rang der Liste ergattern.

Die Marktforscher begründen diese überraschend guten Platzierungen mit generell steigenden Fernseh-Zuschauerzahlen in Asien. Die drei Nationen mit den meisten Interessierten des Badminton-Events heißen Malaysia, Indonesien und China. Die beiden bestplatzierten Cricket-Spiele wurden jeweils überwiegend von indischen Beobachtern verfolgt. Der europäische Markt, so Initiative, werde aber auch die kommenden zehn Jahre von großen Fußball-Finalspielen dominiert.



insgesamt 13 Beiträge
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tomripley2010 14.04.2010
1. Wie man Statistiken missversteht...
Wie wärs mal mit ein klein wenig gesundem Menschenverstand Herr Autor? Die Zahl der CL-Finale-Zuschauer bezieht sich auf die Zuschauer WELTWEIT, die Zuschauerangabe beim Super Bowl NUR auf die Zuschauer in den USA. Weltweit haben also deutlich mehr Zuschauer den Super Bowl gesehen als das CL-Finale.
Perelly, 14.04.2010
2. Zahlen?
Was heißt denn im Schnitt? Pro was denn? Pro zugeschaltetes Land? Was wird hier durch was geteilt? Was ist die Gesamtzahl, die eigentlich interessiert? Ich habe mit den Originalreport mal durchgelesen, und es ist mir ein Rätsel, wie diese Zahlen zustande kommen. Der Report wirkt dahingerotzt, detaillierte Erklärungen fehlen. Da kann der SPON-Autor leider auch nicht mehr dazudichten. Wenn über 900 Millionen Menschen weltweit einer Eröffnungsfeier zuschauen, wieso sind das bei einem wirklichen Spektakel wie Superbowl oder CL-Endspiel so wenige? Das Unternehmen macht mit seiner schwammigen Website auch keinen guten Eindruck.
ONLINE SPIEGEL 14.04.2010
3. Studie ist falsch. Absolut falsch.
http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,669411,00.html hier kann man - sogar auf Spiegel Online - nachlesen, dass das Länderspiel Deutschland-Russland 2009 bereits über 12 Mio Zuschauer hatte - und zwar allein in Deutschland. Da sind die Zuschauer in Russland und den anderen 191 Ländern noch gar nicht drin. Was soll diese Studie? Wie kann man als Autor sowas einfach übernehmen? Das sieht doch ein blinder mit verbundenen Augen, dass da nix zusammenpasst.
.link 14.04.2010
4. quoten
ich weiß nicht, wie in anderen ländern die quoten erfasst werden, aber wenn das überall so "zuverlässig" geschieht wie in deutschland, dann kann ich so eine studie auch erstellen und einfach drauflos würfeln...
Hador, 14.04.2010
5. Nein, keinen Titel
Zitat von tomripley2010Wie wärs mal mit ein klein wenig gesundem Menschenverstand Herr Autor? Die Zahl der CL-Finale-Zuschauer bezieht sich auf die Zuschauer WELTWEIT, die Zuschauerangabe beim Super Bowl NUR auf die Zuschauer in den USA. Weltweit haben also deutlich mehr Zuschauer den Super Bowl gesehen als das CL-Finale.
AFAIK ist das nicht ganz richtig. Die Super Bowl Zahlen sind glaube ich schon die WELTWEITEN Zahlen. Zumindest lauten die offiziell angegeben Zuschauerzahlen in den USA auf 98,7 Millionen. Die zur im Artikel genannten Zahl von 106 Millionen noch fehlenden Zuschauer dürften dann wohl die Zuschauer im Rest der Welt sein. Das kann IMO auch hinkomme, laut Wiki haben z.B. in Deutschland gerade mal 380.000 Zuschauer den SuperBowl geschaut. Eigentlich sollte das aber auch niemanden überraschen: American Football ist fast ausschließlich in den USA ein Mainstream-Sport, im Rest der Welt ist es eher eine Randsportart bei Fussball ist das anders. Dazu dann noch die für Zuschauer in Europa und Asien eher ungünstige Übertragungszeit: 18.30 Uhr Sonntag abends East Coast USA heißt in Deutschland 1.30 Uhr Montag nachts bzw. in Asien montag vormittags....das können fast nur Leute schauen, die Montag nicht arbeiten können.
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