Doping im Radsport: UCI löst Armstrong-Kommission auf
Der Radsport-Weltverband tut weiterhin alles, um sich in der Aufarbeitung der Doping-Affäre um Lance Armstrong lächerlich zu machen. So löste die UCI ihre Untersuchungs-Kommission nur drei Monate nach deren Gründung wieder auf. Zudem möchte Doping-Arzt Eufemiano Fuentes vor Gericht schweigen.
Hamburg - Die Posse um die Rolle des Radsport-Weltverbands UCI in der Doping-Causa Lance Armstrong bekommt ein weiteres Kapitel: Der Verband gab jetzt bekannt, die Kommission zur Aufarbeitung der Dopingaffäre nur knapp drei Monate nach deren Gründung wieder aufgelöst zu haben. Das dreiköpfige Gremium hätte die von der US-Anti-Doping-Agentur Usada angedeutete Verstrickung der UCI in den jahrelangen Dopingbetrug Armstrongs untersuchen sollen.
Stattdessen soll in Zusammenarbeit mit der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada nun eine sogenannte "Wahrheits- und Versöhnungs-Kommission" eingerichtet werden. Dies sei "der beste Weg, um die Dopingkultur im Radsport in der Vergangenheit zu untersuchen", sagte UCI-Präsident Pat McQuaid in einer Mitteilung. Diese neue Kommission soll im Laufe des Jahres installiert werden.
"Wada-Präsident John Fahey hat mir gesagt, dass die Wada kein Vertrauen in den laufenden Prozess der unabhängigen Kommission hat. Daher haben wir beschlossen, diese Kommission nicht mehr zu finanzieren und sie mit sofortiger Wirkung aufzulösen", sagte McQuaid.
Wada und Usada hatten den Weltverband jüngst gerügt, mit der Untersuchungskommission nur einen halbherzigen Versuch zur Aufklärung der Affäre Armstrong zu betreiben. Die Doping-Jäger zweifelten die Unabhängigkeit des Gremiums an. Die Kommissionsmitglieder boten daraufhin an, die eigenen Statuten zu ändern, um die Anti-Doping-Agenturen zu einer Mitarbeit zu bewegen und Doping-Kronzeugen zu Aussagen zu ermuntern. Doch ausgerechnet die UCI selbst lehnte das ab.
Fuentes will keine Namen nennen
Auch in der Aufarbeitung des Doping-Skandals um den spanischen Arzt Eufemiano Fuentes scheint es zu haken. So erklärte Fuentes, der an diesem Dienstag vor dem Gericht in Madrid aussagen soll, dass er schweigen wolle. Im Interview mit der französischen Zeitung "Le Monde" sagte er: "Ich habe nicht die Absicht, Namen meiner Kunden und Patienten zu nennen. Für mich ist alles Vergangenheit."
Gegen den 57 Jahre alten Mediziner, zu dessen Kunden rund 200 Spitzensportler und 58 Radsportler gehört haben sollen, darunter der frühere Tour-de-France-Sieger Jan Ullrich, fordert die Staatsanwaltschaft eine mehrjährige Gefängnisstrafe.
psk/dpa/sid
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- Dienstag, 29.01.2013 – 09:53 Uhr
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